Das neue Jahr…

P1320055b

„Baie geluk“ sagt man auf Afrikaans, wenn man „Alles Gute/Viel Glück“ wünscht. Das wünsche ich euch auch, und dass eure Wünsche in Erfüllung gehen!

Leider kamen aus Südafrika zum Jahresende nicht so gute Nachrichten.
Zunächst freuten wir uns alle, denn Beauty war tragend, vermutlich von Footy (der im November verstorbene Schwarzfußkater)! Das süße Geheimnis kam heraus, da sie im Zuge der FeLV-Infektion von Footy ebenfalls untersucht wurde. Der Tierarzt stellte bei der Ultraschalluntersuchung 3 Föten fest.
In der Nacht von 29. auf 30.11. hat Beauty zwei Welpen zur Welt gebracht. Da die Geburt wohl schwer und schmerzhaft war, und eins der Kitten tot geboren wurde, hat sich Beauty leider auch um das überlebende nicht gekümmert. Gerade bei erstgebärenden Katzen kann so etwas vorkommen, weil sie noch nie eine Geburt erlebt haben und so mit den ganzen „Umständen“ nicht umzugehen wissen.
Weil sie das Kleine nicht gesäugt hat, musste es in menschliche Obhut. Damit es aber eine größere Chance hat, wurde eine Amme gesucht und tatsächlich gefunden! Eine Hauskatze nahm sich des kleinen Schwarzfüßchens an!

1452093_623691484339594_1438124891_n

Leider hat das winzige Kätzchen trotzdem nicht überlebt, und es ist am selben Tag wie Nelson Mandela gestorben.
Weil der kleine Bub nicht „anonym“ über die Regenbogenbrücke gehen sollte, hat er den Namen „Madiba“ bekommen.

Babette de Jonge vom Spotted Cat Conservation schrieb dazu:
„Little Madiba, R.I.P.
In 24 hours the world lost 2 fighters: a great human being, Nelson Mandela („Madiba“) but also our tiny little black-footed cat kitten. The surrogate (domestic) mothercat did an excellent job and the first days the weight increased but sadly the last 2 days he got it bad and stopped drinking. Beauty gave birth to this kitten, a male, and to a second still born. She sadly didn’t take care of the kitten the first day, as she was still in labour. That’s why we decided to give it a go with the domestic mothercat, a much better option than bottlefeeding. The bond between two got closer, and also when the little one wasn’t feeling well the mothercat licked him and gave him comfort. This afternoon he passed away, but we didn’t want our firstborn to die without a name, so we thought Madiba was the perfect name for our little fighter, to honour him and also the icon Madiba. May they both rest in peace and find the road to freedom….forever!!!!!!“

– – –

Ein großer Mann ist gestorben! Er hat die Menschen in Südafrika geeint, auch nach seiner Präsidentschaft war er immer ein Vorbild für das friedliche Zusammenleben von Schwarz und Weiß. Kann er auch nach seinem Tode dieser so tief zerrissenen Nation Halt geben?

“ I have walked that long road to freedom. I have tried not to falter; I have made missteps along the way. But I have discovered the secret that after climbing a great hill, one only finds that there are many more hills to climb. I have taken… a moment here to rest, to steal a view of the glorious vista that surrounds me, to look back on the distance I have come. But I can only rest for a moment, for with freedom come responsibilities, and I dare not linger, for my long walk is not ended! “
– Nelson Mandela –

„Mandela-Spezial“ im Südafrika-Blog

Advertisements

Footy ist gegangen…

Schwarzfußkater Footy trug das Feline Leukämievirus, wie leider viele dieser kleinen Katzen.
Nachdem er ein paar Tage nur schlecht bis gar nicht gefressen hat – was bei ihm SEHR ungewöhnlich war, gab es heute beim Tierarzt Gewissheit… und man hat ihn gehen lassen.

Footy ist gegangen

Footy war einst in eine Schlagfalle geraten. Sein linkes Vorderbein war so schwer verletzt, dass es amputiert werden musste. Aber auf drei Beinen hätte er in der Wildnis nicht überlebt, so lebte er im Spotted Cats Conservation Auch auf drei Pfötchen war Footy flink, und hat wie seine Artgenossen nachts viele Kilometer hinter sich gebracht, unterbrochen durch Beutezüge auf Insekten oder an der Futterklappe. Von allen dreien war er am zutraulichsten, hat man sich „zwinkernd“ zu ihm ins Gehege gesetzt, ließ er einen recht nahe an sich heran kommen. Gab‘ es Futter, kam er sofort angelaufen; zwar fauchend, aber die Gier war stärker. ;D

Es ist so traurig, der kleine Kerl war mir sehr ans Herz gewachsen. 😥
Auch wenn Footy sich an uns gewöhnt hatte, war er immer noch eine echte Schwarzfußkatze, also misstrauisch gegenüber diesen großen zweibeinigen Wesen. Ein großes tapferes Herz in einem kleinen Körper – so sind sie, diese hübschen, scheuen und interessanten Katzen.

Das WildCatz-Buch wächst und gedeiht… ;-)

Nachdem Verlag und Lektorat voraussichtlich gefunden sind, geht es mit dem Schreiben fleißig weiter. Ein Blog in ein Buch zu verwandeln, hat sich jedoch als schwieriger herausgestellt als von mir ursprünglich vermutet. Es geht aber voran! :yes:
Eine Internet-Seite zum Buch gibt es auf meiner Homepage, dort befindet sich auch ein Link zur öffentlichen Facebook-Seite. Dort verlinke ich regelmäßig Impressionen aus Afrika und Fotos/Videos von „meiner“ Farm.
Fotobücher sind weiterhin jederzeit erhältlich! :wave:

Auf der Daniell Farm gibt es eine neue Schwarzfußkatze, diesmal ein Weibchen. Wieder einmal war so ein armes Tier in eine „gin trap“ (Fangeisen) geraten. „Beauty“ musste aufgrund ihrer Verletzung ein halbes Beim amputiert werden. Sie erholt sich gut, ist recht menschenfreundlich, und in der Nähe der beiden Kater untergebracht. Sollte sie sich mit einem der Kater gut verstehen, könnte man versuchen zu züchten. Denn die Schwarzfußkatze ist vom Aussterben bedroht und jedes Jungtier ist ein genetischer Schatz für die Art.

532859_523066051068805_734273511_n

Leider ist der Gepardenbub auf der Farm gestorben. Es muss wohl irgendetwas mit der Operation nicht gut verlaufen sein. :**: Das Gepardenmädel ist zu einer anderen Farm gebracht worden und wird dort an Geschirr und Leine gewöhnt.

Dafür ist von dort „Leo“, der Gefährte für Karakalin „Lea“ eingetroffen! Der junge Kater ist nur wenig scheu, und die beiden Katzen nehmen durch das Gitter häufig Kontakt auf und interessieren sich füreinander. So wird man sie wohl bald vergesellschaften.

Auch ein weiterer junger Leopard lebt nun auf der Daniell Farm. Er wird eventuell der Partner von Feline, sobald die beiden Katzen ins zuchtfähige Alter kommen. Der kleine Kater darf unter Aufsicht mit den „Großen“ spielen, denn sie haben ihn als „kleinen Bruder“ sofort akzeptiert. Wahrscheinlich sind Felix und Feline noch jung genug, um sich leicht an Artgenossen zu gewöhnen. Denn in der Wildnis sind Leoparden strikte Einzelgänger.

Licht und Schatten auf Honingkrantz …

06.12.12

Heute kamen zwei weiteren Katzen: Serval Arno und eine Falbkatze (Dani) mit „Verstärkung“ – denn sie ist trächtig! Außerdem haben wir zur „Katzenbeschäftigung“ (natürlich „Nur gucken, nicht anfassen!“) drei Hähne und einige Meerschweinchen bekommen. Diese Tiere leben in den Gängen zwischen den Gehegen. Unsere „ersten“ Hühner dürfen seit vorgestern auch schon raus und picken im Hof und ums Haus herum. Seitdem haben wir leider keine Eier mehr gefunden, denn sie legen sie natürlich nun nicht mehr in ihr Nest.

Kater Arno ist glücklich, hat er doch nun ein neues Weib! Aber Nala ziert sich noch … 😉

Gestern abend sind Tom und ich noch lange zusammen gesessen und haben uns gut unterhalten, von Familiengeschichten bis zum Katastrophenschutz in der Schweiz und in Deutschland. Tom hat in seinen 50 Lebensjahren schon vieles erlebt – ich ebenfalls – und so findet man eine Menge Gesprächsstoff. (Mirceas und Jörgs „Kreisläufe“ waren nicht in Ordnung, und sie mussten beide viel schlafen.) Nach dem Fotografieren des Sonnenuntergangs (die Sonne „fällt“ hier tatsächlich regelrecht unter den Horizont!) haben wir zwischendurch mal nach den Sternen gesehen (das Kreuz des Südens ist hier leider nicht gut zu sehen …) und später mit Mircea die Katzen gefüttert. So eine Flutlichtanlage ist schon etwas Schönes, so kann man auch nachts Katzen beobachten. Und Schlangen würde man ebenfalls rechtzeitig bemerken. 😉

Peinlich peinlich: der Löwe ist eine Kuh!
Wir haben abends mehrfach einen Löwen brüllen hören und waren beide begeistert! Vor allem weil es für mich der erste „wilde“ Löwe war! Auch Mircea meinte, es könnte durchaus ein Löwe sein, weil ein Farmer in einiger Entfernung Löwen hält (leider jedoch für „canned hunting“ … 😦 ), denn in dieser Gegend gibt es keine freie Löwenpopulation. Heute morgen musste sie uns jedoch berichtigen, nachdem sie das Brüllen nachts selbst gehört hat: es sind Rinder! Die hiesigen Wiederkäuer hören sich tatsächlich sehr ähnlich an … Gut gebrüllt, Rindvieh! 😀

Alle sagen mir, dass ich voller Energie bin. Aber ich empfinde das nicht als übersteigertes Verhalten. Es ist dieses Land, was erstaunliche Kräfte in mir weckt! Täglich das zu tun, was mir wirklich Freude macht, gibt mir eine „Power“, die ich selbst erstaunlich finde. Denn die letzten Monate vor meiner Abreise musste ich Energie für so vieles aufwenden, das „erforderlich“ war, aber mich regelrecht leer gesaugt hat. Hier fülle ich meine Speicher auf und die „überschüssigen Kräfte“ müssen irgendwie raus … 🙂

Das Futterangebot hat sich erweitert, da wir Straußeneier mit Embryos bekommen haben. Und heute Nachmittag werden wir auch noch bei Farmer Sinclair eine verliehene Tiefkühltruhe abholen, die voll mit verschiedenen Futtermitteln ist, unter anderem einem „springer“ (Springhase), einem Springbock und „blue ball monkey“ (= vervet monkey = Grüne Meerkatze). Da werden wir also diese Woche noch einen Affen schlachten!

Tom und ich hatten ein Riesenglück, denn wir konnten das Liebesspiel und mehrere Paarungen von Nala und Arno beobachten – und ich bin sehr glücklich, dass sowohl meine Fotos als auch mein Film etwas geworden sind! Meine alte Panasonic hat bereits eine Videofunktion, aber es gibt leider nur „Stummfilm“. 😉

09.12.12

Leider sind mir etliche Notizen abhanden gekommen … Ich wollte Blog-Teile in eine Mail kopieren, aber da es heute mit dem Internet nicht klappt, musste ich den Rechner zwischenzeitlich herunterfahren. Offensichtlich habe ich nicht richtig gespeichert, und die letzte Version von vor etwa drei Stunden war auch nicht auf dem USB-Stick gesichert. 😦

Unter anderem habe ich nun eine Episode verloren, die ich auf der Daniell Farm erlebt habe. Weil sie interessant ist und einen weiteren Blick auf das Land wirft, muss ich sie nun nochmal erzählen: eine meiner Touren bestand aus einem Ranger einer exklusiven Lodge, seinen Töchtern und einer deutschen Dame mit ihren beiden Töchtern. Die Dame wollte eigentlich einen cheetah-walk, aber da sie nicht vorgebucht hatte, konnten wir das nicht ermöglichen. Daraufhin war sie ziemlich sauer, denn „lediglich“ eine Tour war ihr „zuwenig“. Leider hat sie vor lauter Ärger meinen Erläuterungen zunächst nicht zugehört, so dass ich vieles mehrfach erzählen musste. Erst der Besuch bei Ola stimmte sie etwas milder, so hatte sie immerhin ihren Geparden zum Anfassen. Ranger Kevin hat meinen Ausführungen ziemlich kritisch zugehört. Karakale und Leoparden nachzuzüchten hält er beispielsweise für grundfalsch, weil er den Standpunkt der Farmer vertritt. Ich habe mich etwas vorsichtig verhalten, denn natürlich muss man auch dieser Ansicht Respekt zollen. Man erreicht nichts, in dem man nur auf den Aspekt des Tierschutzes schaut und auf seine Ansicht pocht – und den Mensch-Tier-Konflikt löst man nicht auf einer solchen Tour! Als ich jedoch anhand unserer Löwenjungs den deutschen Gästen die Praxis des „canned hunting“ erklärte und eine Kurzform auf Englisch wiederholte, ist Kevin der Kragen geplatzt! Nein, das gäbe es doch gar nicht mehr, und es sei illegal! Er wollte sich sogar beim „Management“ beschweren, weil ich Mist erzählen würde! Woher ich meine Informationen hätte! Man merkte deutlich, dass er mich als Deutsche für ahnungslos und dumm hielt, die nur Dinge nachplappert, von denen sie keine Ahnung hat. O.k., um die Situation zu retten und auch die anderen Gäste nicht zu verstören, entgegnete ich: wenn die Gatterjagd illegal sei, müsse dies erst seit kurzem so sein, denn meine letzten Informationen seien noch andere. Und natürlich würde ich mit meinem Boss und den Kollegen sprechen, denn ich wolle meinen Gästen ja nichts Falsches erzählen … Mit einem mulmigen Gefühl beendete ich die Tour. Die Gäste setzten sich auf die Bänke vor dem Shop, um vor der Rückfahrt noch etwas zu essen und zu trinken. Jaco saß in der Nähe. Eigentlich hätte ich gerne ein Päuschen gemacht, aber ich wollte nicht, dass hier womöglich Dinge gesagt oder ausgetauscht werden, die mich belasten, ohne dass ich es mitbekomme. Kevin war inzwischen etwas „runter gefahren“ und wir konnten tatsächlich noch eine gute Unterhaltung führen. Er ruderte von seiner Aussage ziemlich zurück; sagte, dass es tatsächlich noch „canned hunting“ gäbe, dies aber „geächtet“ sei. Wir sprachen allgemein über Jagd, und auch die deutsche Dame konnte etwas beitragen, in dem sie von ihrem Bruder erzählte, der Jäger ist, und wie in Deutschland Hege und Wildmanagement betrieben wird. In dieser Unterhaltung stellte Kevin wohl fest, dass ich nicht eine von diesen Tierrechtsaktivisten bin, die in Südafrika regelrecht verhasst sind. Mein Standpunkt, dass Jagd für mich in Ordnung ist, um etwas auf dem Teller zu haben und Bestände zu regulieren, aber nicht als „Sport“, ist hier hingegen vollkommen akzeptiert. Kevin ergänzte, dass er kein Sportjäger sei und die Trophäenjagd auch nicht möge. Schließlich kamen wir sogar nochmal auf meine Erläuterungen über die Schwarzfußkatze zurück und ich konnte ihm sogar noch einige Fakten mit auf den Weg geben.
Natürlich habe ich Jaco und Maxie nach der Abfahrt der Gruppe nochmal befragt. So weiß ich es nun noch besser: es gab einen Gesetzesvorschlag, die Gatterjagd in Südafrika zu verbieten. Doch dieser hat bis jetzt das Parlament noch nicht passiert, denn die Jagdlobby ist groß und der Jagdtourismus eine lukrative Devisenquelle! Also habe ich eben keinen Mist erzählt …; und ich denke, Kevin wollte mit seinem Wutausbruch lediglich die Reputation Südafrikas als zivilisierte Nation retten. Natürlich ist es nicht „schön“, wenn ein Ausländer etwas kritisiert, worüber es auch im Land geteilte Meinungen gibt. Aber muss man deswegen solche Dinge unterschlagen? Und gerade die Löwenjungs Chuck und Norris erzählen doch eine ganz „persönliche“ Geschichte!

Mircea spricht ab und zu Einladungen zum Tee für Farmerfamilien aus. Dort erläutert sie die Katzen und wie man, gerade auch als Farmer, mit ihnen leben kann! Natürlich muss sie dazu sehr diplomatisch sein, aber wenn dadurch eine Katze weniger erschossen wird, ist ja auch schon etwas erreicht. Auch wenn sie insgeheim (und gegenüber uns oder Kollegen) sagt: „Wer war denn zuerst hier und wer nimmt hier wem den Lebensraum?“

Gestern waren wir bei Marion und Richard zum braai eingeladen. Und da Richard Farmer, professioneller Jäger und Anbieter von Jagdsafaris ist (zum Glück kein „canned hunting“, das lehnt er als unfair und unsportlich ab!), haben wir uns auch über die wilden Katzen unterhalten. Richard „erlaubt“ den Katzen auf seinem Land zu sein, denn er erkennt diese Tiere als Teil der Natur an. Es ist ja tatsächlich so, dass sich Beute und Beutegreifer aufeinander einstellen, beispielsweise jagen Predatoren (das betrifft sowohl die Katzen- als auch die Hundeartigen) bevorzugt kranke und schwache Tiere, so dass sich nur gesunde und kräftige Beutetiere vermehren. Auch wenn es zunächst seltsam erscheint, ergänzt sich also der Jagdtourismus und der Schutz der Katzen auf dieser Farm zum Wohl der Menschen UND der Tiere! Eine interessante Begebenheit betrifft das „Mountain Zebra“, das als „endangered“ gelistet ist. In Richards Gebiet haben sich die Bestände durch strengen Schutz in etwa vier Jahren von 23 bis auf über 70 Exemplare erholt. Leider sind sehr viele Hengste geboren worden, die, wenn sie geschlechtsreif werden, kämpfen, sich gegenseitig verletzen und viel Unruhe in die Gruppen bringen. Es gibt einfach zuwenig Stuten für diese Anzahl Hengste. So erlaubt man nun den reglementierten Abschuss junger Hengste, um die Herde gesund zu erhalten und kontrolliert zu vergrößern. Und da in Afrika nichts „weg“ kommt, haben wir gestern Mountain-Zebra gegessen. Jedes Ding hat also zwei Seiten: man sollte also die Jagd nicht generell verdammen, denn sie kann tatsächlich dem Erhalt und dem Schutz einer Art dienen!

Es war ein schöner Abend, wir haben wunderbar gespeist (unter anderem habe zum ersten Mal Gnu gegessen), uns gut unterhalten und es wurde reichlich spät. 😉 Als Sonntagsgeschenk für Mircea habe ich die komplette Fütterung übernommen, zum Einen war ich eh‘ bereits um 6 Uhr einigermaßen wach, zum Anderen wollte ich speziell die Katzen füttern, die etwas scheuer oder wilder sind. Wir hatten gestern zum Glück Straußenembryos aufgetaut, so konnte ich den Servalen je ein Küken und den kleineren Katzen Kükenteile und ein paar Hühnerhälse geben. Wichtig ist, die Dottersäcke auszuleeren und bestmöglich zu entfernen, unter anderem wegen einem eventuellen Vitamin A-Ãœberschuss. Den Schlachtplatz haben wir in einen Zwischengang verlegt, denn sonst kommt Straußin Winkie und futtert, was sie kriegen kann. Mir war nicht bekannt, dass Strauße fast alles fressen, sogar Fleisch!

Vorgestern hat Winkie ein Bad genommen! Als Tom eine Transportbox reinigte, legte sie sich in den Wasserstrahl und genoss es sichtlich, abgeduscht zu werden. Danach nahm sie ein ausgiebiges Staubbad. Als die Federn nass waren, entdeckte ich einen „tag“ in einem Flügel. Da Winkie aus einer aufgegebenen Straußenfarm stammt, trägt sie, wie in Deutschland beispielsweise Rinder oder Schafe, eine Marke. Und Winkies Nummer entspricht meinem Autokennzeichen, natürlich ohne das Kreiskennzeichen NE. Zufälle gibt’s … 😀

Als wir gestern „im Dorf“ (Cradock) waren, haben wir neben verschiedenen Besorgungen unter anderem den Hausrat unserer maid Regina und unsere „boys“ (den Ehemann von Regina und den „Ex“ ihrer Tochter) abgeholt. So konnten wir „Michalsdal“ („schwarzer Vorort“ von Cradock) sehen. Obwohl die Häuschen recht neu gebaut wurden, sieht man doch wie arm die Schwarzen und Coloureds wohnen. Aber wer ein wenig zu Geld kommt, baut an und verschönert das Häuschen. Aber eher kaufen sie dann ein dickes Auto als Platz für die Familie zu schaffen … Wir waren auch im „Club“, einem typischen Herrenclub, wie man ihn beispielsweise aus England kennt. Als Frau durfte ich nur hinein, weil ich Gast eines Mitglieds, nämlich Jörg, war. 😉 Auch hier habe ich wieder sehr nette Menschen getroffen! Und sogar einen Farmer, der Sidney, den Vater von „meinem“ Richard, gekannt hat! Weil ich mich so gut unterhalten habe, sind Jörg und Tom alleine los, um „staff“ und Trailer abzuholen – aber sie haben mich nach netten Gesprächen und zwei Cidern dann doch wieder aufgesammelt. 😉

Schreck in der Morgenstunde: Schwarzfußkätzin Anja ist krank!
Sie hatte ungefähr 50 Zecken an den Hinterfüßen, die teilweise schon Blut gesaugt haben. Mircea hat sie ins Hausgehege getragen, da sah das Kätzchen mehr tot als lebendig aus. Vielleicht hatte sie sogar das „tic-bite-fever“. Aber eine wilde Katze ohne Beruhigungsmittel genauer zu untersuchen, hätte ihr noch mehr Stress gemacht. So gab es Citronella-Öl auf die Hinterfüße, damit die Zecken hoffentlich loslassen und besser entfernt werden können. Etwas anderes gegen Ektoparasiten hat Mircea nicht im Haus. Starker Parasitenbefall ist immer ein Zeichen eines schwachen Immunsystems und gerade Schwarzfußkatzen sind leider sehr stressempfindlich. Das Klima in Clifton, wo Mirceas Tiere überwintern, ist gerade für die „Trockenkatzen“ (Schwarzfuß- und Falbkatzen) eigentlich zu feucht. Erst recht, weil es seit einigen Jahren im Winter ungewöhnlich viel regnet. Dann kam letzte Woche der Umzug, und auch hier hat es ja leider ungewöhnlich viel geregnet und war kühl und klamm. Das ist gerade für die Schwarzfüßchen schlecht. Aber auch ein paar der Falbkatzen ist nicht ganz gesund, sie schnupfen und sind wahrscheinlich viral belastet. Vielleicht kann ich mit homöopathischen Komplexmitteln helfen, die ich sehr erfolgreich gegen Infektionskrankheiten und zur Stimulation des Immunsystems einsetze. Da werde ich in Deutschland also mal ein Päckchen zusammenstellen. Ich bin auf die Erfahrungswerte bei wilden Katzen gespannt, und sicher ist auch für meine Tierheilpraktikerkollegen interessant, wie wilde Katzen auf die Mittel ansprechen.
Leider ist Anja nach etwa vier Stunden gestorben, obwohl sie eine Weile besser aussah und sogar den Platz gewechselt hat … 😦
Wir sind alle sehr traurig – und Anja liegt nun im Kühlschrank, denn sie hat ja trotz ihres Todes noch einen wissenschaftlichen Wert. Das klingt sehr pietätlos, aber weitere Untersuchungen helfen vielleicht, diese schönen Katzen besser zu pflegen und zu bewahren.

Pleiten, Pech und Pannen… ;-)

Keine Ahnung, ob es hier auch eine Sendung mit heiteren oder eher peinlichen Videos gibt. Aber „Stoff“ gibt es auch hier, wenngleich er etwas anders aussieht. Jaco und der Bauunternehmer, der gerade das Löwengehege errichtet, haben ein paar lustige Situationen erzählt – lustig jedoch nur für den Betrachter…
Auf der Farm gibt es ein paar Antilopen und Kudus. Ein Besucher hat verbotenerweise das Gehege betreten, obwohl am Tor ein Schild warnt. Ein Oryxbock ist recht aggressiv und hat den Mann auf die Hörner genommen, mitten zwischen die Beine, und hat ihn gegen den Zaun geschleudert. Dem Mann ist nicht passiert, aber in dem Moment kam gerade ein Bus mit Landwirtschaftsstudenten vorbei – denen sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen!
Dass auch zahme Zebras beißen können, weiß ich aus eigener Erfahrung… 😉 Im Alter von etwa 9 Jahren wurde ich einmal in einem Tierpark von einem Zebra gebissen, das sich nicht streicheln lassen wollte. Mein Arm war wochenlang blau und grün. So ist es auch einem Mann hier ergangen.
Und dann noch die Geschichte mit den Straußen. Ein Mann wollte 14 Strauße nach Namibia bringen. An der Grenze wollte der Zöllner die Fracht kontrollieren. Dabei sind die Strauße entkommen und liefen nun aufgescheucht wie der sprichwörtliche Hühnerhaufen auf der Straße herum! Es hat Stunden gedauert, die Vögel wieder einzufangen und zu verladen, auch der Zöllner und die Kollegen mussten natürlich mithelfen.
Aber abgesehen davon sind die gefährlichsten Wesen hier nicht die Tiere, sondern die Aloe! Diese pflanzen wachsen hier wie Unkraut (ebenso wie Nachtkerzenkakteen) und sind absolut riesig. Diese Größe sieht man bei uns höchstens in riesigen Gewächshäusern. Und diese „Biester“ pieksen echt gemein – die Kratzer die ich habe, stammen alle von Aloe! :>>

Gestern gab es für mich noch eine „Mutprobe“! :.
Die Servale Diesel und Joy müssen zum Füttern getrennt werden, weil der Kater der Kätzin sonst das Futter wegnimmt. Also werden die beiden Katzen bei der abendlichen Fütterung abgeschiebert. Sie sollen aber wieder zusammen das große Gehege nutzen dürfen, sobald Joy gefressen hat. Damit sie nicht die ganze Nacht getrennt sind, war es nun meine Aufgabe vor dem Schlafengehen nachzusehen, den Schieber entweder zu öffnen oder geschlossen zu lassen. Wisst ihr wie finster es nachts in Afrika ist? Im Schwäbischen sagt man „kuhnacht“ dazu. Außer den Sternen, ein paar erleuchteten Fenstern und den Autoscheinwerfern sieht man nichts, nicht mal die eigenen Füße! Natürlich war ich mit meiner Stirnlampe auf dem Gelände unterwegs, aber das einzige, was gut erkennbar ist, sind die leuchtenden Katzenaugen! Gerade die Leoparden sind nachts höchst aktiv. So nett die beiden ja sind, es sind absolut gefährliche Katzen, und unweigerlich beschlich mich ein merkwürdiges Gefühl „na hoffentlich sind die Gitter wirklich stabil“… :??:
Joy hatte gefuttert und so konnte ich die Katzen wieder zusammen lassen. Diesel ist eine Handaufzucht und sehr zutraulich, aber Joy ist ein Wildfang. Sie knurrte mich also an, als ich den Abstand von einem Meter unterschritt – und Diesel schnurrte und schmuste mit mir durch das Gitter. Ein weiterer Servalkater (Turbo – und ja, wir haben auch noch einen namens Petrol…) ist tagüber auch scheu, schmuste nun aber auch mit mir. Aber die „Schwarzfüßchen“ habe ich auch dann nicht gesehen, sie sind einfach extrem scheu.

Aber für die Schwarzfußkatzen kann ich auch noch etwas tun.
Schwarzfuss01
Ich habe ja mal die Forschungsgruppe um Dr. Alexander Sliwa erwähnt, die Verhaltensforschung an den black-footies in Kimberley durchführen. Alex hat ein Poster entwickelt, um die Menschen in Südafrika auf diese gefährdete Art hinzuweisen und für ihren Schutz zu werben („unsere“ beiden Footies sind ja auch nur da, weil sie in Fallen geraten sind. Der eine Kater hat dadurch ein Bein verloren, der andere Kater wurde ebenfalls schwer verletzt, so dass sie nicht mehr ausgewildert werden können). Leider sind die Footies so extrem scheu, dass kein Besucher sie je zu Gesicht bekommen wird… Und wie immer und überall: man schützt nur das, was man kennt! Jedenfalls habe ich das Poster mit hierher genommen, weil ich hoffte, es vielleicht irgendwo anbringen zu können. Und ja, genau das wird geschehen! Richard wird es laminieren und wir werden es am Gehege befestigen. So können wir nun den Besuchern diese hübschen kleinen und doch so wehrhaften Katzen nahe bringen. Da bin ich nun schon ein wenig stolz drauf, dass ich so etwas beitragen kann. Da ich meine Festplatte mit Tierfotos dabei habe, kann ich vielleicht sogar noch Fotos von den Wuppertaler Schwarzfüßchen ausdrucken lassen die wir ebenfalls verwenden können.

Aber nun zurück zu den Leoparden. Tagsüber sind sie ja sehr umgänglich, schlafen während der Mittagshitze faul in ihren Innengehegen. Die beiden haben heute ihren 1. Geburtstag! Und wie sich für so ein Ereignis gehört, gab es eine birthday party! Nachdem es im Vorfeld ein wenig Kuddelmuddel hinsichtlich der Organisation gab (wir mussten innerhalb eines Tages „Geburtstagstorten“ fertigen und uns über den genauen Ablauf klar werden – denn die beiden müssen zum Fressen ebenfalls getrennt werden, weil sie um die Beute kämpfen…), hat heute alles mitgespielt – auch das Wetter, denn für die Fotos durfte es nicht zu duster sein (bislang war es morgens immer bewölkt und die Sonne kam erst gegen 11 Uhr heraus, wenn es zum Fotografieren schon wieder zu hell ist). Puh, nun bin ich froh, weil es genau das war, was Babette von mir und uns wollte! Fotos für Facebook! 😀 Und natürlich für die ganze Öffentlichkeitsarbeit von Wild Cats World bzw. Spotted Cats Conservation. Und hatte die Chance zu den Leoparden in die Gehege zu gehen (natürlich mit Maxie und Jaco!), um die Fotos zu machen. Ist schon eindrucksvoll, wenn eine Leopardin dich kennenlernen will und sich an dir reibt. Jaco hat zwar versucht sie davon abzuhalten, denn ich bin ja eine unbekannte Person für Feline, und dann ist es natürlich ein wenig tricky, aber Feline war wirklich freundlich und hat sich nur gerieben. Felix hingegen war viel zu sehr mit seinem birthday cake beschäftigt, um mich zu beachten. Die „Kuchen“ haben wir aus Hackfleisch geformt! Richard konnte von einem Konditor eine Form der Ziffer 1 besorgen, und darin wurde das teilweise gefrorene Hack eingepresst. Dann noch eine kleine Wachskerze darauf, die wir natürlich vor dem Verfüttern abgenommen haben. Damit die Katzen hungrig genug waren, haben sie allerdings gestern auf ihre Hühner verzichten müssen… 😉

So, nun endet die Zeit der „Romane“. Maxie ist heute von ihren zwei freien Tagen zurück gekommen, und sie hat nun meinen Dienstplan vervollständigt! Ab morgen gehört also auch das Reinigen der Gehege, das selbständige Füttern zumindest der Kleinkatzen und Kudus zu meinen Aufgaben (ich habe heute das allererste Mal in meinem Leben Kudus gefüttert – die drei sind zwar noch jung, aber trotzdem recht imposant und die Hörner sind nicht ohne…). So geht jetzt auch mein Arbeitstag von ca. 5:45 bis 18:00 plus die bereits beschriebene „Nachtrunde“. O.k., zwischendurch kann ich schon mal einen Kaffee trinken, kommt eben auch darauf an, ob ich noch Touren begleite. Und ich darf auch in meiner Freizeit mit den Servalen Diesel und Turbo, der Karakalin Lea und der Gepardin Gia „spielen“ bzw. sie knuddeln.

Heute durfte ich das erste Mal einer deutschen Gruppe unser Löwenprojekt (und natürlich Allgemeines über Löwen) erklären. „Chuck“ und „Norris“, zwei jetzt etwa sechs Monate alte Brüder, sind unsere Botschafter gegen die Gatterjagd („canned hunting“). Auf solchen „game farms“ werden Löwen gezüchtet, damit ein unerfahrener Jäger (z.B. aus Europa, Russland, USA…) mit genügend Geld einfach und ohne großen „Aufwand“ Trophäen schießen kann! Man stellt ihnen die ausgewachsenen Löwenmänner also in ein kleines Gehege und sie dürfen sie „erlegen“. Und stolz wie Oskar posieren sie dann mit ihrer Beute und nehmen die Trophäe (und das Jägerlatein des „wilden Löwen“) mit nach Hause. „Canned hunting“ ist in Südafrika und Namibia legal, die Regierung erhält dadurch nicht unerhebliche Devisen, denn so ein Abschuss kostet schon einige Tausender – je prächtiger das Tier, desto mehr. Tierschützer arbeiten darauf hin, dass diese Praktik verboten wird – indem sie darauf hinweisen, dass lebende Tiere mehr Gewinn bringen als tote. Weil einfach mehr Besucher dafür bezahlen, sie lebend zu sehen, da macht es die „Masse“. Chuck und Norris wurden aus diesem Grund von so einer game farm herausgekauft (eine Amerikanerin hat den Kaufpreis bezahlt und spendet auch weiterhin als Patin für sie, was auch dringend nötig ist, weil jetzt ein großes Gehege für sie gebaut werden muss – weitere Spenden sind gerne erbeten!) und sind nun unsere „ambassadors“ gegen dieses eklige Geschäft der Gatterjagd.

Wenn ich in Richards Büro sitze, höre ich öfter ein Zwitschern. Irgendwelche Stubenvögel? Mitnichten: Servalbabies „zwitschern“! Er muß nämlich gerade eins handaufziehen. Hab‘ allerdings noch keinen Blick darauf werfen dürfen.

Wie erklärt bitte nicht wundern, wenn ich nicht mehr soviel schreiben kann. Und vielleicht auch nicht mehr täglich. Ich habe aber immer ein Notizbuch bei mir, in das ich alles eintrage, quasi mein privates Arbeits- und Tagebuch (darin habe ich z.B. auch die Tagesroutinen notiert, damit ich nichts vergesse). Und aus diesen Niederschriften werden sich bestimmt noch weitere Berichte ergeben. :wave:

Link: öffentliches Fotoalbum auf Facebook (man muss sich dazu nicht anmelden!)