Mit Riesenschritten…

… geht es auf das Ende meines diesjährigen Aufenthalts zu… :-/

Im Look-out hatten wir gestern zuerst einen sundowner und natürlich den look-out (also die schöne Aussicht auf das sun valley, in dem Kirkwood liegt) und haben dann lecker gespeist. Ich habe „natürlich“ wieder das Kudu-Steak gegessen, wann bekommt man das schon mal. Beim Essen habe ich dann auch erfahren, dass Richard eine neue Gefährtin gefunden hat. Lindi ist verwitwet (ihr Mann starb beieinem Autounfall) und hat eine 19 Monate alte Tochter. Die beiden waren dann heute bei uns im Shop, weil Richard für seine Mutter den Shopdienst übernommen hat. Lindi und die kleine Anke sind sehr nett!

Heute Abend hat Danielle ihre Familie zu Gast, die ein braai organisiert haben. Morgen wird es dann noch ein braai für uns volunteers geben, denn Montag muss ich bereits sehr früh los nach Jo’burg (der Flieger geht gegen 6:30). Wie schnell die Zeit hier vorbei gegangen ist, ich kann es kaum glauben! 😦
Und ich bin traurig, dass ich schon wieder los muss. Ein Trost ist, dass Jolande noch ein paar Tage da ist und die neuen volunteers einlernen kann, die am Mittwoch anreisen. Manches lernt man besser von „Fremden“ als von den Angestellten. Als Europäer sind wir in vielem gründlicher, organisierter und gewissenhafter, und das kommt den Katzen zugute!

Heute hatte ich zwei Touren, darunter eine deutsche Familie, die sehr nett und interessiert war. Gegen Nachmittag begann es extrem zu winden! Leider ein sehr trockener Wind (south easter, der regnet sich oft nur an der Küste ab), der die Böden noch mehr austrocknet, als sie es eh‘ schon sind und auch der Erosion Vorschub leistet. Noch haben wir Grundwasser, aber es kann tatsächlich sein, dass man es in Kürze rationieren muss. Nicht nur wir benötigen Grundwasser, sondern auch die Schafe und Ziegen – die Lebensgrundlage der Familie Daniell. Der vom Wind mitgebrachte Sand legte sich überall hin: in den Shop, ins Haus, auf den Körper, man hatte sogar Sand im Mund! Auf meiner zweiten Tour musste ich mit meinen Gästen fast im Laufschritt über die Brücke, da man zum Einen sein eigenes Wort nicht mehr verstanden und zum Anderen der Wind einen beinahe von der Brücke geweht hat. Auch die Katzen fanden es unangenehm. Unsere Servalmädchen haben sich nur noch unter ihrer Wolldecke versteckt (sie spielen sowieso gerne „Hide & Seek“), aber sie haben lieber Schutz unter der Decke statt im zugigen Häuschen gesucht. Ola konnte sich nicht entscheiden, wo sie einerseits Schutz suchen und Andererseits alles mitbekommen konnte – und ist ruhelos durchs Gehege gewandert. Felipe wollte auf einen der Spielbäume klettern und kam dabei vor lauter Seitenwind ins Straucheln, sehr ungewöhnlich für einen Leoparden.

Ein Gutes hatte es: es war nicht so heiß. Und so hat man die Schwarzfüßchen besser beobachten können. Nur Beauty macht sich weiterhin rar. Da sie aber heute Abend gut gegessen hat, konnte ich sie erstmals mit Footy zusammen lassen. Mal schauen, wie sich die beiden vertragen. 😉

Seit gestern ist Feline endgültig über die Rolligkeit hinweg und die Leoparden sind wieder alle zusammen. Lediglich zum Fressen werden sie, wie immer, getrennt.

Unseren Katzenkindern kann man beim Wachsen zuschauen, unsere „Hauskatze“ ist eine wirklich gute Mutter und kümmert sich hingebungsvoll um ihre leider immer noch verflohten Kinderlein.

Da Ace nicht mehr zu bekommen war, musste Danielle die Hühner teilen. Gerne hat sie es nicht getan, aber da Jolande ich ich ihr soviel Arbeit abnehmen, konnte sie das auf unseren „sanften“ Hinweis ja gut tun. 😉

Gestern haben wir neben den normalen Gehegereinigungen auch noch das Gehege der Servale Gypsie und Walker und das von Zintle und Ihlozi von Kot und Knochenresten befreit. Meine Güte, da ist eine Menge zusammen gekommen. Wie schon letztes Jahr bei Petrol bemerkt, lässt man den Unrat schon mal gerne liegen, wenn entweder die Katze nicht so nett ist oder das Gehege recht groß. Heute haben wir uns dann Olas Gehege vorgenommen. Jetzt ist wenigstens mal wieder grundgereinigt. Außerdem waren wir beim „Wässern“ einiger Geparde dabei. Dabei konnten Jolande und ich dann gegenseitig nette Fotos zusammen mit Khaki machen.

Gestern hatte ich eine Tour mit einem Ehepaar, der Mann Deutscher, die Frau Brasilianerin. Da sie noch nicht so gut Deutsch sprach, habe ich die Führung in „Englisch-Deutsch“ gehalten. Die beiden leben auf einer Farm in einem brasilianischen Nationalpark und haben seit langem endlich wieder einen Jaguar im Park. Während der Mann sich für alle Katzen interessiert hat, konnten wich die Dame kaum von Leoparden loseisen. Da sie dem Jaguar ziemlich ähnlich sind, fand sie die Leoparden besonders faszinierend.

Mit Jaco habe ich heute ein Schaf gefangen! Es hatte jemand aus dem Auto auf der Farm angerufen, dass ein Schaf auf der Straße lief. Es war irgendwie durch den Zaun gekommen und irrte nun allein umher, brachte sich und Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Jaco und ich also mit dem alten bakkie und unserem Hofhund Flekkie los. Recht schnell haben wir das Schaf gefunden. Fleckie musste das Schaf „stellen“ und ich habe es dann gegriffen, als es in einem Wassergraben stehen blieb. An den Füßen gepackt, auf die Ladefläche gehieft, Hund ebenfalls hoch und ich habe das Schaf dann solange festgehalten, bis wir abseits der Straße an einem Tor angekommen waren. Dann haben wir das Schaf im veld wieder laufen lassen. Hoffentlich ha seine Herde schnell wieder gefunden.

Morgen werde ich die Gehegereiniung früh morgens alleine machen. So kann Jolande ausschlafen und ich kann alleine für mich ein letztes Mal mit den geliebten Samtpfoten zusammen sein. Außer den Schwarzfüßchen und den Servalmädchen haben alle Katzen sonntags Fastentag. Ich möchte gerne Fotos unserer „wilden“ cheetahs machen, natürlich durchs Gitter. Sie werden wie üblich auf ihr Hühnchen warten, aber mich anfauchen oder -hissen. Denn es sind keine Schmusekätzchen, auch wenn es auf den meisten Bildern so aussieht. Und ich möchte das „Wilde“ in ihnen versuchen abzubilden.

Wildtiere habe ich nur wenige gesehen, aber immerhin gestern meine erste Schlange. Allerdings nur (zum Glück!) eine kleine harmlose, eine Milchschlange. Ein schlankes hübsche Reptil, das vom Geparden- in ein Servalgehege wechselte. Hoffentlich überlebt sie das.
Außerdem den ersten und einzigen unserer „Hausgeckos“ (Kap-Zwerggecko), der sich in einem Pfostenhalter versteckte. Dann heute in Olas Gehege ein Streifenhörnchen.
Unsere Katzen fangen alle gelegentlihj Vögel, sogar die Geparde. Man kann dann an den Federn versuchen zu erraten, was für ein Vogel es war. Kaum zu glauben, unsere Schwarzfüßchen haben mindestens einen sun bird erlegt (Nektarvogel). Diese hübschen Vögel sind nicht mit Kolibris verwandt, fliegen aber ähnlich wie sie von Blüte zu Blüte, „stehen“ dann wie ein Hubschrauber und trinken den Nektar aus den Aloeblüten.
Und natürlich sehen wir auch die Webervögel – die den Erdmännchen regelmäßig das Wasser wegtrinken! 🙂 Ab und zu schlägt der Wind ein Nest vom Baum, das wir uns dann anschauen konnten. Sehr faszinierend, wie die kleinen Knotenkünstler solche filigranen und doch stabilen Wohngebilde bauen.
Einen Stachelschweinstachel habe ich gefunden, den ich Jolande geschenkt habe. Und gestern haben wir auf unserem Weg zu den entfernten cheetah-Gehegen eine wildlebende Straußenhenne gesehen!
Im Karakal-Gehege haben wir einen völlig ausgetrockneten Frosch gefunden, der gewissermaßen mumifiziert und extrem gut erhalten war! Sehr spannend zu betrachten und zu untersuchen – nur nicht für Danielle, die eine echte Froschphobie hat! 😀

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Das Leben auf Honingkrantz

Da ich jedem Bit beim Laufen die Schuhe besohlen kann, gibt es nur spärliche Updates … 😉

03.12.12

Heute ist nun der Tag, an dem ein wenig Ruhe aufkommt.

Am Samstag hat es mir schier das Herz zerrissen, als ich die Daniell Farm verlassen musste. Aber es half ja nichts. Richard machte mir ein großzügiges Geschenk: ich darf jederzeit wieder kommen – kostenlos. Ich brauche nur meinen Flug bezahlen! Wenn ich will, muss ich nur anrufen oder mailen. Im Prinzip würde es also reichen, wenn ich mich bereits zwei Wochen loseisen könnte.

Am Flughafen angekommen, spielte mir wieder die Zeitumstellung einen Streich. Statt um 11 Uhr kam Toms Flieger erst um 12 Uhr an. Aber das war nicht schlimm, so eine Stunde geht ja recht flott vorbei. Erkannt haben wir uns sofort, auch ohne „Rose im Knopfloch“. 😉 Also weiter zu „Hertz“ und den Mietwagen abgeholt: einen ziemlich neuen Nissan Quashkai! Schickes Fahrzeug – aber mit Niederquerschnittreifen! Ich will ja schließlich auf eine Farm und in einen Nationalpark, was soll ich da mit so einer Schickimicki-Schüssel! Egal, das Fahrzeug ist bequem und hat eine Menge Extras, also wirklich schön. Gestern habe ich dann in der Bedienungsanleitung auch entdeckt, dass der Quashkai durchaus Off-Road-Möglichkeiten hinsichtlich Getriebe und Traktion anbietet. Aber schließlich berichte ich ja noch vom Anreisetag am 1.12. Schade, dass das Auto nicht ein schönes Eastern-Cape-Nummernschild mit Elefant und Aloe hat, sondern nur ein fades weißes aus Gauteng. Kann man eben nichts machen. Wir also los, und ich habe mich auch gleich zurecht gefunden. Als Beidhänder schalte ich sofort um, wenn ich in einem Rechtslenker sitze. Eine kurze Pinkelpause, und einen kleinen Einkaufsstop in Cradock – dann ging es weiter nach Fish River. Um dort festzustellen, dass es sich eher um einen kleinen Dorfladen mit Post, einer Krankenstation, einem kleinen Güterbahnhof und Farmen drumherum handelte. Nicht einmal eine Tankstelle gibt es! Und wir sitzen also da und wissen nicht wohin. Denn weder meine Anrufversuche aus Cradock noch in Fish River waren erfolgreich. Zum Glück sah ich zwei Männer von backie zu backie quatschen – also hin und nach dem Weg gefragt. Glücklicherweise konnten sie den weiteren Weg beschreiben. Und so ging es also zunächst über eine Schotterstraße über eine Brücke mit recht ansehentlich reißendem Flüsschen darunter etwa 2-3 afrikanische Kilometer (waren also eher fünf), bis zu einem Tor mit Katzenkopf-Zeichen. Nun, es wird schon stimmen, also los über die Buckelpiste! Es ist eine recht angenehme etwa 6 km lange Buckelpiste mit nur wenigen großen Löchern, nur muss man ab und zu den großen thornbush ausweichen, weil diese etwa 5 cm langen Dornen den Lack zerkratzen können. Und man muss bis zu 6 Tore öffnen und schließen, da war ich Tom sehr dankbar! Der Quashkai hat sich ohne Off-Road-Einstellung wacker geschlagen, allerdings bin ich natürlich auch vorsichtig gefahren. Denn jeder Lackschaden oder Steinschlag könnte Geld kosten. Ich denke, gegen 17 Uhr waren wir endlich auf der Farm, wo uns Jörg ziemlich erstaunt in Empfang nahm! Mit uns hatten die beiden nicht gerechnet! Zum einen waren Mircea und er gerade erst 24 Stunden vor uns angekommen, zum anderen war das Festnetz wirklich kaputt! Eins dieser Porzellanhütchen an der letzten Stange vor der Farm war abgebrochen und das Kabel auch noch verwickelt. Natürlich kann man am Wochenende nichts erreichen, auch nicht bei der südafrikanischen Telkom. Jedenfalls war ich ziemlich froh, dass überhaupt jemand zuhause war! Notfalls hätten wir eben im Auto pennen müssen, denn bei Dunkelheit wäre ich sicher nicht zurück gefahren – oder zur Daniell Farm, wie Richard mir angeboten hatte. Eigentlich war dann am Samstag nur noch „Willkommensparty“, mit den letzten Weinvorräten des vorigen Aufenthalts der beiden Allgäuer und dem von mir erstandenen Castle lite-Bier. Todmüde sind wir alle vier gegen 23 Uhr ins Bett gefallen! In Erinnerung von der vorherigen Korrespondenz war Mircea und Jörg lediglich geblieben, dass wir nicht im November ankommen! Was ja auch stimmte, war es schließlich bereits Dezember! 😀

Karoo Cat Research: Honingkrantz Farm: http://www.cat-research.com

Am nächsten Vormittag ging es dann mit Jörg los: Katzen holen! Denn die Katzen der beiden „überwintern“ bei Bekannten (Marion und ein „neuer“ Richard) im http://www.karoocats.org Das hieß dann im „Landie“ über eine Stunde nach Clifton fahren, in eine völlig andere Klima- und Vegetationszone! Laut Mircea ist es dort ein wenig zu feucht, so dass vor allem die Schwarzfußkatzen leiden. Aber sie hatte sie einmal zu anderen Leuten gegeben, da war es sogar noch ärger mit der Feuchtigkeit. Aber die letzten vier Sommer waren auch in der Karoo (die ja eigentlich eine Halbwüste ist) zu feucht und zu kalt, der Klimawandel schlägt also auch hier zu. Da der Anhänger verliehen und beim backie ein Reifen platt war, konnten wir nicht alle Katzen mitnehmen. So haben wir nur zwei Servale, zwei Schwarzfußkatzen und vier Falbkatzen einladen können, dazu noch zwei Hühner und ein Hahn, zwei Hauskatzen, Futterfleisch und Reste von Katzentrockenfutter. Und für diesen Transport mussten Marion und Richard uns noch helfen und uns mit ihrem Mercedes-Offroader begleiten, sonst hätten wir schon das nicht mitbekommen. Zwei weitere Servale, zwei Falbkatzen und eine Schwarzfußkatzen werden uns im Lauf der Woche noch gebracht, denn die hatten sich nicht von Marion fangen lassen. Am Samstag sind wir zum braai eingeladen – das wird für Tom als Vegetarier wohl schwierig. 😉

Mirceas Gehege sind so aufgebaut, dass nie Katze an Katze sitzt. Es gibt immer Zwischengänge, in denen zum Beispiel die Hühner oder Meerschweinchen leben, als interaktives Katzenfernsehen. Wir haben alle Gehege vor dem Katzenumzug gecheckt, so dass wir wussten, dass es keine gravierenden Löcher oder Schäden gibt. Nur die Paviane haben ab und zu durchs Gehege gesch…, aber zumindest nichts kaputt gemacht. Ãœbrigens gibt es auch einen zahmen Strauß! Die dreijährige Dame heißt Winkie, lebt draußen im veld, kommt aber immer nach Honingkrantz, wenn dort jemand lebt.

Der Lebensrhythmus auf Honingkrantz ist völlig anders als mein bisheriger auf der Farm. Man steht früh auf, macht seine Arbeit, isst bereits am Nachmittag die Hauptmahlzeit, legt sich danach hin, und steht dann (für die Katzen) nochmal ein paar Stunden auf. Die Katzen werden auch zweimal täglich gefüttert. Da noch nicht alle Katzen da und die vorhandenen noch etwas durch den Wind sind und es für Mircea und Jörg soviel zu erledigen gibt, hat sich dieser Rhythmus aber noch nicht eingespielt.

Heute waren Jörg, Tom und ich in der Stadt (Cradock), um einiges zu besorgen, unter anderem Lebensmittel. Zunächst sind wir mit dem backie, den wir aus dem Kanister mit Diesel und Tom mittels einer Handpumpe mit etwas Luft im defekten Reifen verorgt hatten, zu Stanley gefahren, dem Farmer, zu dem Honingkrantz gehört. Dort wurde der Reifen mit einem Kompressor ordentlich aufgepumpt. Danach waren wir am Bahnhof, damit Tom sich um eine Zugfahrt kümmern konnte (leider ohne Erfolg, denn die Bahnangestellte war entweder nicht fähig oder willig, den Computer zu bedienen). Zum Geldholen sind wir lieber nicht gegangen, denn aufgrund des pay day am Freitag bildeten sich elend lange Schlangen vor allen (!) Geldautomaten. Jörg wollte sich um Mobilfunk kümmern, musste aber feststellen, dass es genauso kompliziert ist wie für mich eine Woche zuvor. Da er seinen Pass nicht dabei hatte, hatte sich dieses Thema also erledigt. Auch die „Caroo-Coloured“ Hausangestellten haben wir nicht in ihrem Zuhause angetroffen, so dass man nicht ausmachen konnte, wann Jörg sie mit „Sack und Pack“ abholt. Immerhin haben wir aber doch einiges erledigt bekommen: Lebensmittel, Wein, Bier, Säfte, eine neue Handpumpe für Reifen, einen Trichter (um Diesel abzufüllen), eine Ventilkappe für einen Reifen, Sprit, Steaks für uns und Walkie Talkies für die Katzen („Walkie Talkies“ sind Hühnerbeine und -köpfe, eigentlich also „Abfälle“, aber ein billiges und beliebtes Essen der Schwarzen). Dabei habe ich wieder viele nette Leute kennen gelernt, denn Mircea und Jörg sind ja seit vielen Jahren hier zuhause (neben ihrem Zuhause im Allgäu) und wohlbekannt. Und so war es natürlich überall eine „Hallo, seid ihr wieder da!“ mit kleiner Vorstellungsrunde. Insofern fühlte ich mich gleich wieder in der weißen Afrikaaner-Gemeinde „integriert“. Allerdings dauert so ein Einkauftrip doch ziemlich lang, denn man fährt eben auch schon insgesamt über 1,5 Stunden.

Leider haben wir immer noch schlechtes Wetter! Nachts schüttet es zeitweise wie aus Kübeln. Heute kam endlich mal wieder die Sonne heraus, aber es wurde dadurch unangenehm schwül. Vor allem für die gerade umgezogenen Katzen ist es natürlich nicht so schön, aber bei Marion und Richard war das Wetter ja zuletzt auch nicht besser.

Eigentlich schlafen die Praktikanten im „Fledermaushaus“. Das heißt so, weil dort wirklich hübsche Fledertiere unter dem Dach wohnen. Aber nach so vielen Monaten Abwesenheit konnte man sich nicht so einfach einquartieren, denn Fledermauskot und Spinnweben leisteten ganze Arbeit und haben das Haus ziemlich verwüstet. Dazu der ständige Regen, der in einem der beiden Zimmer sogar durch Dach tropft. So wohnen Tom und ich nun doch im Haus, wo es auch noch zwei Praktikantenzimmer gibt. Allerdings ist das Bad nur über ein Durchgangszimmer zu erreichen, in dem nun Tom schläft. Sehr unangenehm für mich, wenn ich nachts auf die Toilette muss, denn ich mag ihn ja nicht wecken. Man kann aber auch durch die Bar-Außentür und dann eine separate Tür ins Bad, diese Möglichkeit werde ich wohl ab heute versuchen.

Doch, über die Katzen haben wir auch schon gesprochen! 😀 Mircea gibt uns „Unterricht“ in den verschiedenen Katzenarten, wobei für mich jetzt noch nicht viel Neues dabei war. Trotzdem schreibe ich die mir bislang unbekannten Fakten natürlich mit. Sie hat übrigens zufällig am Flughafen „Pfotenhieb 2“ in die Finger bekommen, und mein Artikel über Krebserkrankungen bei der Katze hat ihr gefallen!

04.12.12

Eigentlich sind Tom und ich viel zu früh angekommen. Denn der Farm- und Forschungsbetrieb ist noch gar nicht eingerichtet. Das resultiert aber darin, dass Mircea und Jörg dieses Jahr so spät dran sind. Mircea musste noch ein Buch fertig schreiben und Jörg noch nach England zu einem Kongress. So sind Tom und ich mangels Arbeitern derzeit die Leute fürs Grobe – wir haben heute beispielsweise die Wasserschläuche angeschlossen, die Wasserstellen für die Katzen und den Beobachtungsplatz eingerichtet (inklusive Reparatur des Sonnenschirms) und die Häuser für die Arbeiter inspiziert. (Immerhin haben sie hier Stromanschluss, aber sie verbrauchen auch Unmengen davon!). „Katzenunterricht“ gab es trotzdem, beim Frühstück.

Unsere Hühner sind klasse! Bereits vorgestern Abend hatten wir das erste Ei (trotz Umzugsstress!) und heute drei!

Jetzt ist Mittagsschlaf angesagt, damit wir endlich in den normalen Rhythmus kommen. Aber bereits meine Mutter ist verzweifelt, weil ich mich ab dem zarten Alter von sechs Monaten geweigert habe, tagsüber zu schlafen … aber ich probiere es nun, daher fahre ich den Rechner runter. 😉

Das war um 14:40, und um 15:10 kam der Telkom-Mann. Der durchhängende Isolator war nicht das Problem, sondern die Leitung war schon viel weiter unten unterbrochen. Er meinte, der Pfahl mit dem abgebrochenen Isolator sei verrottet, aber ich glaube eher, er hatte keine Lust, auf diesen Mast hochsteigen zu müssen. 😉 Jedenfalls gibt es wieder Telefon! In den staff-Häusern gibt es jetzt auch Strom, nachdem wir die Sicherungen an den Häusern und am Verteiler eingeschaltet haben. Dazu musste Tom durch ein zum Glück offenes Fenster in den großen Schuppen „einbrechen“. Regina, die maid, ist auch da! Als sie erfahren hat, dass wir sie gesucht haben, hat sie sich gestern selbst auf den weg gemacht und ist per Anhalter und zu Fuß zur Farm hoch gekommen! Nur ihre Familie ist noch nicht mitgekommen, denn da muss ja der gesamte Hausrat mit.

Es gibt hier „U-Boote“! 😉 Seit über 50 Jahren müssen sich alle Menschen behördlich registrieren lassen. Es gibt aber noch echte Nomaden unter den Schwarzen, die sich niemals haben registrieren lassen, damit ihnen keine feste Wohnung zugewiesen wird (sie wollen ihre „Freiheit“ nicht aufgeben, auch wenn sie nur in notdürftigen Hütten aus Abfallmaterial am Straßenrand leben. Man nennt diese Menschen U-Boote. Aber wenn sie dann ins Rentenalter kommen, möchten sie doch eine Pension haben, und dann lassen sie sich auch registrieren.

05.12.12

Morgens gegen 6 Uhr ist es noch ruhig. Wir hatten Besuch von zwei Perlhühnern, die aber ziemlichen Respekt vor der zahmen Servalin Nala hatten. Ich habe die leftovers der Katzen eingesammelt. Dabei muss man aufpassen, dass sich Winkie, die Straußin nicht anschleicht und alles klaut. So ein Strauß bewegt sich nahezu lautlos, und schleicht sich geradezu „unsichtbar“ in den Rücken. Zum Glück ist sie so zahm, dass man nicht befürchten muss, von ihr gepickt zu werden. Und „kicken“ kann sie aufgrund eines verkrüppelten Fußes nicht. Nala kam gleich zum Schmusen, wollte dann aber spielen. Endlich ist sie aufgetaut, der Umzug hat sie nämlich ziemlich mitgenommen und sie ist tagelang nur am Zaun „gependelt“ und hat wenig gefressen. Ihr Partner Arno ist ja noch bei Marion, und sie fühlt sich wohl sehr allein in ihrem Gehege. Gerie und Ilse, Falbkatzen, sind sehr schmusig. Gerie ist sehr verfressen und mault, wenn man nichts vorbei bringt. Geries Partnerin Daysie habe ich seit dem Umzug noch nicht wider gesehen. Gestern abend habe ich jedoch in einem Steinhäuschen etwas gefunden, das nach einer Vogelleiche aussieht – sie scheint sich also selbst zu helfen. Die Schwarzfußkatzen habe ich ebenfalls seit dem Umzug noch nicht wieder gesehen. Sie machen uns Sorgen, weil sie kaum fressen. Nur Tom hat gestern eine der Katzen durch einen ihrer Laufgräben huschen sehen. Ilse schirmt ihre Kinder noch vor Fremden ab. Sie hat einen Sohn und eine Tochter, die im Juni geboren wurden. Und dann gibt es noch eine Servalin, Gisette, die aber ebenfalls ein Phantom ist. Immerhin frisst sie regelmäßig.

Auf Honingkrantz wird abwechslungsreicher gefüttert als auf der Farm. Hier gibt es beispielsweise Wildinnereien, „Fluffy“ (Eintagsküken), „Walkie Talkies“ und weiteres Fleisch wie Rind, Strauß oder in der Jagdsaison Selbstgeschossenes.

Nun weiß ich auch, was es mit dem Rift-Valley-fever auf sich hat. Es ist eine Viehseuche, die durch Moskitos übertragen wird. Leider befällt sie vorwiegend Wiederkäuer, wovon natürlich die Nutztiere der Farmer betroffen sind. Das fever ist eine Zoonose, überschreitet also die Artgrenzen, und auch der Mensch kann jämmerlich daran sterben. Es ist eine hämorrhagische Erkrankung, ähnlich wie Ebola, die Tiere und Menschen verbluten also innerlich. Das RVF ist eigentlich in Südafrika nicht verbreitet gewesen, sondern eher in den nördlich gelegenen feuchteren Ländern. Durch die feuchten Sommer (und dadurch mehr Moskitos) gibt es aber auch immer mehr Fälle in Südafrika. Eine Existenzbedrohung für die Farmer und natürlich auch für die Bevölkerung gefährlich! Das ist der Grund, warum die gestorbenen Lämmer auf der Daniell-Farm nicht verfüttert, sondern zum Abdecker gegangen sind!

Die Tränenstreifen der Geparden sind laut Mircea doch kein Reflektionsschutz, sondern dienen der Verstärkung der Mimik! Sowohl beim Blinzeln als auch beim Ruf, weil sich der Streifen durch das Oberlippe-Hochziehen verschiebt. Geparden haben ja meiner Erfahrung nach am wenigsten Mimik von allen Katzen und ein eher „starres“ Gesicht.

Noch knapp einen Monat…

… dann geht es los nach Südafrika!

Eine Idee davon entwickelte ich im Februar 2011, als ich bei meiner Mutter am Frühstückstisch saß und wir über eine Tiersendung vom Vortag sprachen. Meine Mutter konnte es nicht lassen, ihrem Freund zu erzählen wie begeistert ich als Kind vom „Daktari“ war, und dass ich gerne Tierärztin geworden wäre. 😉
Ja, sicher war Afrika ein Traum. Vor allem einmal die wilden Katzen sehen…
Das wäre doch etwas zum 50. Geburtstag!
Wenn nicht jetzt, wann dann!

Bereits in 2009 habe ich anlässlich eines Seminars Dr. Mircea Pfleiderer kennen gelernt. Sie hat mit dem deutschen „Katzenpabst“ Prof. Dr. Paul Leyhausen zusammengearbeitet, der das Standardwerk zum Verhalten „Katzenseele“ geschrieben hat. Mircea hat in Südafrika eine eigene kleine Forschungsstation aufgebaut, in der sie weiter über das Verhalten von wilden Kleinkatzen arbeitet. Nach dem Seminar hatte ich gesagt, daß ich gerne einmal kommen würde – und wurde herzlich eingeladen.
Hirngespinst irgendwie, aber nun war ich ja zwei Jahre weiter. Doch natürlich gab das Budget eine solche Reise auch weiterhin nicht her. Aber auch hier passierte etwas. Ich erhielt letztes Jahr eine gewisse Summe, von der ich mein Auto abzahlen und etwas auf die Seite legen konnte. Und plötzlich nahm der Traum von meinem persönlichen Out of Africa Gestalt an!
Fleissig sparen und jeden Monat eine gewisse Summe zusätzlich zurücklegen gehörte natürlich dazu!

Wenn die Götter es gut mit einem meinen, fügt sich noch mehr zusammen. Die Einladung galt, und mit meiner Kollegin Sabine kannte ich ja sogar jemand, die bereits beim Karoo Cat Research gewesen war! Nachdem auch klar war, dass ich meinen sechswöchigen Jahresurlaub im Büro „am Stück“ nehmen konnte (das war zwar nicht ganz so einfach, aber da mein Vorgesetzter sein Masterstudium teilweise in Südafrika absolviert hat…), konnte es an die Planung gehen. Zwischenzeitlich hatte ich über Facebook eine Holländerin kennengelernt, die sich sehr für den Schutz der wilden Katzen einsetzt und in den Niederlanden eine Auffangstation für „ausgediente“ Zoo- und Zirkuskatzen gegründet hat. Babette baute zu dem Zeitpunkt gerade mit einer „Gepardenfarm“ in Südafrika eine Auffang- und Wiederauswilderungsstation auf. Und das „zufällig“ in relativer Nähe zu Mirceas Farm.
Da ich auf jeden Fall nicht nur Forschungsarbeit an Kleinkatzen machen, sondern auch Großkatzen sehen wollte, bot dies die Gelegenheit, als freiwilliger Helfer (Volunteer) auf der Daniell Farm mitzuarbeiten. Ach ja, und für das „Out of Africa“-Feeling noch ein paar Tage Safari zum Schluß – im Addo Elephant Park, der praktischerweise gewissermaßen „daneben“ liegt? Nun, die luxuriösen Lodges waren finanziell illusorisch, aber es gibt auch günstigere Ãœbernachtungsmöglichkeiten mit Selbstversorgung. Geführte Pirschfahrten (game drives) kann man vor Ort im Park buchen, und man darf auch selbst fahren.
Es fügte sich!

Im Frühjahr habe ich über das Frauenreisebüro Fairlines in Hamburg den Flug und den Mietwagen gebucht (das Reisebüro kann ich wirklich empfehlen, sie haben mir die günstigsten und sinnvollsten Möglichkeiten herausgesucht!). Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass mich Mircea vom Flughafen abholt. Abgesehen davon, daß ein Allradfahrzeug für die ganzen sechs Wochen bereits damals etwa 2.500 EUR gekostet hätte – damit es dann wochenlang nur herumsteht? Für die Daniell Farm und den Nationalpark würde das Auto aber sehr praktisch sein, so dass ich das Auto nur für die letzten zwei Wochen gemietet habe.
Im Sommer konnte ich dann auch die Unterkunft im Park buchen.
Nun kam das Problem: Mirceas alter Land Rover ist so klapprig, dass sie die Strecke nach Port Elizabeth nicht fahren möchte. Sie würde mich also nicht abholen! Was nun? Mh… es gibt eine Bahnstrecke, die von Kapstadt nach Johannesburg führt, und dabei auch in Port Elizabeth und Cradock Halt macht. Nachdem auch in Südafrika Unternehmen „umstrukturiert“ werden und die Personenbeförderung davon betroffen war, war die Website des Shosholoza Train monatelang offline! Und als endlich ein Fahrplan veröffentlicht wurde, fiel ich aus allen Wolken: die Strecke wird nur dreimal wöchentlich bedient! Der Zug fährt nur sonntags, mittwochs und freitags. Da ich an einem Sonntag gegen Mittag lande und dann nur knapp 1,5 Stunden Zeit hätte den Zug zu erwischen, sah ich weitere Probleme auf mich zukommen. Im Zweifel hätte ich zwar die Fahrkarte gebucht, aber was, wenn ich den Zug verpasse? Dann müsste ich drei Tage in P.E. „herumlungern“, bis am Mittwoch der nächste Zug führe – und kann man so ein Ticket eigentlich umbuchen? Fragen über Fragen, zumal sich Mircea auf meine Fragen nicht meldete (sie arbeitet noch einem Buchprojekt, bevor sie selbst wieder über das deutsche Winterhalbjahr nach „ZA“ fliegt, und steht extrem unter Zeitdruck).

Letzten Monat hat mich ein Todesfall eines guten Freundes sehr mitgenommen und beschäftigt mich auch jetzt noch. Diesen Freund kannte ich seit 1991, und im Rahmen eines gemeinsamen Hobbies und der räumlichen Nähe (er wohnt/e nur acht Kilometer entfernt), machten und hatten wir vieles gemeinsam. Seit 2009 war klar: Jürgen hat Krebs. Letztes Jahr dachten wir alle noch, er hätte es geschafft – aber Anfang diesen Jahres war klar: der Krebs ist zurück! Im August musste er dann „notfallmäßig“ in die Klinik, weil die Schmerzen unerträglich und sein linker Arm vollständig gelähmt war. Jürgen musste auf die Intensivstation, damit er assistiert beatmet und medikamentös eingestellt werden konnte. Es wurde sogar noch eine Operation durchgeführt, die Linderung bringen sollte. Aber Jürgen hat es nicht geschafft, er ist am 7. September verstorben, mit gerade mal 52 Jahren…
Aufgrund der räumlichen und emotionalen Nähe fiel es mir zu, mich um eine „schöne“ würdevolle Trauerfeier und die Papiere des Freundes zu kümmern, vor allem um die Eltern zu entlasten (zumal die Familie keine Berührungspunkte zu den Hobbies und Interessen von Jürgen hatte). Nun kann ich grundsätzlich gut organisieren, und es hat auch alles geklappt, aber dieser Tod hat viel in mir bewegt – zumal wir bereits im Februar einen anderen Freund mit gerade 49 Jahren zu Grabe tragen mussten. Es kann so schnell vorbei sein! In unserem Verein geht ein geflügeltes Wort um: „Die Einschläge kommen näher!“ :`(
Dieser Todesfall bewegt mich auch jetzt noch. Jürgen hat nichts Schriftliches hinterlassen, obwohl ich ihm dies schon vor Jahren geraten habe. Das ist so schade, denn für die Hinterbliebenen ist dies nun eine große Belastung herauszufinden, was Jürgens Wünsche waren. Aber auch für die nahestehenden Freunde – weil nichts geregelt ist. Ich habe meine persönlichen Dinge schon vor längerer Zeit geordnet, weil ich meine Hinterbliebenen einmal nicht so hilflos zurück lassen möchte. Zumal ich ja auch noch eine Verantwortung gegenüber meinen Tieren habe…
So ganz habe ich die Ereignisse der lezten beiden Monate noch nicht verarbeitet.
Aber sicher ist eins: wer alles auf „später“ verschiebt, sollte dies überdenken. Warum „auf die Rente“ warten? Vielleicht ist man dann nicht mehr gesund genug? Das Leben ändert sich – und auch wenn man noch so gute Pläne macht, müssen sie nicht Wirklichkeit werden. Nicht nur träumen, sondern auch für seine Träume kämpfen. Mehr im Jetzt leben, denn vielleicht haben wir morgen nicht mehr die Gelegenheit dazu… Allgemeinplätze aus der Esoterik-Ecke? Mitnichten!
Die jetzigen Erlebnisse bestärken mich in meinem Tun! Schließlich habe ich schon mehr erreicht im Leben, gegen viele Widerstände. Ob ich nun in den 80ern die erste Rettungssanitäterin im aktiven Einsatz in Rheinland-Pfalz war, als Frau Eishockey gespielt oder mir vor einigen Jahren den großen Traum – mit Tieren zu arbeiten – erfüllt habe… Es lohnt sich für seine Wünsche zu kämpfen! Aber ich gebe zu, zu Letzterem war es ein langer und schwerer Weg, der auch durch Krankheit und Verzweiflung führte…
Als weiteres Fazit: natürlich klingt es verrückt, als „ganz normaler“ und keineswegs „betuchter“ Mensch nach Afrika zu gehen – und dann auch noch so lange! Aber wann, wenn nicht jetzt?

Die Probleme der Reiseorganisation erscheinen dagegen klein, aber sie beschäftig(t)en mich natürlich trotzdem. Gerade weil ich ein Mensch bin, der gerne „plant“.
Beispielsweise gestaltete sich die Unterbringung meiner Katzen nicht so einfach. Sechs Wochen lang würde ich sie nicht zuhause lassen. Leider musste die Bekannte, bei der ich sie im März 2009 unterbringen konnte, ihre kleine Katzenpension aufgeben. Eine „normale“ Tierpension kam aber auch nicht infrage, weil ich nicht eingesehen habe, reine Wohnungstiger dafür komplett durchimpfen lassen zu müsssen (incl. Tollwut, damit sie ins Außengehege dürfen!). Als Alternative wollte ich sie bei dem Freund unterbringen… der im September verstorben ist. Jürgen hätte sehr davon profitiert, nicht alleine zuhause in seinen Depressionen zu versinken (Tiere strukturieren den Tagesablauf, geben eine Aufgabe und vermitteln Zuneigung und zuversicht, das ist sogar wissenschaftlich bewiesen). Aber dazu kam es ja nun nicht mehr… Zum Glück hat mir nun aber ein anderer Freund die Katzenbetreuung zum Geburtstag „geschenkt“! Ich muß zwar den kompletten Katzen-„Hausstand“ mit umziehen, aber das ist das geringste Ãœbel, zumal ich gerade vor zwei Wochen bei Fressnapf zufällig ein Ausstellungstück eines deckenhohen Kratzbaums für sehr kleines Geld „abgreifen“ konnte! 😉
Meine Echsen haben sich diese Woche in die Winterruhe begeben. Sie werden einfach schlafen, bis ich wieder da bin. :zz:
Meine Tierbetreuungskunden konnte ich bereits ab dem Frühjahr auf die Abwesenheit „vorbereiten“. Die Katzenhalter werden in der Zeit selbst nicht in Urlaub fahren, und die Hunde müssen entweder nicht betreut werden oder finden einen Ersatz-Gassigeher. Im Notfall gibt es ja noch zwei Kolleginnen, an die sich meine Kunden wenden können. Das Hundetraining fällt in der Zeit aus, und Beratungen kann ich natürlich keine machen. Aber auch hier gibt es ja alternative Möglichkeiten durch Kollegen.
Natürlich fiel auch noch „Kleinkram“ an. Mein Pass läuft leider diesen Monat ab, der Reisepass muss jedoch noch ein halbes Jahr nach der Ausreise gültig sein… Kommende Woche kann ich den neuen Pass abholen. Für den Leihwagen benötige ich einen Internationalen Führerschein. Dazu ist jedoch heutzutage als Voraussetzung ein sogenannter „Kartenführerschein“ (meines Erachtens eine „Abzocke“ der Behörden). Also auch noch einen Führerschein fertigen lassen, obwohl es der alte ja durchaus noch „tun“ würde… Auch diese Papiere kann ich kommende Woche abholen.

Letzte Woche habe ich nun meine Planung radikal umgestellt, denn es behagte mir überhaupt nicht, am 3. November ins Ungewisse zu fliegen (als allein reisende Frau ist ein klein wenig „Sicherheit“ ja auch nicht zu verachten!)! :??:
Und auch hier fügte es sich: so werde ich nun die ersten vier Wochen auf der Daniell Farm mitarbeiten und kann dann nur 10 Tage ins Forschungsprojekt. Die Abschlusstage im Addo Park bleiben. Ein Daniell Farm-Mitarbeiter wird mich vom Flughafen abholen und mich dann auch dort wieder abliefern. Dort werde ich meinen Mietwagen übernehmen, und bin somit unabhängig und kann meine Ziele selbständig erreichen!
Mein Aufenthalt wird dadurch zwar um einiges teurer (zum Thema Volunteergebühr werde ich in einem künftigen Blog-Beitrag Stellung nehmen), aber das war es mir wert! 😉

Über die Monate habe ich bereits eine Schublade mit Dingen angelegt, die ich mitnehmen muss. Da ich aus Sicherheitsgründen lieber mit dem Rucksack als einem großen Koffer reise, muss alles sehr kompakt werden. Zum Glück konnte ich mir ein Netbook leihen, das deutlich kleiner und leichter ist als mein Notebook. Auf eine hochwertige Spiegelreflex- oder Bridgekamera werde ich wohl verzichten müssen (zumal die Möglichkeit einer Leihe aufgrund des bereits genannten Todesfalles entfallen ist). Aber meine alte Lumix macht ja ebenfalls gute Bilder. Trotzdem müssen natürlich außer ein paar Klamotten auch noch Dinge wie Fernglas, Stirnlampe, Steckdosenadapter, feste Stiefel, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Hut und anderes mit. Da bin ich ja mal gespannt, ob ich das alles unterkriege. B)