Zwischenschritt

Nun sitze ich schon wieder am Flughafen P.E., um nach Jo’burg zu fliegen. Dazu musste ich um 4 Uhr aufstehen! Blöd, dass ich schon um halb Vier wach war…
Gestern hatten wir noch ein schönes braai in Richards Haus, bei dem erstmals Fisch auf den Grill kam. Seltsam: Südafrika ist von Küsten umgeben und hat reiche Fischgründe, aber Fisch ist extrem teuer und wird auch nicht gerne gegessen. Was es für ein Fisch war, kann ich nicht sagen, er nennt sich Yellowtail-Fisch. Sah aus wie ein sehr kleiner Thun und schmeckte ähnlich wie Makrele. Jaco hat den Fisch zubereitet, weil er als einziger wusste, wie man einen Fisch grillt. Denn grundsätzlich kommt nur Fleisch auf den braai, und die Leute ekeln sich geradezu davor, wenn Fisch den Grillrost beschmutzt.! 🙂

Gestern haben Jolande ich die Gelegenheit genutzt, auch Gias Gehege einigermaßen zu säubern und dabei mit ihr zu spielen. Auch bei Lea waren wir einige Zeit. Die Karakalin hatte eine Wunde am rechten Hinterfuß, vielleicht irgendwo eingerissen an einem der zersplitterten Bäume im Gehege oder an einem Metallteil. Denn leider finden wir auch nach über einem Jahr noch Drahtstücke. 😦 Nun ist eine Wildkatze natürlich nicht so einfach zu handeln wier eine Hauskatze. Ich dachte zunächst, ich bräuchte Lea nur im Nackenfell greifen und sie am Boden halten. Aber die Haut eines Karakals ist nicht so „lose“ wie das einer Hauskatze und außerdem ist es überraschend „schlüpfrig“. Natürlich hatte Lea dann den Braten gerochen und kam zwar zu mir, ließ sich aber nicht mehr greifen. Jolande bot an, mir zu helfen. Aber auch entglitt Lea wie ein glitschiger Fisch. Schließlich beschloss,ich sie gar nicht zu greifen, sondern ihr gewissermaßen im Vorübergehen das Desinfektionsmittel aufzusprühen. Das Zeug, das Richard mir gegeben hatte, war eher etwas für die Nutztiermedizin, ähnlich wie „Blauspray“ bei uns. Abgehesn davon dass ich Leas Fuß nicht in Lila sehen wollte, hat der Sprühmechanismus eh‘ nicht funktioniert. Zum Glück hatte ich selbst noch ein Desinfektionsmittel dabei, das klein und handlich in meine Handfläche passte. So mussten Jolande und ich lediglich warten, bis Lea ein wenig zur Ruhe kam. Das dauerte jedoch einige Zeit, da aufgrund des etwas kühleren Wetters alles Katzen aktiver als sonst waren. Aber schließlich legte sich Lea doch mal hin. Ich konnte mich neben sie setzen – und eins, zwei, drei Sprühstöße setzen, bevor es Lea zu viel wurde und sie weghüpfte. Abends sah die Wunde schon viel besser aus, einmal habe ich noch gesprüht. Nun muss Jolande ein Auge darauf haben.
Sie soll auch nach Beautys rechtem Ohr schauen, dass die kleine Schwarzfußkatze etwas gesenkt trägt. Hoffentlich hat sie keine Milben oder so. Vielleicht hat sie auch nur ein wenig vom Heu aus ihrer Hütte m Ohr stecken. Wir haben sie vorgestern mit Footy zusammengesetzt, denn die beiden sollen, wenn möglich nachzüchten. Zum Futtern müssen wir die beiden jedoch separieren, denn Beauty isst nur langsam und wenig, und Footy krallt sich alles wa er kriegen kann. Er ist nun so zutraulich, dass er schon an der Futterklappe wartet! Er faucht zwar noch, wenn man ihm zu nahe kommt, aber das ist eher nur noch Schein. Meine Arbeit letztes Jahr hat also Früchte getragen, als ich ihn langsam an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt habe und dieses Geduldspiel von Babette und Anton regelmäßig fortgesetzt wurde..

Vorgestern haben Jolande und ich neben unserer üblichen Reinigungsrunde auch die Gehege von Zintle und Ihlozi und Ola gereinigt. Halb hat man uns gebeten, halb haben wir es freiwillig gemacht. Zum einen dient das der Hygiene, zum anderen sieht es auch für die Gäste unschön aus, wenn überall Kot herumliegt. Schade, dass sich die Angestellten so wenig darum kümmern, obwohl genug Zeit wäre. Vor allem jetzt, wenn noch keine Hochsaison ist und sie inzwischen zu dritt sind, könnte man sich doch mal die Zeit nehmen… aber sie sitzen lieber im Shop und spielen Karten. 😦 So bleibt der „shit-job“ eben für die volunteers. Und Eileen und die Arbeiter stehen draußen am Zaun und feixen, weil die white ladies so eine Arbeit machen.

Vier Stunden Aufenthalt am Flughafen Jo’burg, da der Transfer zur Konferenz erst um 12 Uhr erfolgt… :**:

Gestern wollte uns Danielle die dassies (Klippschliefer) zeigen, die am Bahndamm leben, aber die haben sich natürlich lieber versteckt. Man müsste eine Menge Geduld mitbringen und sich still irgendwo hinsetzen, dann würden sie vielleicht aus ihren Gängen kommen.

Vorgestern wurde es am späten Vormittag extrem windig. Bei meiner Führung konnte ich meine Gäste nicht von der Brücke auf die Geparde schauen lassen. Erstens hat man sein eigenes Wort kaum verstanden, zweitens weil wir sonst beinahe herunter geweht worden wären. Auch die Katzen fanden den Wind schlimm, haben Verstecke gesucht und waren sehr nervös. Der Wind hat eine Menge Sand mitgebracht, der sich über alles legte. Wir hatten Sand im Shop (trotz geschlossenen Türen), in den Häusern (trotz geschlossener Fenster und Türen), am Körper, auf dem Essen und sogar Sand auf der Zunge. Sehr unangenehm! Leider hat wohl auch meine Kamera abbekommen, obwohl sie im Shop an einer windgeschützten Stelle lag. Fotos macht sie noch, auch der Zoom funktioniert, aber wenn man sie schüttelt, gibt es ein mysteröses„Rappelgeräusch“ (das Ding hat doch so gut wie keine Mechanik außer dem Objektiv)! Außerdem muss ich sie laufend aus- und wieder einschalten. :**: Eine erneute Reinigung wird nicht lohnen, hab‘ ich doch gerade vor der Reise noch 150 EUR reingesteckt.
Vor allem jetzt während der Konferenz, bei der wir ja game drives machen und den Zoo besuchen, wäre mir eine funktionierende Kamera sehr willkommen gewesen. Aber jetzt auf dem Flughafen eine zu kaufen, finde ich auch nicht gerade prickelnd. Vielleicht gehe ich einfach mal gucken, hab‘ ja noch Zeit… 😉

Der Wind hat leider keinen Regen auf die Farm gebracht. Während es an der Küste schüttete wie aus Kübeln, hat es bei uns nur etwa eine halbe Stunde geregnet – nicht mal genug, um dem Boden zu halten. Der trockene Wind ist ein großes Problem für die Farmer hier. Er bringt Sand, wht Mutterboden weg und leistet der Erosion Vorschub. Da die Tiere Wasser brauchen, muss man um so mehr Grundwasser hochpumpen, was wiederum der Umwelt schadet. :`(

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Das WildCatz-Buch wächst und gedeiht… ;-)

Nachdem Verlag und Lektorat voraussichtlich gefunden sind, geht es mit dem Schreiben fleißig weiter. Ein Blog in ein Buch zu verwandeln, hat sich jedoch als schwieriger herausgestellt als von mir ursprünglich vermutet. Es geht aber voran! :yes:
Eine Internet-Seite zum Buch gibt es auf meiner Homepage, dort befindet sich auch ein Link zur öffentlichen Facebook-Seite. Dort verlinke ich regelmäßig Impressionen aus Afrika und Fotos/Videos von „meiner“ Farm.
Fotobücher sind weiterhin jederzeit erhältlich! :wave:

Auf der Daniell Farm gibt es eine neue Schwarzfußkatze, diesmal ein Weibchen. Wieder einmal war so ein armes Tier in eine „gin trap“ (Fangeisen) geraten. „Beauty“ musste aufgrund ihrer Verletzung ein halbes Beim amputiert werden. Sie erholt sich gut, ist recht menschenfreundlich, und in der Nähe der beiden Kater untergebracht. Sollte sie sich mit einem der Kater gut verstehen, könnte man versuchen zu züchten. Denn die Schwarzfußkatze ist vom Aussterben bedroht und jedes Jungtier ist ein genetischer Schatz für die Art.

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Leider ist der Gepardenbub auf der Farm gestorben. Es muss wohl irgendetwas mit der Operation nicht gut verlaufen sein. :**: Das Gepardenmädel ist zu einer anderen Farm gebracht worden und wird dort an Geschirr und Leine gewöhnt.

Dafür ist von dort „Leo“, der Gefährte für Karakalin „Lea“ eingetroffen! Der junge Kater ist nur wenig scheu, und die beiden Katzen nehmen durch das Gitter häufig Kontakt auf und interessieren sich füreinander. So wird man sie wohl bald vergesellschaften.

Auch ein weiterer junger Leopard lebt nun auf der Daniell Farm. Er wird eventuell der Partner von Feline, sobald die beiden Katzen ins zuchtfähige Alter kommen. Der kleine Kater darf unter Aufsicht mit den „Großen“ spielen, denn sie haben ihn als „kleinen Bruder“ sofort akzeptiert. Wahrscheinlich sind Felix und Feline noch jung genug, um sich leicht an Artgenossen zu gewöhnen. Denn in der Wildnis sind Leoparden strikte Einzelgänger.

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Meine mitgebrachten Pflanzensetzlinge haben sich prima entwickelt!

Vorher = Dezember 2012

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Nachher = Ostern 2013
Eine der „spekbooms“ (Sukkulente) blüht sogar schon!

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Es wäre ja schön, wenn man sie endlich nach draußen setzen könnte, aber das Wetter lässt das immer noch nicht zu… 😐

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Und nachträglich zu Ostern… 😉

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Hier noch eine tolle Geparden-Bewegungsstudie mit Hochgeschwindigkeitskamera: http://vimeo.com/53914149

Zu meinem Buchprojekt gibt es jetzt eine eigene Facebook-Seite!

Neue Waisenkinder

Gestern früh drückte mir Richard zwei neue Waisen in die Hand: zwei Vogelküken.
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Diese Art wird hier kievit genannt, ich vermute es sind Kiebitze (die ja auch Zugvögel sind). Richard hatte die beiden verlassen an der Straße gefunden. Nun habe ich ja schon alle möglichen Tierkinder betreut und aufgezogen, aber das waren eher „handfeste“ Gesellen wie Hunde, Katzen, Kälber, Ferkel oder unsere Ziegenflaschenkinder. Aber so etwas Filigranes wie diese beiden Vögelchen traue ich mich gar nicht anzufassen! Und was fressen die Kiebitze überhaupt? Zum Glück konnte ich die Küken an Dolla abgeben, die schon als Kind mit ihrem Vater Vogelwaisen aufgepäppelt hat. Und da sie ja den ganzen Tag im Shop ist, kann sie das auch besser mit ihrer Arbeit verbinden. Die Vögelchen bekommen nun einen „pap“ (Brei) aus Hühneraufzuchtfutter, kleinen Würmern und Insekten, denn Kiebitze sind Allesfresser, die in der Natur Sämereien und Insekten zu sich nehmen. Da die Küken noch viel zu klein sind, um mit einer Spritze gefüttert zu werden, wird der pap auf ein Stück Draht „gespießt“ und dann in den mit einem Fingernagel geöffneten Schnabel geschoben.

Ab heute bin ich nun auch im Wildschutz tätig! Gestern war ein Angestellter der Wildschutzbehörde da, der Karakalkot von unserer Lea möchte. Ein Farmer hat Probleme mit einem Karakal auf seinem Land. Damit die Katze nicht getötet werden muss, soll sie nun vergrämt werden. Das geht am besten, in dem man ihr „zeigt“ dass dieses Revier schon „besetzt“ ist! Also wird der Wildhüter den Kot eines anderen Karakals an „strategisch günstigen“ Stellen verteilen. So werde ich nun beim Reinigen der Gehege Leas „pooh“ gesondert in einem Plastikbeutel sammeln.

Gestern gab es wieder einen Mädelsabend im „Lookout“. Weil weder Maxie noch ich die letzten beiden Tage Gelegenheit zum Lunch hatten, waren wir entsprechend hungrig. So ein Kudusteak ist zwar „mächtig“, aber ich habe es komplett verschlungen! 😉

Ola hat gestern erstmals nach mir gehauen. Die Gepardin genießt es ja gestreichelt zu werden, daher können wir auch mit Besuchern zu ihr reingehen und ihnen dabei vieles über diese besondere Katzenart erzählen. Bei meiner letzten Tour war Ola jedoch viel mehr an dem „backie“ interessiert, mit dem Maxie und ein paar Arbeiter am Gehege vorbeifuhren. Just als ich den Gästen die scharfe „Daumenkralle“ zeigen wollte – hat sie meine Hand genau damit weggeschubst. Nun habe ich eine kleine Schramme mehr, aber wirklich nichts Schlimmes! Auch eine Hauskatze zeigt einem deutlich, wenn ihr etwas nicht gefällt, nur sind die „Dimensionen“ beim Gepard eben etwas größer… 😉

Gestern durften die beiden Erdmännchen aus dem Blech-rondavel zu Maxie in ihren kleinen Innenhof umziehen. Seit der Springbock „bokie“ bei den Ziegen lebt, ist der Hof ja „leer“. Über Nacht müssen sie aber zur Sicherheit in eine Transportbox, damit es zum Beispiel keinen Streit mit den Hauskatzen gibt.