"Arbeitsplatz Zoo"…

… ist das Magazin des Berufsverbandes Deutscher Zootierpfleger e.V.

In der aktuellen Ausgabe 1/2014 berichte ich über Volunteering als „etwas“ andere Urlaubsmöglichkeit und über die Tierbeschäftigungskonferenz in Südafrika.

APZ2014-1a

Das Magazin ist im Schüling-Verlag erschienen, wo man es auch bestellen kann!

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Konferenztag II und III

16.10.2013
Was ich an internationalen Konferenzen liebe, ist ihre Vielseitig- und Ungezwungenkeit. Man diskutiert und unterhält sich mit den unterschiedlichsten Menschen, die ins verbindet – die Liebe zu den Tieren und dem Wunsch, ihnen das Leben in menschlicher Obhut wirklich lebenswert zu gestalten. Wir hatten gestern wunderbare Vorträge und Präsentationen, auch über eher unbekannte Arten wie den Tasmanischen Teufel. Faszinierend fand ich Beschäftigung für Reptilien! Liezl aus dem NZG stellte enrichment für Bartagamen vor (Katzenspielzeug!) – das werde ich zuhause gleich ausprobieren! Wir haben aber auch her philosophische Fragen behandelt, wie zum Beispiel, was Verhalten überhaupt ist und welche Verhaltenskomplexe man unterscheidet. Vieles war mir nicht unbekannt, ich bin also gut im Thema. Aber natürlich muss man auch die Teilnehmer mitnehmen, die noch nicht soviel Erfahrung haben. Der head-ranger des Dinokeng game reserve stellte uns das riesige Projekt vor, das Dinokeng darstellt und das weiter wachsen soll. Aber auch die Schwierigkeiten, weil sich der Park inzwischen über drei Provinzen ausbreitet, in denen jeweils andere Regularien über Tierbesatz, Umgang mit den Landbesitzern etc. herrschen.
Wie schön, so einen Tag, der aus „Essen und Sitzen“ besteht (wie ein englischer Kollege bemerkte), mit ein paar Runden im Pool ausklingen zu lassen. Auf der Daniell Farm war ich ja mal wieder nicht zum Schwimmen gekommen.
Die meisten nutzen die zweieinhalb Stunden zwischen Konferenz und Dinner zur Fertigstellung ihrer Präsentationen. Das verwundert mich ein wenig. Leider habe ich ja erst dieses Jahr die Fotos zum Katzen-Enrichment auf der Daniell-Farm, so habe ich kein „paper“ erstellt, Poster oder eine Präsentation erstellt. Schade eigentlich, denn ich könnte jetzt durchaus so manches beitragen! Aber im Falle des Falles wäre mein Vortrag sicher schon vor der Konferenz fertig gewesen.
Heute wurde verraten, dass die nächste Konferenz 2015 in Beijing stattfinden wird. Mh… das wird für mich wohl eher nicht klappen. Aber es gibt nächsten März eine kleine Konferenz englischer Zootierpfleger, bei der es auch um Tierbeschäftigung geht. Vielleicht wäre das etwas… 😉
Das abendliche Dinner war wieder voller netter Gespräche. Die Welt ist ja klein, so habe ich Lisanne getroffen, die unsere Leopardin Feline aufgezogen hat! Und ich konnte verschiedene Leute auf das SCC und die Daniell Farm aufmerksam machen. Liezl will z.B. im November nach P.E., da wird sie mal bei „uns“ vorbeischauen. 😉

In Gauteng blühen bereits die Jackaranda-Bäume! Darauf werden sie in Eastern Cape noch eine Weile warten müssen, letztes Jahr haben sie dort erst im November/Dezember geblüht. 😉
Gestern hat sich auch das Thema der Rückfahrt geklärt. Einer der Konferenz-Orgas wird Heather und mich am Freitagabend zum Flughafen fahren, da unsere Flüge zu einer ähnlichen Zeit gehen.
Heather ist dann übrigens doch nicht bei mir eingezogen. Denn wir hatten beide ursprünglich Einzelzimmer gebucht, und es hat sich noch eins für sie gefunden (und ich musste nicht umziehen). 😉

Der Tag startete früh, mit einem game drive! Verhalten in der Wildnis zu beobachten und das Gesehene für das enrichment in Zoos umzusetzen, ist eins der Ziele dieses Mittwochs.
Gesehen haben wir Gnus, Zebras, Kudus, Breitmaulnashörner, red hartebeest, Giraffen, Warzenschweine, Strauße, Frankoline, verschiedene „fliegende“ Vögel wie z.B. Hornraben, Baumhörnchen und Büffel. Ein Büffel hatte eine große Wunde am Hintern. Zuerst dachten wir, dass es vielleicht der verfehlte Angriff eines Löwen gewesen sein könnte. Aber Peter Apps meinte, dass er sich vermutlich nur leicht irgendwo gekratzt/verletzt hat, aber die Vögel (die die Büffel sonst parasitenfrei halten) an der frischen Wunde herum gepickt und sie somit vergrößert haben.
Leider hatten wir keinen guten Fahrer, denn laut seiner Aussage führte der Fluss kein Wasser (deswegen ist auch nicht hingefahren) und er hat auch nur ein Wasserloch gefunden, in dem noch etwas Wasser war (es hat hier zuletzt am 10.10. geregnet). Eine andere Gruppe war am Fluss, der ordentlich Wasser führte und sie hatten sogar drei „gefüllte“ Wasserlöcher. Aber der game drive war trotzdem sehr schön. Vor allem die Rhinoherde war beeindruckend! Man beginnt hier, die Hörner zu schützen, in dem man Gift injiziert, das auch die Hörner verfärbt. Es sind aber noch alles Nashörner damit „präpariert“, weil man abwarten muss, ob sich die Farbe auf das Verhalten auswirkt.

Die neue Kamera hat sich schon bewährt, ich konnte schön die Tiere heranzoomen, 42x optisch hat schon was… 😀
Dafür nerven mich die Computer- und Internetprobleme. Den Blog-Text schreibe ich ja offline. Das geht aber nur in meinem chalet oder wenn ich im Konferenzraum das Internet abschalte. Warum auch immer: habe ich hier WiFi und Open Office gleichzeitig geöffnet, stürzt Open Office ab (die Probleme hatte ich auf der Farm nicht). Das WiFi funktioniert nur im Konferenzraum – und auch nur, wenn die Orga ein paar Gig Datenvolumen gekauft hat. Derzeit sind wir mal wieder off, weil die 2 Gig verbraucht sind.

Nach dem game drive haben wir über das gesprochen, was wir gesehen haben und was wir daraus für die Zootiere machen können.
Wir haben über Höhlen und Komfortzonen gesprochen, z.B. Sand- und Schlammbäder, Hackschnitzel etc. Auch dass es nicht gut ist zuviel zu reinigen, da man damit Duft-, Urin- und Kotmarken entfernt, die die Tiere natürlich wieder auffrischen müssen. Zumal diese Marken in Gefühl von Zuhause vermitteln, und das Entfernen die Tiere somit stresst.
Auch die Bereicherung durch Gemeinschaftsanlagen war Thema. Denn in der Natur leben viele Tiere zusammen. Warum also z.B. Antilopen und Nashörner nicht vergesellschaften, zumal di Tire durch das Zusammenlegen von Gehegen mehr Platz haben! In einem indischen Zoo leben sogar Löwen und Hirsche zusammen! Die Population wird zwar kontrolliert, aber es hat sich ein Gleichgewicht zwischen Pflanzen- und Fleischfressern eingestellt.
Danach haben wir uns mit dem „Point of view“ beschäftigt: wie sehen die Tiere uns und wir die Tiere! Auf Tiere herabzusehen zeigt wenig Respekt für die Mitgeschöpfe! Und schöne Versteckmöglichkeiten schaffen, die trotzdem für die Besucher einsehbar sind.

Um 17 Uhr hatte ich dann meinen zweiten game drive. Man konnte Mittwoch, Freitag und Samstag jeweils einen optional dazu buchen, bei mir klappte natürlich nur der Mittwoch, da ich am Freitag den Flieger nach Deutschland nehmen muss. Das Technikpech blieb mir treu. Da ich die Batterie der Kamera nicht nachgeladen hatte, war nach etwa 20 weiteren Aufnahmen Schluss. Leider hatte der Fotoladen am Jo’burg-Airport keine Ersatz-Akkus, sonst hätte ich gleich einen mit gekauft. So bleiben die Eindrücke eben im Gedächtnis. 😉
Wir haben uns nach dem Büffel erkundigt. Er wird am Donnerstag „gedartet“ (Betäubungspfeil) und dann behandelt. Die Wunde stammt wohl von Zecken – und dazu würde dann passen, dass die Vögel weiter an der Haut gepickt haben. Die Büffel kommen aus einer Gegend, in der es nicht so viele Zecken gibt. Die Tiere müssen sich also erst an den Parasitendruck anpassen. Laut unserem Fahrer ist ein weiblicher Büffel ebenfalls betroffen und wird daher ebenfalls behandelt.
Bei diesem game drive haben wir nun auch Perlhühner gesehen. Die Giraffen konnten wir nicht beobachten, ansonsten war die Fauna genauso wie am Morgen vertreten. Ein Sonnenuntergang in Afrika ist immer wieder etwas Besonderes. Die Sonne fällt geradezu vom Himmel und färbt diesen vorher noch wunderschön ein. Besonders eindrucksvoll war wieder die Nashornherde, die wir bei einsetzender Nacht eine ganze Weile beobachten konnten.
Die Löwen konnten wir leider beim besten Willen nicht sehen. Es gibt einen Landbesitzer, der gewissermaßen das Löwenansiedlungsprogramm durchführt. Denn bereitet die vom Park gekauften Katzen auf die Freilassung im Park vor (sie werden dort an Fahrzeuge gewöhnt etc.). Solange sich sich die Löwen auf seinem (eingezäunten) Land aufhalten, können die Besucher sie nicht beobachten.

17.10.2013
Gegen Mitternacht wurde es zeitweise sehr stürmisch und es hat sogar ein bisschen geregnet. Es war aber kein ergiebiges Nass.
Mein chalet ist groß und gut ausgestattet. Es verfügt über ein Queensize- und zwei Einzelbetten – und neben einer Dusche sogar über eine Badewanne! Wie praktisch, wenn man sich beispielsweise nur mal kurz die Haare waschen möchte.
Vormittags hat mich mein Autohaus angerufen, um einen Termin für die Inspektion und den Rädertausch zu vereinbaren. Das „passt“ gerade leider nicht… 🙂
Nach der Morgensession mit weiteren Vorträgen und dem Lunch sind wir dann in den Zoo nach Pretoria gefahren.
Zuerst einmal ist es erstaunlich, dass ein Zoo inmitten einer Metropole soviel Platz hat! Am besten konnte man das sehen, wenn man die Cable-Car-Tour gemacht hat, also mit der Seilbahn auf den Hügel gefahren ist. Die Gehege von oben zu sehen, war sehr spannend. Ich hatte ja geschmunzelt, dass golf-carts angeboten wurden – etwas für die Lahmen und Fußkranken? Nachdem ich die Strecken gegangen bin, war ich froh, dass mich Robynn einmal ein ganzes Stück mitgenommen hat! 🙂 Vor allem, da es extrem heiß war. Man konnte gar nicht soviel Wasser in sich hineinschütten wie erforderlich, zumal man ja immer unterwegs war! Die kleine Karte, die wir mit unserer „Zoo-Tasche“erhalten haben, war nur eingeschränkt nutzbar. Es waren nur die „Haupt-Tierarten“ eingetragen, und wir Katzenfreunde haben z.B. „ewig“ gesucht, um die Servale zu finden, die nirgendwo verzeichnet oder auf den Wegweisern angekündigt waren.
Wir hatten im Zoo ein sehr straffes Programm, mit Enrichment-Vorführungen verschiedenster Tierarten und verschiedenen Führungen hinter die Kulissen. Man konnte gar nicht alles sehen! Ich habe mir das enrichment der Servale, eines Leoparden, der Tiger und Junglöwen und der Kattas angesehen. Besonders fasziniert war ich von den Komodo-Waranen – junge und trotzdem schon sehr imposante Echsen! Sie wirken immer „hellwach“, bekommen alles mit und beobachten die Besucher genau! Bei den Reptilien konnte ich auch eine Blick hinter die Kulissen (mit)werfen. In einer alten Tiefkühltruhe (die „warm“ gestellt wurde) werden derzeit Schlangeneier gezeitigt, mit allen Temperaturschwankungen, die so ein altes Gerät hergeben kann. Pfleger Mike hat von einer Farm ein Gelege Pythoneier bekommen, die nun im improvisierten Brutkasten liegen. Etwa 50 Eier zusammengeklumpt war das Gelege größer als in Medizinball! Als enrichment bekommen die Warane z.B. ein großes Stück Fleisch aufgehängt, an dem sie etwa zwei Tage fressen. Zum Glück habe ich bereits am Anfang einige Fotos der großen echsen gemacht, denn „pünktlich“ vor der abendlichen enrichment-Vorführung und dem Blick hinter die Kulisse machte wieder die Kamera-Batterie schlapp. 😉
Obwohl die Tiger- und Löwengehege bereits 1940 gebaut wurden, sind sie groß und boten den Tieren viele Möglichkeiten. Aber die armen Löwen müssen viel klettern, da die Gehege an einem steilen Hang liegen. Es ist genauso verbuscht wie die Tigergehege, jedoch lieben Löwen eher offene Savannenlandschaften. Der NZG hat einen weißen Tiger, was für ein Koloss! Ich habe mich sogar zuerst gefragt, ob es sich um einen Liger handelt (Löwe/Tiger-Hybrid), aber es scheint doch ein reiner Tiger zu sein. Dagegen wirkte der Sumatratiger eher zierlich. 😉 Leider sind die night-houses in einem Graben, so dass man wie in einen altertümlichen Bärengraben schaut, bis die Katzen den Hang erklimmen.
Die Kleinkatzen und Löffelhunde hatten leider nur sehr wenig Platz, und bei den Schakalen und Geparden sah es nur wenig besser aus. Aber der Zoo hat eben eine alte Gehegestruktur, die man nicht so einfach ändern kann. Umso mehr wird für das enrichment getan. Ein Tiger lebt im Zoo, weil er von einem Privathalter konfisziert wurde, der ihn als Haustier hielt. Lolo ist nun vier Jahre alt, aber er scheint durch die falsche Haltung in Privathand zuwenig Muskulatur entwickelt zu haben. Denn obwohl das Gehege geradezu das Muskelwachstum anregen müsste, wirkte Lolo schwach auf der Hinterhand und hat auch nur einen Versuch gemacht, sich das Fleisch von der Futterstange zu holen (ein Pfahl, an dem das Fleisch aufgehängt wird).
Die Elefanten haben eine tolle große Anlage mit einem Schlammbad. Das haben sie in der Hitze ausgiebig genossen!
Vieles konnte ich mir aufgrund der weiten Wege nicht ansehen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, in Südafrika mal eine „Zootour“ zu machen, da es neben dem NZG z.B. in Durban und Kapstadt sehr schöne Aquarien zu besuchen gilt.
Am Abend hatten wir Fingerfood im Aquarium. Dort gibt es ein großes Becken mit einem „Weißen Hai“ und verschidenen Schwarmfischen. Auch wenn der Hai erst vier Jahre alt ist, ist er doch sehr beeindruckend.. Seine starren Augen und sein seltsames, teilweise sichtbares Gebiss wirkten immer neu unheimlich, wenn er vorbeischwamm – auch wenn so ein Hai entgegen aller Meinungen in friedlicher Zeitgenosse ist, der keineswegs darauf aus ist, Menschen zu verspeisen.
Ein bisschen seltsam: am Vormittag hatte wie einen tollen Vortrag über „enfishment“ gehört: „Fische sind Freunde!“ Und dann stehen wir im sehr schön gestalteten Aquarium und essen hauptsächlich: Fisch… :/
Mit dem versprochenen WiFi hat es irgendwie nicht geklappt, nun muss ich den Flug relativ spät am Freitag früh bestätigen. Hoffentlich bekomme ich keinen „Mittelsitz“, das ist auf der Langstrecke ja eher gruselig.
Später wurde im Hof die eindrucksvolle Geburtstagstorte für 140 Jahre NZG angeschnitten.
Mit „face-painting“, „campfire“, Gesang und „storytelling“ (eine Legende der Zulu) zweier Musiker klang der schöne Abend dann gegen 21 Uhr aus und der Bus brachte uns nach Hause…
Vor dem Eingang zum game reserve fielen mir einmal wieder die Hütten der Arbeiter auf. Die sind noch ärmlicher als ich es von den Townships kenne, häufig lediglich aus einigen Wellblechplatten getackerte“ „Kisten“. Da fragt man sich schon, ob das Personal etwa noch weniger verdient als die Arbeiter z.B. auf der Daniell Farm.
Als wir die Sandpiste zur Lodge entlang fuhren, konnten wir eine paar Blitze in relativer Nähe beobachten. Es scheint aber wieder nicht ergiebig zu regnen.

Was für ein Tag!

Zunächst habe ich mir am Flughafen tatsächlich eine Kamera gekauft, eine Nikon Coolpix 520 mit 42-fach optischen Zoom. Es ist das neuere Modell der Kamera, die Tom letztes Jahr bei sich hatte und die ich für die Optik und die Fotos sehr bewundert habe. Ich hätte ja gerne wieder eine Lumix gehabt, aber die gab es nicht. Da der Rand so schwach steht, ist der Umrechnungskurs günstig, außerdem bekomme ich vor Abflug noch einen tax refund in Höhe von 14%.

Gegen 11:30 begab ich mich dann zum Ankunftsgate, um den Fahrer und möglichst die Konferenzgruppe zu finden. Um 12 Uhr sollte der Transfer stattfinden. Wenn man sich nicht kennt, ist das natürlich schwierig. Die Fahrer trugen alle Schilder mit den Namen ihrer Gäste oder der Reisegesellschaft bei sich. Aber ich konnte kein Schild für unsere Konferenz entdecken. Da ich einen jungen Mann etas verlore herum stehen sah, habe ich ihn einfach angesprochen – und siehe da, Miklos aus Ungarn war ebenfalls ein ICEE-Teilnehmer. Da drehte sich eine junge schwarze Frau um: Blessi aus Nigeria gehörte ebenfalls zu uns. Na immerhin, jetzt konnten wir zu dritt warten. Aber es tat sich nichts. Richtig neidisch wurden wir, als sich gegen 13 Uhr eine größere Gruppe auf den Weg machte, deren Fahrer ein Schild „Ulysses“ trug. Gegen 13:30 hatte ich dann den „Papp auf“ (wie man im Rheinischen sagt) und habe meinen beiden .Kollegen gesagt, dass ich jetzt eine Möglichkeit suchen würde, auf uns aufmerksam zu machen. Direkt am Gate gibt es einen Schalter der Tourist Information. Dort traf ich auf eine indisch-stämmige Dame, die fast der „Schlag traf“, als ich ihr von unserer Misere erzählte. Sie hatte nämlich die vorherige Gruppe mit dem Ulysses-Fahrer zusammen gebracht. Denn das waren unsere Kollegen gewesen! Der Fahrer hatte seelenruhig einen Kaffee getrunken und lediglich sein Firmenschild dabei. Ulysses ist nämlich eine Personentransportgesellschaft, die vor allem Safarigäste in die verschiedenen game reserves und Parks bringt. Natürlich hatte uns niemand gesagt, dass wir von Ulysses abgeholt werden würden! Na toll. Die Dame am Info-Schalter konnte natürlich nicht wissen, dass wir drei zur selben Gruppe gehörten. Aber sie machte nun alles möglich, was in ihrer Macht stand. Und das war eine Menge! Sie brachte erstmal die Nummer vom Zoo heraus, weil dort ja unsere Ansprechpartne waren. Dort konnte man uns nicht weiterhelfen, weil unsere Konferenzorganisatoren ja bereits in der Lodge waren. Aber sie konnten immerhin bestätigen, dass Ulysses unseren Transfer durchführte. Also hat die Dame bei Ulysses direkt angerufen und die Lage vorgetragen. Als „Sprecherin“ der Gruppe habe ich dann mit der Managerin gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass es wirklich sinnvoll gewesen wäre, wenn der Fahrer zumindest ein Konferenzschild getragen hätte! Erst wollte mich die Dame vertrösten, dass ja um 18 Uhr noch ein Bus fahren würde – aber da wurde ich dann wirklich ungehalten. Wir warteten ja nun bereits zwei Stunden (außerdem waren wir alle drei bereis vormittags am Flughafen angekommen und entsprechend lange auf den Beinen)! Nach etwas hin und her versprach sie dann, sich um einen Transport für uns zu kümmern, in etwa 45 Minuten würden wir abgeholt.
Daraus wurden dann 75 Minuten. Um 14:12 sagte ich zu Blessi, dass ich dem Fahrer noch drei Minuten geben würde, dann würde ich nochmals bei Ulysses anrufen lassen. Als ich gerade losgehen wollte, kam der Fahrer auf uns zu, mit einem großen Schild ICEE 2013 und dem Ulysses -Zeichen. Er hätte noch in einen Shop etwas besorgen müssen, daher sei er später dran. Arghh… aber o.k. Wir vier also zum Auto, und als wir auf der Autobahn waren, merkten wir, was der Fahrer wohl besorgt hatte: eine kleine Anfahrtsbeschreibung zur Kwalata-Lodge, denn augenscheinlich wusste er nicht mal, wo wir hin mussten!
Da um 17 Uhr ein erster game drive starten sollte, wollten wir natürlich möglichst vorher ankommen! Tatsächlich waren wir nach einer guten Stunde da!
Aber kein game drive, da ein Teil der Teilnehmer erst mit dem Bus um 18 Uhr kommen würde, hatte man umorganisiert.
Aber wenigstens endlich da! Ich würde das Zimmer im chalet mit Heather teilen (die allerdings, Stand heute früh, nicht eingetroffen war). Außer uns scheinen derzeit kaum andere Gäste in der Logde zu wohnen. Sie ist allerding auch speziell auf Konferenzen und Feiern ausgelegt.
Die Kwalata-Lodge liegt eingebettet ins Dinokeng Game Reserve, in dem die „Big 5“, aber auch viele andere Tierarten leben. Es scheint eine Menge Vögel zu geben, deren verschiedenartige Laute einen die ganze Zeit begleiten. Die chalets ähneln Reihenhäusern mit etwa 10 Parteien. Wie schön, ich wohne in einem „Reihen-Endhaus“ mit freiem Blick ins veld – und auf den Wildzaun, da hier auch etwas „unangenehmere“ Zeitgenossen herum laufen. 😉
In der Bar konnte man sich schon mal mit einigen anderen der insgesamt über 70 Teilnehmern bekannt machen. Dabei fanden sich dann schnell die „Katzenleute“. Ein junger deutschstämmiger Forscher, der demnächst in der Forschungsabteilung des Pretoria Zoo anfängt und eine amerikanische Zookuratorin arbeiten viel mit Geparden, und so hatten wir gleich Gesprächsstoff. 😉
Aber auch sonst sind interessante Leute hier: Zootierpfleger, Forscher, Tierärzte, Kuratoren, Trainer, Gehegearchitekten und -gestalter… ein breites Spektrum an Wissens- und Fachgebieten. Auch von den Arbeitsgebieten sehr breit gestreut: von Walen und Delfinen über Bären, Katzen, Elefanten etc. Und ich, die kleine Tierpsychologin aus Deutschland mit ihren afrikanischen Katzen im Spotted Cats Conservation mittendrin!
Als die letzten Teilnehmer eingetroffen waren, startete unser Abendprogramm. Wir wurden in der boma von Craig, Leiter des National Zoo Gauteng (Pretoria) informell willkommen geheißen. Dann hat uns eine Musical-Compagnie einen Ausschnitt aus ihrem Stück „Africa Adventure“ gezeigt, in dem die schwarz gekleideten Schauspieler mit Handpuppen die verschiedenen Tiere darstellen. Im Stück scheint es wohl insgesamt um eine Liebesgeschichte zweiter Nashörner zu gehen. Ein sehr schöner Auftakt! Dann gab es ein braai, bei dem ich zum ersten Mal „pap“ gegessen habe, den in Afrika weit verbreiteten Meisbrei. Angeblich auch bei den Weißen! Als ich Craig gegenüber erwähnte, dass ich den das erste Mal bekommen würde, obwohl ich in einer Afrikaaner-Familie lebe, meinte er: „dann müssen die vom Kap sein“, was ich mit „Eastern Cape“ bestätigen konnte. In der Provinz Gauteng scheint wohl jeder pap zu essen, in den Kap-Provinzen wohl nicht. 🙂
Gegen 21:15 strich ich die Segel, ich war todmüde.
Heute starten wir mit den „papers“ (Kurzbeschreibungen) und Vorträgen. Ich bin gespannt, was ich alles über Tierbeschäftigung erfahren werde. Unser Konferenzprogramm liest sich sehr spannend!

Katzenbeschäftigung

Gestern hatten wir „meinen“ ersten cheetah walk. Jolande hatte Glück, sie ist erst seit Montag hier und hatte mit heute bereits vier 😉 Wir beide durften die Geparden führen (soweit sich Katzen eben führen lassen :D). Plötzlich sah Ishlozi einen Ducker und schlüpfte mit dem Kopf aus dem Geschirr! Maxie und Danielle waren vorausgelaufen, um die kleine Antilope zu vertreiben – und nun musste ich sie zurückrufen, zu mir zu helfen, Ihlozi wieder richtig anzuziehen. Zum Glück war er kooperativ und ließ das alles zu, aber er trotzdem sehr aufmerksam, wo die kleine „Beute wohl verschwunden war. Das Ehepaar aus Manchester hat sich auf jeden Fall prächtig amüsiert, zumal Ihlozi später unter die Vegetarier ging und das harte Gras „abgeweidet“ hat. Vermutlich tun dies Geparde wie unsere Hauskatzen, um aufgenommenes Fell loszuwerden. Denn die Geparde verlieren derzeit ihr Winterfell.

Ab und zu niest die eine oder anderen Katze. Natürlich sind sie hier nach dem Verlust der Geparde sensibilisiert. Aber ich sehe derzeit kein Problem, zumal das Wetter täglich wechselt (Freitag kühl und feucht, Samstag heiß und trocken, heute wieder kühl und zeitweise feucht) – da niesen ja auch wir Menschen. Feline erhält derzeit ein Antibiotikum, weil ihr Immunsystem durch die erste Rolligkeit ziemlich durcheinander war und sie deutlich vermehrt nieste. Leider werden Antibiotika hier genauso schnell eingesetzt, wie man es bei uns von Tier- und Humanmedizinern kennt.
Da ich Feli-Immun mitgebracht habe (ein natürliches Immunstärkungsmittel auf der Basis von Bierhefe), hoffe ich den Katzen in dieser wechselhaften Witterung etwas Gutes tun zu können.

Louise, die Falbkatze, war so neugierig und zutraulich. Ich war alleine zur Gehegereinigung, da steckte sie ihren Kopf in den Resteeimer und hat sich auch nahe an mich herangetraut. Ich konnte sogar mit einem kleinen Stöckchen mit ihr spielen. Später hat sie sich einen kleinen Disput mit einer unseren Hauskatzen geliefert. Unser Grautiger angelte durch den Zaun nach einem Steinchen. Das fand Louise gar nicht gut, schlich sich erst an, und tatzte dann durch das Gitter nach der Hauskatze – die erschrocken zurück wich. Da sie aber nicht unbedingt klein beigeben wollte, haben sich die beiden noch eine weile angeknurrt und -gehisst, bis beide ihrer Wege gingen. Als ob sie beide nicht das Gesicht verlieren wollten. 😉

Footy war gestern sehr fotogen. Er ist in den vergangen Monaten sehr mutig geworden (meine gute Vorarbeit :D) und lässt sich tagsüber häufig sehen. So konnten Jolande und ich ihn schön fotografieren.

Gestern hatten wir zwar deutsche Gäste, aber Danielle wollte die Führung selber machen. Ich habe mich aber danach noch ein wenig mit ihnen unterhalten. Ebenfalls waren Felene und Grant nochmal auf einen Kaffee da, weil Grant beim braai seine Jacke vergessen hatte. Und sogar Mark und Jacques haben hereingeschaut, das nette schwule Paar, das ich letztes Jahr kennen gelernt habe. Leider reicht es auch dieses Jahr nicht für einen Besuch in ihrem „Karoo Theatrical Hotel“ bzw. ihrer Travestie-Show.

Außerdem haben wir nachmittags mit Ihlozi und Zintle gespielt. Ich habe ja das ganze „Katzenspielzeug“ mitgebracht (Maxie und Danielle gingen regelrecht die Augen über, als ich ihnen gestern die Sachen gezeigt habe!) und wir wollen nach und nach den Tieren die Sachen vorstellen. So starteten unsere Gepardengeschwister heute mit dem „Osterei“. Ein öffentliches (!) Fotoalbum gibt es auf meiner Facebook-Wildcatz-Seite (siehe Link rechts).

Erst 20:08, aber ich war gestern rechtschaffen müde. Ich hätte vorgestern Abend nach dem braai den Kaffee nicht mehr trinken sollen, denn der hat mich eine Weile vom Schlafen abgehalten. 😉

Heute Vormittag haben wir viel gespielt. Die „Krake“ kam bei den Servalen und bei Lea sehr gut an! Die Krake wurde von Sabine Birk gefertigt, die ehrenamtlich sehr viel „Katzenspielzeug“ für den Wuppertaler Zoo fertigt. Wir haben Diesel regelrecht müde gespielt.
Gia hat mit dem Osterei gespielt. Es stellte sich heraus, dass sie nicht so gerne „Fußball“ spielt, sondern eher ein „rugby-girl“ ist. Denn den Ball zu kicken hat sie nicht so interessiert, aber ihn mit den Händen erst ein wenig zu spielen und ihn dann zu werfen, fand sie deutlich interessanter. 😉
Leo fand die Krake toll! Sie ist in ihren Baum gesprungen, hat sie gefangen und dann angefangen, den Ball zu rupfen. Leider mussten ihr dann die Krake wieder wegnehmen, sonst wäre sie binnen kurzem kaputt gewesen. Die Krake ist also nicht karakaltauglich. 😉 Selbst Ubuntu und Upendo, die Servalmädels waren recht zerstörerisch, so dass sie lieber die Vollgummibälle bekommen. Da heute, am Montag, natürlich wieder überall an den Gehegen gebaut wird und eine Menge Lärm und Trubel ist, waren gerade die Falbkatzen nicht so entspannt wie sonst. Bei ihnen nebenan wohnt noch eine Servalin, die wohl später in ein Zuchtprojekt soll und von mir „NoName“ genannt wird. Sie lag im Nassen, da die Arbeiter (aus welchen Gründen auch immer) einen Teil Gelände unter Wasser setzen. Ihr Gehege ist teilweise überschwemmt. Da sie aber sehr scheu ist, versteckt sie sich lieber am tiefsten Punkt des Geheges, statt in der Hütte oder an einem höheren Platz zu liegen. So haben wir die Reinigungsrunde dort heute klein gehalten.

Katzenbeschäftigung

Neben den Rappelflaschen und Bällen gibt es noch mehr Möglichkeiten, die Katzen zu beschäftigen (=“enrichment“). Gestern haben die Löwenjungs einen alten Autoreifen mit „Maggi“ von mir bekommen. Aber Duftstoffe scheinen sie noch nicht zu interessieren. Auch bei unseren Hauskatzen weiß man, dass das Interesse an Katzenminze oder Baldrian meist erst in der Pubertät erwacht – wenn überhaupt, denn manche Katzen sind gar nicht an diesen Düften interessiert. Vielleicht sind Chuck und Norris einfach noch zu jung.
Für die „Vogeljäger“ (Serval und Karakal) kann man die Beschäftigung mit Rappelflaschen sogar noch verfeinern, in man sie an ein Seil an die Gehegeüberdachung hängt. Dann springen die Katzen und stupsen die Flasche an. Allerdings machen sie das nicht ganz so gern, weil sie die Flasche dann nicht „erbeuten“ können. Lieber fangen sie die Flaschen, wenn wir sie werfen und sie spielen auch selbst damit. Erstaunlich wie gerne größere und große Katzen „Lärm“ machen! 😉 Die Leoparden haben vorgestern eine Rappelflasche von mir bekommen. Nur Felix hat damit gespielt, aber sehr ausführlich! Die Flasche ist zwischenzeitlich ziemlich kaputt und platt gespielt, wird aber immer noch herumgeschleppt. Ich habe ein paar Videos gedreht, die ich aufgrund der „wahnwitzigen“ Geschwindigkeit des Internets hier jedoch leider nicht auf meinen youtube-channel („thpschaefer“) laden kann.

Den Leoparden habe ich hingegen ein wenig Eselmist ins Gehege geworfen. Huh, das war interessant! Feline hat eifrig die Duftspur untersucht und die Nase dann genüsslich in das „pooh“ getaucht! 😀

Zu gucken haben unsere Katzen jeden Tag genug, mit all‘ den Bauarbeitern, Besuchern, dem Blick in die wundervolle Landschaft, auf die anderen Katzen und die „ausgebüchsten“ Schafe, Ziegen oder unserem Esel.

Das neue Karakal-Gehege ist fast fertig. Es sieht genial aus, die beiden haben sogar eine Höhle bekommen. Diese wurde aus einem Stück Zement-Leitungsrohr, einer Maschendrahtkonstruktion, einem aufgeschütteten Erdhügel und Bruchsteinen sehr „natürlich“ gestaltet.
karakalgehege

Aus dem einen angekündigten Bus sind dann gestern drei geworden! Man muss sich das mal vorstellen: zwei Busse haben sich ein Wettrennen geliefert, denn der „erste“ ist natürlich auch zuerst mit der Tour dran. Denn auf ausgemachte Uhrzeiten kann man sich hier eh‘ nicht verlassen. Wir sind nun mal in Afrika! Das hat ja auch sein Gutes, denn wenn man sagt: „ich komme in 5 Minuten“, und es kommt etwas dazwischen (was fast immer geschieht), ist wenigstens keiner böse. 😉 So haben Maxie und ich gestern besonders vielen Besuchern unsere Katzen gezeigt und wir mussten in „Schichten“ arbeiten, denn der große Bus mit 46 Personen konnte sowieso nicht auf einmal durchgeschleust werden. Solche großen Gruppen teilt man auf und man arbeitet dann „gegenläufig“, denn das kann man unter anderem auch Ola gar nicht antun, dass so eine Menge Leute auf einmal in ihrem Gehege steht und sie streicheln will. Außerdem würden viele Besucher unsere Erläuterungen nicht verstehen können, wenn sich die Gruppe zu weit auseinander zieht. Aber jeder bekommt alle Katzen zu sehen und am Schluss kommen alle wieder zusammen.

erdmannspende
Unsere Ausbrecherkönige brauchen ein neues Gehege! Unser Bauunternehmer wird mit seinen Leuten das Gehege binnen etwa zwei Wochen komplett sanieren, neben dem Neubau der Karakal- und Löwenanlagen.
Leider wird die Sanierung des Erdmännchen-Geheges etwa 2.500 EUR kosten!!!
Könnt und mögt ihr helfen? Am einfachsten geht es per Paypal an den niederländischen Verein „Wild Cats World“, der die Spenden dann weiterleiten kann. Die Adresse für Paypal-Spenden lautet: info@wildcatsmagazine.nl Im Betreff bitte „meerkats-enclosure“ oder „meerkats“
Herzlichen Dank sagen Erdmann und -frau!!!

Heute dürfen die beiden aus dem Blech-Rondavel zu Maxie in ihren Innenhof umziehen. Seit der Springbock „bokie“ bei den Ziegen lebt, ist der kleine Garten ja „leer“.

Fütterung, Tagesablauf und "enrichment"

Schlimm für jeden, der sich mit guter Hunde- und Katzenernährung befasst und so natürlich wie möglich und gerne roh füttert: leider haben sich die Leute hier ebenso wie in Europa von der Futtermittelindustrie „einwickeln“ lassen! „Unsere“ Hauskatzen bekommen Trockenfutter! Zum Glück können sie zusätzlich noch Mäuse fangen! Selbst die kleinen Katzen erhalten nach der reinen „Milchphase“ zur weiteren Aufzucht in Milch eingeweichtes Trockenfutter…
Unsere wilden Katzen erhalten immer „lekker“ Fleisch. Wenn ich was übrig habe, gebe ich es unseren Hauskatzen, damit die auch mal was Gutes bekommen. Selbst ein Hühnerfuß wird begeistert geknurpselt! Tierpflegerin Maxie hat gerade selber zwei Hauskatzenkinder (die nicht raus dürfen, weil ihre Wohnung zu nah an der Straße liegt) und sie gibt ihnen nur Trockenfutter! Sie hat sich bei mir beklagt, dass ihre Kitten so viel sch… und die Hinterlassenschaft auch so extrem stinkt. Kein Wunder! Ich habe sie darüber aufgeklärt, dass Trockenfutter gar nicht gut ist und dass sie ihnen Fleisch geben soll – wir haben doch genug, da kann sie doch etwas abschneiden! Sie war aber ziemlich skeptisch, und so haben die Kätzchen immer noch eine Schüssel Industriemüll „ad libitum“ (zur freien Vefügung) stehen…
Merkwürdig, aber das geht vielen Raubtierpflegern in Deutschland genauso! Auch die glauben, eine Hauskatze müsste Fertigfutter erhalten. Die Futterindustrie lullt die Menschen regelrecht ein…
Unsere Futtertiere werden supplementiert mit Vitaminen und Mineralstoffen (…allerdings ist das Zeug gerade ausgegangen. Wir füttern also „ohne“, jetzt schon die zweite Woche, bis die Lieferung kommt…). Unsere Futtertiere sind aber sicher weit hochwertiger als die in Deutschland. Wir bekommen ganze Hühner von einem Hühnerhof. Hühner leben hier in Weidehaltung und bekommen nur ganz wenig Zusatzfutter und definitiv keine Antibiotika oder so. Die toten gefrorenen Hühner (es handelt sich nicht um kranke Tiere, sondern Hühner sind sehr hitzeempfindlich und sterben schnell, wenn es zu warm ist) werden einmal wöchentlich von uns abgeholt und dann bei uns weiter in die Freezer verteilt, bis wir sie brauchen. Die Hühner sind „ganz“ mit Innereien und grob gerupft (gerade an den Flügeln stehen noch die Federkiele). Wir können sie nicht ungerupft geben, weil wir sonst mit dem Gehegeputzen nicht nachkommen. Trotzdem sammeln wir täglich nach dem Füttern Federn und Federkiele ein…
Jeder Gepard bekommt ein ganzes Huhn pro Tag, ausgewachsene Servale und Karakale ein kleines Huhn jeden zweiten Tag, und die jüngeren Tiere bzw. kleinen Katzen Teile oder Beine.
Futterküche01
Unsere Futterküche. In vier Tiefkühltruhen und einem großen Kühlschrank bewahren wir das gefrorene Fleisch auf. Außerdem haben wir noch einen weiteren Tiefkühler, falls wir mal „zuviel“ Hühner bekommen. Geparden, Löwen, Leoparden und erwachsene Servale und Karakale bekommen ganze Hühner, aber für die Schwarzfußkatzen und jungen Servale müssen die Hühner zerteilt werden. Wie man sieht, gibt es einen kleinen Mitesser, aber alle Hauskatzen müssen hier sehr schnell lernen, dass sie die Schwelle nicht übetreten dürfen.

Die Geparde haben einen Fastentag pro Woche (sonntags). Die Jungtiere werden täglich gefüttert. Die Löwenkinder haben bislang jeder ein Huhn täglich bekommen, aber wir können sie jetzt umstellen auf einen Warzenschweinschenkel pro Löwe – der dann für 3-4 Tage „reicht“. Wenn sie so einen Schenkel intus haben, sehen sie aus, als ob sie eine Trommel verschluckt hätten. Schwankend wie ein Seemann torkeln sie dann erstmal durchs Gehege… 😀

Mein Tagesablauf sieht so aus:
ca. 5:30 aufstehen (also wie zuhause… ) Seit ich die Morgenfütterung alleine mache, könnte ich auch später aufstehen. Aber ehrlich gesagt liebe ich es so! So früh ist noch niemand außer mir auf dem Gelände und es ist so schön ruhig. Also raus aus den Federn, lediglich in die „Futterkleidung“ gehüllt (ich trage dazu was, was gerne schmutzig oder mit Hühnerblut besudelt werden darf) und raus. Morgens bekommen die Geparden ihre Hühner. 13 „Flattermänner“ fliegen über die jeweiligen Gehegezäune. Man glaubt es kaum: auf meine alten Tage entwickle ich noch einen richtigen „Wurfarm“! Denn manche Gehege sind mit Doppelzaun und Zwischengang abgetrennt – und da wir zu faul sind, hier ebenfalls jeweils zu öffnen und zu schließen, fliegen die Hühner über die größere Distanz beider Zäune! Geparden können ja nicht wirklich klettern, daher müssen ihre Gehege auch nicht überdacht sein. Es ist zwar bei allen offenen Gehegen E-Zaun eingearbeitet, aber der Strom ist derzeit überall aus. Wenn die Löwen gefüttert werden, erhalten auch sie ihr Fleisch morgens. Sonntags ist Fastentag für die Geparden. Sind die Löwen noch satt vom Vortag, muss man sonntags früh also gar nicht füttern und kann ausschlafen! Wenn man denn kann, ich bin ja „geeicht“ wie zuhause.
Nach dieser Fütterungsrunde starte ich meinen Reinigungs- und Wassergang. Ich nehme eine Schüssel, fülle mir im Leo-Futtergang eine Plastikflasche mit Wasser und gehe durch die Gehege der Servale, Schwarzfüßchen und unserer Karakalin Lea. So früh ist noch kein Arbeiter auf dem Gelände. Es gibt keinen Lärm, und das Licht ist zum Fotografieren schon einigermaßen ordentlich. Das ist „meine“ Zeit! Neben dem Absammeln von Futterresten („leftovers“) und „pooh“ (Kot) kann ich mit den Katzen schmusen und spielen, sie ziehen sich noch nicht aufgrund Trubel oder Hitze zurück. Ich genieße diese Morgenstunde ausgiebig, denn ich habe keine Zeitvorgabe. Danach nehme ich noch die Hühner für den nächsten Tag aus den Freezern. Meist bin ich gegen 8:00-8:15 Uhr „durch“. Dann dusche und frühstücke ich. Wenn Eileen für mich Wäsche waschen möchte, sammle ich meine Sachen zusammen und gebe sie ihr.
Nach dem Frühstück und der Zahnpflege mache ich meist ein wenig „Büroarbeit“, sprich, ich checke meine Mails, lade Fotos hoch oder blogge. Dann kommt es darauf an, wie der Besucherandrang ist. Manchmal sind meine Dienste schon früh gefragt (Touren und Shop öffnen ab 9 Uhr), manchmal später, vielleicht auch gar nicht. Trotzdem gehe ich vormittags zu Shop rüber. Wenn nicht viel zu tun ist, frage ich die Pfleger über die Katzen aus oder wir alle (Lolly, Dolla, Maxie, Jaco, ggf. Freunde oder Verwandte und ich) plaudern einfach. Wenn unser Gärtner/Hausgehilfe Ace für mich Hühner teilen muss (wir haben hier nur ein Messer und damit schaffe ich es nicht, die Brust aufzubrechen) muss ich ihn suchen und es ihm sagen, gegebenenfalls mehrmals und am besten dabeibleiben, bis es erledigt ist.
Vorgestern war so wenig zu tun, dass ich für Richard auf freiwilliger Basis etwas ausarbeiten konnte, wie man Katzenkinder besser über die ersten Monate bringt. Das ist ein Thema, das man weltweit und bei allen Katzen hat, egal ob Hauskatze, kleine oder große Wildkatze, bis zum Tiger. Vor allem in der Zeit, wenn die Kitten nicht mehr genug Antikörper aus der Muttermilch bekommen und sich ihr eigenes Immunsystem erst bilden muss, sind Katzen sehr empfindlich gegen Krankheiten. Den genauen Zeitpunkt weiß man leider nie, weil der individuell unterschiedlich ist. Und eine Impfung kann nur dann „ansetzen“, wenn die Katze schon in der Lage ist, die entsprechende Immunantwort zu bilden. Also alles nicht so einfach! Das, und die naturheilkundlichen Möglichkeiten, auf Englisch darzustellen, war wirklich eine Herausforderung. Aber zum Glück gibt es leo.org, ein tolles Online-Wörterbuch. Da sind sogar einige medizinische Begriffe gelistet.
Gegen 16 Uhr, je nach dem, wie viel mit den Touren zu tun ist, starte ich die Abendfütterung mit den Kudus und den Hauskatzen. Dann bekommen unsere Leoparden ihre Hühner (dazu müssen die Leos abgeschiebert werden, denn so nett sie zueinander sind – beim Fressen hört die Freund- und Verwandtschaft auf!) und die Schwarzfußkatzen und jungen Servale ihre Hühnerteile. Falls man aus bestimmten Gründen noch was auftauen muss (z.B. wegen eines Cheeth-Walks am Sonntag), legt man das heraus.
Gegen 18:30-18:45 gehe ich dann nochmal eine Runde. Wenn die Leos beide komplett gefressen haben, kann man sie rauslassen. Falls nicht, bleiben sie über Nacht getrennt. Auch bei den Servalen Diesel und Joy schaut man nach. Die beiden streiten sich zwar nicht, aber Diesel würde seiner Gefährtin das Futter wegnehmen. Sie bleiben also entweder über Nacht separiert – oder dürfen, wenn Joy gefressen hat, sich das gesamte Gehege teilen.
Dann habe ich Feierabend! Meist sitze ich dann am Computer, bis es Abendessen gibt. Das Abendessen ist hier die Hauptmahlzeit, weil es nicht mehr so heiß ist. Oft essen wir erst gegen 20:00 bis 20:30, weil Richard sich ja auch noch um seine Farm kümmert und oft erst im Dunkeln nach Hause kommt.
Die Tierpfleger/Guides in Personalunion haben im Prinzip denselben Zeitplan. Sie teilen sich jedoch die Arbeit auf: In der „Fütterungswoche“ füttert der eine mo-so, in der Folgewoche hat derjenige mo-di frei und der andere hat die „Fütterungswoche“. Maxie und Jaco geht es derzeit natürlich gut, weil ich die Fütterungen fast komplett mache. Lediglich die Lämmer müssen Maxie oder Jaco versorgen (wenn sie nicht gerade auf Tour sind). Denn während ich mit Jacos Zeitplan kompatibel bin (er ist ein „early bird“, und wir füttern gemeinsam ab etwa 5:45), fängt mir Maxie viel zu spät an! Sie beginnt mit der Fütterung meist erst um 7 Uhr und ist dann gerade mal zur Öffnungszeit fertig. Ich weiß ja nicht, wann sie frühstückt, aber ich möchte gerne bis 9 Uhr was im Magen haben – und natürlich die Katzen sehen.
Freitags werden von Maxie und Jaco die „Pools“ und (großen) Wasserbehälter der Großkatzen grundgereinigt und neu gefüllt und gleichzeitig die Gehege gesäubert. Und dann gibt s noch „Sonderaktionen“ wie Zeckenmittel verteilen oder Katzen in andere Gehege umsetzen.

Gestern hatten wir tatsächlich erstmals einen Bus, den ich nicht mochte… Es war eine niederländische Gruppe mit nur 20 Personen, unangemeldet, und sie blieben nie zusammen. Vor allem etwa drei Personen versuchten extrem Zeit zu schinden, und wenn die Katzen nicht so posierten wie sie wollten, waren sie sauer. Einige der Gäste wollten anscheinend auch gar nichts wissen, denn sie hörten Jaco nicht zu und „drifteten ab“, versuchten sich also selbständig über das Gelände zu bewegen. Ich hatte auch das Gefühl, wenn ich mit ihnen Englisch sprach, wollten sie nichts verstehen und verhielten sich eher arrogant. Erst auf das mit Nachdruck ausgesprochene „asseblief“ („bitte“ auf Niederländisch und Afrikaans) konnte ich die Schäflein zusammen halten. Wirklich, ich habe hier so viele nette Niederländer getroffen, aber bei dieser Gruppe war ich froh, als sie weg war. In Deutschland gibt es dazu den Spruch: „Geh mit Gott, aber geh!“
Und dann gab es dabei noch eine „Crazy Cat Lady“, eine junge Frau – sie liebt Katzen, will aber alle knuddeln… *seufz* Sie reiste wohl allein mit der Gruppe, denn ich musste Cheetah-Fotos mit ihrer Kamera machen. O.k., ich hatte mich angeboten, aber sie wurde dann gleich unverschämt. Man glaubt es kaum, sie fragte ob wir Gästezimmer hätten oder sie an der Straße im Zelt schlafen könne, um einen Cheetah-Walk zu machen. Hallo??? Schuss nicht gehört? Ich habe ihr dann mühsam klar gemacht, dass sie sich ein Bed & Breakfest und einen Mietwagen besorgen oder mit dem Taxi kommen muss. Sie wollte es unbedingt erzwingen, aber sorry, so geht das nicht. Für einen Walk muss man sich mindestens zwei Tage vorher anmelden, damit wir das organisieren können. Unter anderem, falls ein Walk an einem Sonntag ist, dass wir für Ishlozi und Zintle den Fastentag auf Montag verlegen. Außerdem beenden wir die Touren dann bereits um 16 Uhr, damit wir nach dem Walk möglichst gegen 17 Uhr zurück auf der Farm sind, schließlich müssen wir noch füttern! Und trotz Cheetah-Walk wollen die Pfleger ja trotzdem einigermaßen pünktlich Feierabend.
Zum Glück hatte ich zum Schluss noch ein sehr nettes Schweizer Pärchen. Er etwas reserviert, sie etwas offener, aber beide interessiert. Das hat mich dann mit dem Tag versöhnt.

Habt ihr schon mal was von den „Hitler-Katzen“ gehört? Es gibt tatsächlich schwarze-weiße sog. „Kuhkatzen“, die eine Gesichtszeichnung tragen, die einem gewissen „Führer“ ziemlich ähnelt. So eine haben wir tatsächlich auf der Farm! Allerdings trägt sie den Scheitel links. Leider ist sie sehr scheu… ich habe sie nur einmal gesehen, und bis ich die Kamera geholt hatte, war sie bereits wieder über die Mauer verschwunden. Damit ihr einen Eindruck habt, hier ein Link: Hitlerkatzen

Am Freitag hatte Mikhael seinen siebten Geburtstag und so gab es gestern eine große Party. Merkwürdig: hier ist es Usus, die Partys der Kinder oder Feste allgemein auf die schöne Jahreszeit zu legen. Gite hatte „im Winter“ Geburtstag, daher wurde die Party für beide Kinder gehalten. Mikhael hat zum Geburtstag von seinen Eltern ein Pferd bekommen. Ein „Farmhorse“, also ein Warmblut unbestimmter Rasse. Der Wallach hat eine auch für mich angenehme Größe, gute Hufe und ist sicher ein gutes Arbeitspferd. Hier reitet man ja nicht einfach „zum Spaߓ, sondern auf den Farmen gehört das zum Alltag.

Gestern war es so windig, dass wir zeitweise die Shoptüren schließen musste, weil sonst der Sand und Staub hereingeweht worden wäre. Auch unsere Katzen mochten den heftigen Wind nicht, sogar Gepardin Ola war gegen Feierabend hin ein wenig zickig. Aber auch diese Nach hat es nicht gewittert, dabei wäre Regen für die Farm gut.

Da ich heute früh nur unsere Spazier-Geparden füttern musste, wollte ich eigentlich lange schlafen. Hab‘ sogar gestern erstmals den Fernseher angeschaltet (Animal Planet, aber da gab es nur diesen verrückten Schlangenmann) – und bin davor eingeschlafen. Jedenfalls war ich erst gegen 22:20 im Bett, und um 5:20 wach. Umdrehen half nicht. Es ist ja auch schon längst hell um diese Zeit und man kann die Fenster nicht wirklich verdunkeln. Also raus aus den Federn… Heute früh war es noch bedeckt und schön kühl, und so hat mir einer unserer Schwarzfußkater ein wunderbares Geschenk gemacht: er war nicht in seiner Hütte, sondern lag in einer kühlen Mulde hinter einem Busch! Endlich die Möglichkeit zu guten Fotos! Natürlich hatte ich just heute die Kamera nicht mit. Aber Footie hat auf mich gewartet! Mit viel gegenseitigem Augenzwinkern unsere guten Absichten beteuernd konnte ich von ihm eine Menge wunderschöner Fotos schießen. Na, dafür steht man doch gerne „zu früh“ auf!

Am Donnerstag abend hat mich Felix beim Füttern übrigens ausgetrickst. Die Routine sieht vor, dass die Katzen separiert werden. Dann bekommen sie ihr Fleisch, sollen dies aber im „nighthouse“ fressen. Denn Leoparden schleppen die Beute ja gern hoch in die Bäume. Hier würden sie das Fleisch entweder auf die Dächer der Innengehege oder auf die Liege- und Spielbäume schleppen. Und da würden Reste munter vor sich hin rotten, ggf. eine Woche, bis zum nächsten Großreinemachen. Die Katzen kennen die Routine natürlich genau! Aber am Donnerstag war Flix zu schnll oder ich zu langsam. Jedenfalls schnappte er sich das Huhn, noch bevor ich den Schieber nach draußen schließen konnte. Und so schleppte er das Huhn ins Außengehege und hatte einen Heidenspaß damit, damit herumzuspielen und es schließlich auf dem Dach des „nighthouse“ zu verzehren. Zum Glück hat er es mit Stumpf und Stiel gefressen, keine leftovers. Und so war es gewissermaßen ein „enrichment“ (Umweltbereicherung).

Heute habe ich das erste Mal probiert, den Löwen Dufterlebnisse als „enrichment“ zu geben. Ich habe Currypulver in Spielzeuge verteilt. Solange ich im Gehege war, war ich jedoch spannender, und so habe ich noch nicht gesehen, ob sie den Geruch wahrnehmen. Sollte das Curry uninteressant sein, habe ich auch noch „Maggi“ mitgebracht. Auch das finden viele Großkatzen interessant. Aber es ist wie mit Katzenminze und Baldrian für Hauskatzen – manche „stehen“ einfach nicht drauf… 😀
Apropos „enrichment“: das kriegen die Tiere hier auf der Farm auch ganz alleine hin! Wir haben hier einen jungen Esel names „Duppy“. Und wir haben unsere Ziegenflaschenkinder, hier speziell die drei Älteren, von mir auch die „Basterds“ genannt (nach den „Inglorios Basterds“). Nach dem Sprichwort „Gemeinsam sind wir unausstehlich“ schffen es die Baterds und der Esel immer wieder aus ihren Weiden zu entkommen. Und dann spazieren sie seelenruhig zwischen den Katzengehegen umher. Na, da ist dann was los! Die Leoparden können das schönste Nickerchen machen, in dem Moment sind sie auf den Punkt am Gitter! Und unsere Geparden genauso! Ein Esel wäre sicher für einen Geparden zu heftig, aber so eine Ziege würde schon noch zwischen die Hühner passen. Und für die Leoparden ist eine Ziege eher ein Snack zwischendurch, aber von einem Esel könnte man schon ein paar Tage satt sein. Selbst unsere Löwenkinder kümmen ich in einem solchen Fall nicht mehr um die Besucher, sondern beobachten die vermeintliche „Beute“. Die Instinkte sind einfach da! Genauso wie bei unseren Hauskatzen, selbst wenn sie nie das Jagen von der Mutter gelernt haben. Zwar scheuchen wir den Esel und die Ziegen aus dem Katzengelände, aber das hilft oft nicht lang. Denn vor allem die Ziegen suchen uns, es könnte ja vielleicht Milch geben. Den Besuchern sage ich in dem Fall jedoch immer: „unsere Katzen sind nicht gefährlich für Sie – but beware of the donkey!“ Duppy ist nämlich ziemlich frech. Er schleicht sich gerne „in den Rücken“ und zwickt einen dann in den Po. Bei mir weiß Duppy inzwischen, dass ich mir das nicht gefallen lasse – ihr wisst schon: *patsch* auf die Nase… 😀

Zum Sternenhimmel hat mir einer meiner Leser (mein Kollege Tom aus der Schweiz, der mit mir am 1.12. nach Honingkrantz fährt) einen Tip gegeben: das „Kreuz des Südens“!
Das Kreuz des Südens

Stimmt, davon habe ich schon gehört, denn es ist ein bekanntes Navigationszeichen in der Seefahrt (zumindest vor Radar und GPS…). Das Kreuz des Südens sieht aus wie ein nach rechts geneigtes Kruzifix und steht, wie man es sich schon denken kann, im Süden. Vermutlich bei uns hier nicht ganz so hoch über dem Horizont. Leider geht keins meiner Fenster nach Süden raus, und so hatte ich noch keine Gelegenheit, danach zu suchen.

Gestern hat mir Maxie gesagt, dass ich die erste Volunteer sei, die Touren machen könne und dürfe! Es gab nur einmal eine junge Frau vor mir, die mal bei einer Bustour geholfen hat (gewissermaßen die Schäfchen einsammeln). Das liegt natürlich an meinem „background“. Im Regelfall sind Volunteers einfach Menschen aus aller Welt, die Katzen mögen – aber weder mit ihnen arbeiten noch entsprechend Kenntnisse haben. Deswegen waren Richard, Maxie und Jaco anfangs noch ein wenig zurückhaltend, was Touren angeht. Und man hat mir anfangs die deutschen Touren gegeben, so nach dem Motto: „da kann sie nicht so viel falsch machen“. Aber inzwischen mache ich ja auch englische Touren mit Leuten aus Europa oder USA. Vorgestern hatte ich jedoch ein älteres Paar aus Uitenhage. Also wirklich alteingesessene Südafrikaner, die aber noch nie einen lebenden Geparden gesehen hatten! Und da zeigt dann eine Deutsche Südafrikanern ihre eigenen Katzen, schon irgendwie skuril… 😀