Flöhe

… unsere Katzenfamilie hat Flöhe mitgebracht, sogar auf den Kitten hüpfen sie herum! :## Natürlich kann man den Kleinen kein Frontline geben – außerdem scheinen die Flöhe hier eh‘ immun gegen das Zeug zu sein.
Aber hier herrscht keinerlei Bewusstsein, dass Flöhe Krankheiten übertragen. :**: Immerhin hat Danielle Flohpuder und -Shampoo gefunden.
Aber ich habe im Internet recherchiert und ein paar Hausmittel gefunden, die auf Wasser und Spülmittel basieren. Hoffentlich bekommen Jolande und ich Danielle dazu, dass sie die Katzenfamilie nun täglich behandelt.

Jaco I und Zerelda waren hier! Sie haben die Schwarzfußkatze Diva zu Marion gebracht und sind nun auf dem Weg nach P.E. und Kapstadt. Dazu mussten sie in ihrer neuen Heimat Freistaat um 2 Uhr nachts losfahren. Wie schön zu sehen, dass die Katzen Jaco noch wieder erkannt haben.

Die walks gestern und heute sind ausgefallen. Gestern war es einfach zu heiß (über 35!), alle Katzen waren regelrecht genervt. Ola hat mich bei meiner Tour sogar weggeschubst. Sie hat zwar geschnurrt, aber selbst die kleinste Berührung war ihr zuviel… Zintle und Ihlozi waren nicht mal dazu zu bewegen zum bakkie zu gehen. Zum Glück hatten die Gäste Verständnis!
Heute sind die Gäste für den walk einfach nicht gekommen. Das ist das Problem, wenn die Leute nicht im voraus bezahlen müssen.

Zum Glück war es heute dann doch nicht so heiß wie angekündigt. Drückend war es trotzdem zweitweise, wenn die feuchte Luft des Meeres vorbei kam.

Ich bin so sauer auf unseren Vorarbeiter Ace. Er hätte heute noch Hühner für uns schneiden sollen (es ist schließlich Freitag und wir haben morgen keine Arbeiter). Einige waren noch gefroren. Aber statt zu schauen, ob in der anderen Wanne noch aufgetaute liegen, hat er die Arbeit einfach liegen lassen und ist verschwunden – obwohl ich ihn sogar noch erwischt habe, um ihn darauf hinzuweisen! >:-(
Außerdem haben die Arbeiter unsere Leopardin Feline so erschreckt, dass sie nicht zum Futtern gekommen ist. 😦

Heute abend gehen wir ins Lookout-Restaurant. Mal sehen, was sich dort verändert hat. Ich weiß nur, dass die Betreiber vor kurzem Großeltern geworden sind.

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Alltag…

Wie in allen Touristengebieten der Welt sind die Wochenenden „Großkampftage“. Wir erwarten einen Bus mit 25 Personen (nächste Woche soll sogar einer mit 44 Personen kommen!). Und das sind ja nur die angemeldeten Gruppen, ansonsten geht es eben los wenn Gäste da sind.
Daher heute nur ein paar Schnipsel aus dem Alltag bzw. das was ich bereits gestern „vorgeschrieben“ habe (wir haben gestern recht früh zu Abend gegessen, daher war ich schon um 21 Uhr zurück).

Südafrikaner sind handy-verrückt! Alle Weißen haben Blackberrys oder ähnlich teure Smartphones. In Relation gesehen sind die Blackberrys hier nicht so überteuert wie bei uns. Was mich ein wenig stört: die Menschen simsen unentwegt! Auch beim Essen, im Restaurant, parallel zu einer Unterhaltung, selbst wenn der SMS-Empfänger im Nebenrum sitzt… Was auf mich störend und unhöflich wirkt, ist hier völlig normal! Ob sie die Telefone auch noch mit ins Bett nehmen? 😀

Dafür sind die Kinder (zumindest Gita und Mikhail) gut erzogen. Lolly sagte, sie würde die Touristenkinder schon daran erkennen, dass sie sofort nach Waren grabschen. Im Shop gibt es z.B. Candy-Packungen mit einer Plastikmaske. Die Ausländerkinder (hier scheinen die Europäer den Amerikanern in nichts nachzustehen) greifen sofort nach den Masken und setzen sie auf! Und die Eltern sagen nichts dazu. Ein südafrikanisches Kind würde nie in einem Shop irgendwelche Dinge anfassen! Außer die Waren werden tatsächlich gekauft. Auch sonst ist der Erziehungsstil hier noch recht strikt, da gibt es schon mal eine äußerst klare Ansage!

Na, ein Glück, dass ich meine mitgebrachte Shorts noch nicht an hatte! Alles was kürzer ist als eine Bermuda, schickt sich für Frauen nicht! Selbst Maxie und Dolla würden nie in Shorts rumlaufen, das tun nur Flittchen und Ausländerinnen. 😉

Drei unserer Flaschenkinder sind verkauft worden, ein weiteres ist gestorben. Und wir haben eins, das auf dem rechten Vorderbein humpelt und keiner weiß warum. Das Zicklein trinkt aber gut und kommt zurecht. Ob für so ein Lamm ein Tierarzt geholt wird? Wird sich wohl am Montag weisen.

Wir haben mitnichten Sommer! Obwohl ich mich mittags ziemlich „tot schwitze“, ist das noch gar nichts. Im richtigen Sommer (Januar/Februar) wird es hier unerträglich, das sagen sogar Maxie und Jaco – nun, die arbeiten ja auch den ganzen Tag draußen! Dieses Jahr hatten sie bis zu 52°C im Schatten (da wurde dann auch im Fernsehen davor gewarnt, rauszugehen oder Sport zu treiben)!!! Und da die Daniell Farm so nahe an der Küste liegt, ist es keine trockene Hitze, sondern recht schwül. Ich singe da nur „like ice in the sunshine…“

Das Einzige was hier wirklich leidet sind meine Hände! Als Schreibtischtäter ist man es einfach nicht gewohnt, so zuzupacken (obwohl die körperliche Arbeit an sich nicht schwer ist, denn für ganz groben Dinge hat man ja die Arbeiter). Jedenfalls bekomme ich noch täglich Kratzer von Schlössern, klemme mir Haut an Torriegeln oder ratsche mir die Fingergelenke an irgendwelchen Metallteilen auf. Aber die Schwielen wachsen. 😉

Schwache Lämmer bekommen Kaffee! Dazu einen Teelöffel löslichen Kaffee und einen Teelöffel Zucker mit etwa 20 ml warmem Wasser aufgießen. Das wirkt wie ein „boost“!

Jeder von uns kennt Springböcke aus dem Fernsehen oder Zoo. Unser Kalb ist dunkelbraun! So habe ich gefragt, wann es die Farbe wechselt. Gar nicht! Außer den „normalen“ gibt es weiße, schwarze, die dunkelbraunen und sogar kupferfarbene!

Am Donnerstag habe ich zum ersten Mal „Biltong“ gegessen. Das ist ein gewürztes Trockenfleisch aus einer jeweiligen Wildart, das in ganz feine Stückchen geschnitten und als Snack gegessen wird. Und Mittwoch Abend gab es „Boerewors“ (Burenwurst). Auch „lekker“ und hat die Konsistenz etwa wie „Cevapcici“.

Auch in Südafrika ist Autokauf Vertrauens- oder Glückssache. Jaco hat neulich einen Gebrauchtwagen von privat gekauft und ist übers Ohr gehauen worden. Jetzt leckt der Motor und der Vorbesitzer hat natürlich von nichts gewusst… 😦 Jetzt müsste Jaco umgerechnet etwa 2500 EUR reinstecken, weil er einen gebrauchten Austauschmotor aus Kapstadt hierher liefern lassen müsste. Lohnt natürlich nicht! Nun möchte er die Karre gerne loswerden, aber er ist ein ehrlicher Mann und sagt den Mangel, und daher will ihm keiner einen einigermaßen reellen Preis zahlen. So hat Jaco eh‘ schon ein dickes Verlustgeschäft. Dazu kommt, dass er keinen Kredit für einen Autokauf bekommt, weil er seinen Lohn nicht überwiesen, sondern von Richard „bar auf die Kralle“ bekommt. Kredite gibt es aber nur, wenn man einen regelmäßigen Gehaltseingang auf dem Bankkonto hat. Da nützt es auch nichts, wenn er das Geld nach Erhalt einzahlt… Blöd. 😦 Das Ganze beschäftigt ihn sehr und zieht ihn ziemlich runter. Denn wir sind hier wirklich auf dem Land, ohne Auto geht gar nichts! Und seine Frau braucht ihr Auto ja selbst, um zur Arbeit nach Kirkwood zu fahren.

Kennt ihr den Film „Duma“? http://en.wikipedia.org/wiki/Duma_(film)
Die Geschichte über einen Jungen und einen Geparden wurde hier und mit „unseren“ Geparden gedreht! Leider leben die beiden Gepardenbrüder (die beide diese Rolle gespielt haben) nicht mehr, aber sie sind ziemlich alt geworden.

Wir haben auch zwei Erdmännchen hier! Beides Waisenkinder, und das Männchen ist sogar eine Handaufzucht. Meine Güte, sie sind einfach süß! Außer wenn sie Fleisch oder Insekten bekommen… 😉

Manchmal rumpelt es nachts auf dem Dach „wie eine kleine Herde Elefanten“! Das sind dann unsere Hauskatzen, die sich dort ein Rennen liefern. Der Grund für das Geräusch? Die Häuser sind mit Wellblech gedeckt! Sogar das Haupthaus, hier aber jedoch in schickem Grün. 😉 Wie mag das klingen wenn es hier regnet?

Ob es so eine gute Idee ist, unser Springbock-Kalb ausgerechnet gegenüber einem Gepardengehege unterzubringen? Ishlozi schaute jedenfalls sehr interessiert, schließlich sind Springböcke und Impalas die Hauptmahlzeit der Geparden im „veld“. Maxie hat das Kalb bislang in ihrem eigenen Innenhof aufgezogen, jetzt darf es zu den Ziegen.

Es werden hier zwei Schafrassen gehalten: Fleischschafe und Mohairschafe, deren Wolle verwendet wird. Die Mohair sind sehr imposant, jedoch habe ich sie nur vorgestern kurz gesehen, als sie gezählt und gegen Parasiten behandelt wurden. Ziegen und Schafe werden normalerweise draußen im veld gehütet und nur nachts zum Schutz vor Fressfeinden in Gehege getrieben.
ShaunAndreaHilfe

Unsere Leokinder sind sehr aktiv. Sie lieben es, zu „stalken“, einem also aufzulauern und dann mit großen Sätzen (noch!) spielerisch gegen das Gitter zu springen.

Zum Frühstück gehe ich ja ins Haupthaus und Eileen bereitet es für mich zu. So komme ich natürlich täglich mit der Hausangestellten ins Gespräch – vor allem ohne den „Baas“ (Boss/Chef). 🙂 Sie erzählt mir das eine oder andere über die Arbeitsbedingungen, und da erscheinen selbst unsere prekären Dumpinglöhne noch „fürstlich“. Das heißt nicht, dass es hier auf der Farm schlecht ist (!), denn es ist auf allen Farmen der Region ähnlich. Und manche Bosse sind richtig übel, dagegen ist Richard wohl noch ein großzügiger Arbeitgeber. Eileen erhält etwa 1.500 Rand Lohn im Monat, das entspricht etwa 170 EUR. Außerdem Arbeitsschürzen (und abgelegte Kleidungsstücke der Hausherrin), Kost und Logis. Sie selbst hat es noch gut getroffen mit ihrer Unterkunft, weil sie eine bessere Bildung hat, drei Sprachen spricht und eben die Maid ist. Die Arbeiter leben zu mehreren in einer Hütte, haben keinen Strom, nur Kerzen und müssen auf dem offenen Feuer kochen. Sie dürfen sich „leftovers“ aus der Küche holen – und Innereien der Hühner, die wir an die Katzen verfüttern. Eileen arbeitet für den o.g. Lohn regulär 10 Stunden am Tag montags-freitags. Eigentlich hätte sie zusätzlich Anspruch auf Ãœberstundenvergütung, aber das ist so eine Sache für sich. Und eigentlich stünde ihr was zu, wenn sie uns Volunteere mit betreut (wir bekommen ja Kost, Logis und Wäsche), aber das geschieht auch eher… nicht. Unsereins ist ja nicht gewohnt, Hauspersonal zu haben, und man weiß dann auch nicht so recht, wie man sich gegenüber den Menschen verhalten soll. Fraternisiert man zu sehr, könnte einem der Boss das ja auch übel nehmen. Richard ist sehr strikt, „zitiert“ auch mal Leute heran, wenn etwas nicht ganz in seinem Sinne ist. Also lieber ein wenig Zurückhaltung! So fragte mich Eileen heute, was ich ihr denn zahlen würde, wenn ich hier leben würde… Ähm, keine Ahnung? Konnte ich natürlich so nicht sagen! So habe ich geantwortet, ich würde zahlen, was mir das Arbeitsamt als angemessenen Lohn für Hausangestellte nennen würde! Puh, o.k., raus aus dem Fettnapf, denn mit dieser Antwort konnte ich nichts verkehrt machen. 😉 So schlecht kann der Job hier auch gar nicht sein, denn sie hat diese Woche den contract verlängert. Hausangestellte werden werden immer für ein Jahr eingestellt.
Aber natürlich hat Eileen heute von mir ihr „tip“ für diese Woche bekommen. Das gehört sich einfach, finde ich. 100 Rand sind eigentlich ein wenig zuviel (man stelle sich das mal vor!), aber ich lerne ja auch viel von ihr. Und so soll sie dieses Geld ruhig bekommen, zumal sie gerne ein Lebensversicherung abschließen möchte und dafür 20 Rand anzahlen muss. Ich hoffe nur, ich mache dafür für künftige Volunteers nicht die Preise kaputt – so peinlich das auch klingt.

Mit den schwarzen Arbeitern tatsächlich so eine Sache: man muss wirklich hinterher sein, dass sie die aufgetragene Arbeit auch machen! Zum Beispiel sollte Ace heute drei Hühner vierteln, so dass ich fürs Wochenende genug Futter für die jungen Servale habe. Diesen ‚Auftrag habe ich ihm vormittags gegeben. So gegen 16:30 wollte ich anfangen zu füttern, also mussten auch diese Hühnerteile bereit sein. Prinzipiell kann ich ja selbst Hühner teilen, aber es gibt nur ein einfaches Messer, keine Geflügelschere oder so. Und die Brust bekomme ich lediglich mit einem Messer nicht geteilt. Jaco meinte, ich solle lieber mal nachschauen, ob Ace das gemacht hat. Ich also Richtung Futterküche (die heute übrigens vor dem Wochenende mal gründlich geputzt wurde…) und sehe Ace im Hof. Also fragte ich ihn, ob er es gemacht habe und er antwortete „Yes Ma’m!“ Weil ich aber eh‘ am Tor stand und lieber auf Nummer Sicher gehen wollte, schaute ich nach… nein, die Hühner lagen im Bottich, wie ich sie morgens hineingelegt hatte. Ace hatte sich in der Zwischenzeit mit einem anderen Mann Richtung Weide begeben, wo sich die Männer eine kleine Kaffeehütte gebastelt haben. Ich hinterher, und als die Männer mir mit dem Kaffee wieder entgegen kamen, habe ich Ace höflich, aber bestimmt gebeten, es JETZT zu tun – „weil ich ja auch meinen Job machen muss“! Etwas widerwillig ging er mit mir zur Futterküche und ich bin auch lieber dabei geblieben, falls er vielleicht nur die halbe Arbeit macht. Natürlich nicht ganz so auffällig, ich habe ein paar Hühnerteile im Kühlschrank umgeräumt und so… Als ich wieder bei Jaco war, habe ich ihm die Geschichte erzählt und er meinte „na, was habe ich dir gesagt?“ Ist also alles so eine Sache… :-/

Kinder sind für die Xhosa ein großer Schatz, auch als „Altersvorsorge“. Eileen hat zwei Kinder geboren, aber sie leben nicht mehr. Das ein starb mit wenigen Monaten, das andere mit einem Jahr. Leider kann ich gar nicht einschätzen, wie alt sie ist. Einerseits wirkt sie noch jung, hat aber viel Lebenserfahrung. Sie ist nicht verheiratet, aber bei den Erfahrungen, die sie hat,,, einer ihrer boyfriends hat sie sogar geschlagen. Von ihrem jetzigen möchte sie unbedingt ein Kind, weil sie wenigstens EIN „lebendes“ Kind haben will, aber der Mann ist auch nicht gerade ein Ausbund an Beziehungsfähigkeit, daher will sie ihn auch nicht heiraten.