Was für ein Tag!

Zunächst habe ich mir am Flughafen tatsächlich eine Kamera gekauft, eine Nikon Coolpix 520 mit 42-fach optischen Zoom. Es ist das neuere Modell der Kamera, die Tom letztes Jahr bei sich hatte und die ich für die Optik und die Fotos sehr bewundert habe. Ich hätte ja gerne wieder eine Lumix gehabt, aber die gab es nicht. Da der Rand so schwach steht, ist der Umrechnungskurs günstig, außerdem bekomme ich vor Abflug noch einen tax refund in Höhe von 14%.

Gegen 11:30 begab ich mich dann zum Ankunftsgate, um den Fahrer und möglichst die Konferenzgruppe zu finden. Um 12 Uhr sollte der Transfer stattfinden. Wenn man sich nicht kennt, ist das natürlich schwierig. Die Fahrer trugen alle Schilder mit den Namen ihrer Gäste oder der Reisegesellschaft bei sich. Aber ich konnte kein Schild für unsere Konferenz entdecken. Da ich einen jungen Mann etas verlore herum stehen sah, habe ich ihn einfach angesprochen – und siehe da, Miklos aus Ungarn war ebenfalls ein ICEE-Teilnehmer. Da drehte sich eine junge schwarze Frau um: Blessi aus Nigeria gehörte ebenfalls zu uns. Na immerhin, jetzt konnten wir zu dritt warten. Aber es tat sich nichts. Richtig neidisch wurden wir, als sich gegen 13 Uhr eine größere Gruppe auf den Weg machte, deren Fahrer ein Schild „Ulysses“ trug. Gegen 13:30 hatte ich dann den „Papp auf“ (wie man im Rheinischen sagt) und habe meinen beiden .Kollegen gesagt, dass ich jetzt eine Möglichkeit suchen würde, auf uns aufmerksam zu machen. Direkt am Gate gibt es einen Schalter der Tourist Information. Dort traf ich auf eine indisch-stämmige Dame, die fast der „Schlag traf“, als ich ihr von unserer Misere erzählte. Sie hatte nämlich die vorherige Gruppe mit dem Ulysses-Fahrer zusammen gebracht. Denn das waren unsere Kollegen gewesen! Der Fahrer hatte seelenruhig einen Kaffee getrunken und lediglich sein Firmenschild dabei. Ulysses ist nämlich eine Personentransportgesellschaft, die vor allem Safarigäste in die verschiedenen game reserves und Parks bringt. Natürlich hatte uns niemand gesagt, dass wir von Ulysses abgeholt werden würden! Na toll. Die Dame am Info-Schalter konnte natürlich nicht wissen, dass wir drei zur selben Gruppe gehörten. Aber sie machte nun alles möglich, was in ihrer Macht stand. Und das war eine Menge! Sie brachte erstmal die Nummer vom Zoo heraus, weil dort ja unsere Ansprechpartne waren. Dort konnte man uns nicht weiterhelfen, weil unsere Konferenzorganisatoren ja bereits in der Lodge waren. Aber sie konnten immerhin bestätigen, dass Ulysses unseren Transfer durchführte. Also hat die Dame bei Ulysses direkt angerufen und die Lage vorgetragen. Als „Sprecherin“ der Gruppe habe ich dann mit der Managerin gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass es wirklich sinnvoll gewesen wäre, wenn der Fahrer zumindest ein Konferenzschild getragen hätte! Erst wollte mich die Dame vertrösten, dass ja um 18 Uhr noch ein Bus fahren würde – aber da wurde ich dann wirklich ungehalten. Wir warteten ja nun bereits zwei Stunden (außerdem waren wir alle drei bereis vormittags am Flughafen angekommen und entsprechend lange auf den Beinen)! Nach etwas hin und her versprach sie dann, sich um einen Transport für uns zu kümmern, in etwa 45 Minuten würden wir abgeholt.
Daraus wurden dann 75 Minuten. Um 14:12 sagte ich zu Blessi, dass ich dem Fahrer noch drei Minuten geben würde, dann würde ich nochmals bei Ulysses anrufen lassen. Als ich gerade losgehen wollte, kam der Fahrer auf uns zu, mit einem großen Schild ICEE 2013 und dem Ulysses -Zeichen. Er hätte noch in einen Shop etwas besorgen müssen, daher sei er später dran. Arghh… aber o.k. Wir vier also zum Auto, und als wir auf der Autobahn waren, merkten wir, was der Fahrer wohl besorgt hatte: eine kleine Anfahrtsbeschreibung zur Kwalata-Lodge, denn augenscheinlich wusste er nicht mal, wo wir hin mussten!
Da um 17 Uhr ein erster game drive starten sollte, wollten wir natürlich möglichst vorher ankommen! Tatsächlich waren wir nach einer guten Stunde da!
Aber kein game drive, da ein Teil der Teilnehmer erst mit dem Bus um 18 Uhr kommen würde, hatte man umorganisiert.
Aber wenigstens endlich da! Ich würde das Zimmer im chalet mit Heather teilen (die allerdings, Stand heute früh, nicht eingetroffen war). Außer uns scheinen derzeit kaum andere Gäste in der Logde zu wohnen. Sie ist allerding auch speziell auf Konferenzen und Feiern ausgelegt.
Die Kwalata-Lodge liegt eingebettet ins Dinokeng Game Reserve, in dem die „Big 5“, aber auch viele andere Tierarten leben. Es scheint eine Menge Vögel zu geben, deren verschiedenartige Laute einen die ganze Zeit begleiten. Die chalets ähneln Reihenhäusern mit etwa 10 Parteien. Wie schön, ich wohne in einem „Reihen-Endhaus“ mit freiem Blick ins veld – und auf den Wildzaun, da hier auch etwas „unangenehmere“ Zeitgenossen herum laufen. 😉
In der Bar konnte man sich schon mal mit einigen anderen der insgesamt über 70 Teilnehmern bekannt machen. Dabei fanden sich dann schnell die „Katzenleute“. Ein junger deutschstämmiger Forscher, der demnächst in der Forschungsabteilung des Pretoria Zoo anfängt und eine amerikanische Zookuratorin arbeiten viel mit Geparden, und so hatten wir gleich Gesprächsstoff. 😉
Aber auch sonst sind interessante Leute hier: Zootierpfleger, Forscher, Tierärzte, Kuratoren, Trainer, Gehegearchitekten und -gestalter… ein breites Spektrum an Wissens- und Fachgebieten. Auch von den Arbeitsgebieten sehr breit gestreut: von Walen und Delfinen über Bären, Katzen, Elefanten etc. Und ich, die kleine Tierpsychologin aus Deutschland mit ihren afrikanischen Katzen im Spotted Cats Conservation mittendrin!
Als die letzten Teilnehmer eingetroffen waren, startete unser Abendprogramm. Wir wurden in der boma von Craig, Leiter des National Zoo Gauteng (Pretoria) informell willkommen geheißen. Dann hat uns eine Musical-Compagnie einen Ausschnitt aus ihrem Stück „Africa Adventure“ gezeigt, in dem die schwarz gekleideten Schauspieler mit Handpuppen die verschiedenen Tiere darstellen. Im Stück scheint es wohl insgesamt um eine Liebesgeschichte zweiter Nashörner zu gehen. Ein sehr schöner Auftakt! Dann gab es ein braai, bei dem ich zum ersten Mal „pap“ gegessen habe, den in Afrika weit verbreiteten Meisbrei. Angeblich auch bei den Weißen! Als ich Craig gegenüber erwähnte, dass ich den das erste Mal bekommen würde, obwohl ich in einer Afrikaaner-Familie lebe, meinte er: „dann müssen die vom Kap sein“, was ich mit „Eastern Cape“ bestätigen konnte. In der Provinz Gauteng scheint wohl jeder pap zu essen, in den Kap-Provinzen wohl nicht. 🙂
Gegen 21:15 strich ich die Segel, ich war todmüde.
Heute starten wir mit den „papers“ (Kurzbeschreibungen) und Vorträgen. Ich bin gespannt, was ich alles über Tierbeschäftigung erfahren werde. Unser Konferenzprogramm liest sich sehr spannend!

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