Eine Woche…

…ist es nun schon her, dass ich Afrika verlassen musste. Ein Kontinent, der mir so viel gibt!
Und trotzdem bin ich schon wieder vollkommen „zurück“, in der deutschen Betriebsamkeit und mit vollem Terminkalender… Wie gerne hätte ich mir das „Afrika-Gefühl“ etwas länger bewahrt, aber diesmal scheint es mir nicht zu gelingen.

Gute Nachrichten von den Katzen!
Leas Füßchen ist wieder heile. Leider war die Wunde nach meiner Abreise doch schlimmer geworden, und die Karakalin musste eine kleine Naht mit zweio Stichen bekommen. Vielleicht hat sie sich beim Beutefang verletzt? Aber nun ist alles wieder gut.
Auch Beautys „Knickohr“ hatte keine schlimmen Ursachen. Wie ich bereits auf meinen Fotos gesehen hatte, hat sie sich wohl nur einen Halm Heu (aus dem Nest im Schlafhaus) ins Ohr gepiekst. Nun sind beide Ohren wieder spitz! 😉

Gerne möchte ich nochmal auf meinen Kalender hinweisen, den ihr natürlich nun wieder bestellen könnt – schließlich kann ich jetzt wieder für den Versand sorgen! 🙂

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Der Herbst kommt…

… in Deutschland!
Gestern im Anflug auf Düsseldorf sah ich das bunte Laub der sich langsam auf die kalte Jahreszeit vorbereitenden Bäume. Das ist ein Anblick, den ich aus Afrika nicht kenne! Wie grün und ausreichend mit Wasser versorgt die Landschaft doch erscheint… im Gegensatz zur trockenen „veld“- und Savannen-Landschaft in Afrika. Nicht zu vergleichen – beides ist schön! Letztes Jahr war ich sehr verzweifelt, im kalten, nassen und grauen Deutschland gelandet zu sein. Dieses Jahr war es freundlich, sogar die Sonne zeigte sich – und es war 20° warm! Nicht kälter als an einem der wenigen „chilly“ Tage, die wir auf der Farm hatten. 😉

Meine gestrigen Notizen (am Flughafen London-Heathrow):
Gestern hatte wir einen weiteren interessanten Tag. Der Abschlussvortrag warf die philosophische Frage auf, ob man tierisches und menschliches Bewusstsein vergleichen kann, soll oder muss. Prinzipiell sind wir Menschen ja auch nur Tiere. Alex Antonites (Professor für Philosophie an der Pretoria Universität) beschrieb das Thema von den neurophysiologischen, biologischen und philosophischen Ansätzen her. Letztlich muss sich jeder selbst eine Meinung bilden, wie viel Tier im Menschen und wie viel Mensch im Tier steckt – und unsere eigenen Konsequenzen daraus ziehen. Schwere Kost, doch spannend und hoch interessant. Überhaupt hat das Gehirn noch eine Menge zu verarbeiten. Soviele Eindrücke, Ansätze, Ideen und auch Bedenken (z.B. ist enrichment immer für das Tier gedacht oder wollen wir uns als Menschen nur das schlechte Gewissen nehmen, wenn wir Tiere in Gefangenschaft halten)?
Zum Glück kann ich mein Kongressprogramm mit den „abstracts“ (Zusammenfassungen) und meine Notizen durcharbeiten. Außerdem bekommen wir noch eine Unterlagen im Nachgang. Es wird eine dropbox eingerichtet, aus der wir Unterlagen und Fotos herunterladen können.
Wie schade, dass ich nicht zum abendlichen ofiziellen „closing“ und dem Galadinner bleiben konnte. „Fre“ Hurley, eine Fachtierärztin für Kleintier-Verhalten aus Pretoria hat Hilda (eine ungarisch-amerikanische Biologin, die mit Jane Goodall zusammenarbeitet, um Lebensbedingungen für Schimpansen weltweit zu verbessern!) und mich zum Flughafen mitgenommen, da sie eh‘ in der Nähe wohnt. Das hat dem Orga-Team die Sorge und Arbeit genommen, uns beide neben der Vorbereitung des Abends auch noch fahren zu müssen. Auf der Fahrt konnten wir drei uns noch intensiv unterhalten, da Fre und mich die Arbeit mit den Schimpansen interessierte. Aber wir haben auch über Tierschutzaspekte allgemein gesprochen, z.B. gibt es auch in Südafrika „puppy mills“ (Vermehrer von Hunden und Katzen) und die daraus resultierenden Probleme. Fre hält vier Hunde, Hilda mehrere Katzen, alles Tierschutzfälle – Tiere, die keiner (mehr) wollte beziehungsweise „resozialisierte“ Streuner.

Konferenztag II und III

16.10.2013
Was ich an internationalen Konferenzen liebe, ist ihre Vielseitig- und Ungezwungenkeit. Man diskutiert und unterhält sich mit den unterschiedlichsten Menschen, die ins verbindet – die Liebe zu den Tieren und dem Wunsch, ihnen das Leben in menschlicher Obhut wirklich lebenswert zu gestalten. Wir hatten gestern wunderbare Vorträge und Präsentationen, auch über eher unbekannte Arten wie den Tasmanischen Teufel. Faszinierend fand ich Beschäftigung für Reptilien! Liezl aus dem NZG stellte enrichment für Bartagamen vor (Katzenspielzeug!) – das werde ich zuhause gleich ausprobieren! Wir haben aber auch her philosophische Fragen behandelt, wie zum Beispiel, was Verhalten überhaupt ist und welche Verhaltenskomplexe man unterscheidet. Vieles war mir nicht unbekannt, ich bin also gut im Thema. Aber natürlich muss man auch die Teilnehmer mitnehmen, die noch nicht soviel Erfahrung haben. Der head-ranger des Dinokeng game reserve stellte uns das riesige Projekt vor, das Dinokeng darstellt und das weiter wachsen soll. Aber auch die Schwierigkeiten, weil sich der Park inzwischen über drei Provinzen ausbreitet, in denen jeweils andere Regularien über Tierbesatz, Umgang mit den Landbesitzern etc. herrschen.
Wie schön, so einen Tag, der aus „Essen und Sitzen“ besteht (wie ein englischer Kollege bemerkte), mit ein paar Runden im Pool ausklingen zu lassen. Auf der Daniell Farm war ich ja mal wieder nicht zum Schwimmen gekommen.
Die meisten nutzen die zweieinhalb Stunden zwischen Konferenz und Dinner zur Fertigstellung ihrer Präsentationen. Das verwundert mich ein wenig. Leider habe ich ja erst dieses Jahr die Fotos zum Katzen-Enrichment auf der Daniell-Farm, so habe ich kein „paper“ erstellt, Poster oder eine Präsentation erstellt. Schade eigentlich, denn ich könnte jetzt durchaus so manches beitragen! Aber im Falle des Falles wäre mein Vortrag sicher schon vor der Konferenz fertig gewesen.
Heute wurde verraten, dass die nächste Konferenz 2015 in Beijing stattfinden wird. Mh… das wird für mich wohl eher nicht klappen. Aber es gibt nächsten März eine kleine Konferenz englischer Zootierpfleger, bei der es auch um Tierbeschäftigung geht. Vielleicht wäre das etwas… 😉
Das abendliche Dinner war wieder voller netter Gespräche. Die Welt ist ja klein, so habe ich Lisanne getroffen, die unsere Leopardin Feline aufgezogen hat! Und ich konnte verschiedene Leute auf das SCC und die Daniell Farm aufmerksam machen. Liezl will z.B. im November nach P.E., da wird sie mal bei „uns“ vorbeischauen. 😉

In Gauteng blühen bereits die Jackaranda-Bäume! Darauf werden sie in Eastern Cape noch eine Weile warten müssen, letztes Jahr haben sie dort erst im November/Dezember geblüht. 😉
Gestern hat sich auch das Thema der Rückfahrt geklärt. Einer der Konferenz-Orgas wird Heather und mich am Freitagabend zum Flughafen fahren, da unsere Flüge zu einer ähnlichen Zeit gehen.
Heather ist dann übrigens doch nicht bei mir eingezogen. Denn wir hatten beide ursprünglich Einzelzimmer gebucht, und es hat sich noch eins für sie gefunden (und ich musste nicht umziehen). 😉

Der Tag startete früh, mit einem game drive! Verhalten in der Wildnis zu beobachten und das Gesehene für das enrichment in Zoos umzusetzen, ist eins der Ziele dieses Mittwochs.
Gesehen haben wir Gnus, Zebras, Kudus, Breitmaulnashörner, red hartebeest, Giraffen, Warzenschweine, Strauße, Frankoline, verschiedene „fliegende“ Vögel wie z.B. Hornraben, Baumhörnchen und Büffel. Ein Büffel hatte eine große Wunde am Hintern. Zuerst dachten wir, dass es vielleicht der verfehlte Angriff eines Löwen gewesen sein könnte. Aber Peter Apps meinte, dass er sich vermutlich nur leicht irgendwo gekratzt/verletzt hat, aber die Vögel (die die Büffel sonst parasitenfrei halten) an der frischen Wunde herum gepickt und sie somit vergrößert haben.
Leider hatten wir keinen guten Fahrer, denn laut seiner Aussage führte der Fluss kein Wasser (deswegen ist auch nicht hingefahren) und er hat auch nur ein Wasserloch gefunden, in dem noch etwas Wasser war (es hat hier zuletzt am 10.10. geregnet). Eine andere Gruppe war am Fluss, der ordentlich Wasser führte und sie hatten sogar drei „gefüllte“ Wasserlöcher. Aber der game drive war trotzdem sehr schön. Vor allem die Rhinoherde war beeindruckend! Man beginnt hier, die Hörner zu schützen, in dem man Gift injiziert, das auch die Hörner verfärbt. Es sind aber noch alles Nashörner damit „präpariert“, weil man abwarten muss, ob sich die Farbe auf das Verhalten auswirkt.

Die neue Kamera hat sich schon bewährt, ich konnte schön die Tiere heranzoomen, 42x optisch hat schon was… 😀
Dafür nerven mich die Computer- und Internetprobleme. Den Blog-Text schreibe ich ja offline. Das geht aber nur in meinem chalet oder wenn ich im Konferenzraum das Internet abschalte. Warum auch immer: habe ich hier WiFi und Open Office gleichzeitig geöffnet, stürzt Open Office ab (die Probleme hatte ich auf der Farm nicht). Das WiFi funktioniert nur im Konferenzraum – und auch nur, wenn die Orga ein paar Gig Datenvolumen gekauft hat. Derzeit sind wir mal wieder off, weil die 2 Gig verbraucht sind.

Nach dem game drive haben wir über das gesprochen, was wir gesehen haben und was wir daraus für die Zootiere machen können.
Wir haben über Höhlen und Komfortzonen gesprochen, z.B. Sand- und Schlammbäder, Hackschnitzel etc. Auch dass es nicht gut ist zuviel zu reinigen, da man damit Duft-, Urin- und Kotmarken entfernt, die die Tiere natürlich wieder auffrischen müssen. Zumal diese Marken in Gefühl von Zuhause vermitteln, und das Entfernen die Tiere somit stresst.
Auch die Bereicherung durch Gemeinschaftsanlagen war Thema. Denn in der Natur leben viele Tiere zusammen. Warum also z.B. Antilopen und Nashörner nicht vergesellschaften, zumal di Tire durch das Zusammenlegen von Gehegen mehr Platz haben! In einem indischen Zoo leben sogar Löwen und Hirsche zusammen! Die Population wird zwar kontrolliert, aber es hat sich ein Gleichgewicht zwischen Pflanzen- und Fleischfressern eingestellt.
Danach haben wir uns mit dem „Point of view“ beschäftigt: wie sehen die Tiere uns und wir die Tiere! Auf Tiere herabzusehen zeigt wenig Respekt für die Mitgeschöpfe! Und schöne Versteckmöglichkeiten schaffen, die trotzdem für die Besucher einsehbar sind.

Um 17 Uhr hatte ich dann meinen zweiten game drive. Man konnte Mittwoch, Freitag und Samstag jeweils einen optional dazu buchen, bei mir klappte natürlich nur der Mittwoch, da ich am Freitag den Flieger nach Deutschland nehmen muss. Das Technikpech blieb mir treu. Da ich die Batterie der Kamera nicht nachgeladen hatte, war nach etwa 20 weiteren Aufnahmen Schluss. Leider hatte der Fotoladen am Jo’burg-Airport keine Ersatz-Akkus, sonst hätte ich gleich einen mit gekauft. So bleiben die Eindrücke eben im Gedächtnis. 😉
Wir haben uns nach dem Büffel erkundigt. Er wird am Donnerstag „gedartet“ (Betäubungspfeil) und dann behandelt. Die Wunde stammt wohl von Zecken – und dazu würde dann passen, dass die Vögel weiter an der Haut gepickt haben. Die Büffel kommen aus einer Gegend, in der es nicht so viele Zecken gibt. Die Tiere müssen sich also erst an den Parasitendruck anpassen. Laut unserem Fahrer ist ein weiblicher Büffel ebenfalls betroffen und wird daher ebenfalls behandelt.
Bei diesem game drive haben wir nun auch Perlhühner gesehen. Die Giraffen konnten wir nicht beobachten, ansonsten war die Fauna genauso wie am Morgen vertreten. Ein Sonnenuntergang in Afrika ist immer wieder etwas Besonderes. Die Sonne fällt geradezu vom Himmel und färbt diesen vorher noch wunderschön ein. Besonders eindrucksvoll war wieder die Nashornherde, die wir bei einsetzender Nacht eine ganze Weile beobachten konnten.
Die Löwen konnten wir leider beim besten Willen nicht sehen. Es gibt einen Landbesitzer, der gewissermaßen das Löwenansiedlungsprogramm durchführt. Denn bereitet die vom Park gekauften Katzen auf die Freilassung im Park vor (sie werden dort an Fahrzeuge gewöhnt etc.). Solange sich sich die Löwen auf seinem (eingezäunten) Land aufhalten, können die Besucher sie nicht beobachten.

17.10.2013
Gegen Mitternacht wurde es zeitweise sehr stürmisch und es hat sogar ein bisschen geregnet. Es war aber kein ergiebiges Nass.
Mein chalet ist groß und gut ausgestattet. Es verfügt über ein Queensize- und zwei Einzelbetten – und neben einer Dusche sogar über eine Badewanne! Wie praktisch, wenn man sich beispielsweise nur mal kurz die Haare waschen möchte.
Vormittags hat mich mein Autohaus angerufen, um einen Termin für die Inspektion und den Rädertausch zu vereinbaren. Das „passt“ gerade leider nicht… 🙂
Nach der Morgensession mit weiteren Vorträgen und dem Lunch sind wir dann in den Zoo nach Pretoria gefahren.
Zuerst einmal ist es erstaunlich, dass ein Zoo inmitten einer Metropole soviel Platz hat! Am besten konnte man das sehen, wenn man die Cable-Car-Tour gemacht hat, also mit der Seilbahn auf den Hügel gefahren ist. Die Gehege von oben zu sehen, war sehr spannend. Ich hatte ja geschmunzelt, dass golf-carts angeboten wurden – etwas für die Lahmen und Fußkranken? Nachdem ich die Strecken gegangen bin, war ich froh, dass mich Robynn einmal ein ganzes Stück mitgenommen hat! 🙂 Vor allem, da es extrem heiß war. Man konnte gar nicht soviel Wasser in sich hineinschütten wie erforderlich, zumal man ja immer unterwegs war! Die kleine Karte, die wir mit unserer „Zoo-Tasche“erhalten haben, war nur eingeschränkt nutzbar. Es waren nur die „Haupt-Tierarten“ eingetragen, und wir Katzenfreunde haben z.B. „ewig“ gesucht, um die Servale zu finden, die nirgendwo verzeichnet oder auf den Wegweisern angekündigt waren.
Wir hatten im Zoo ein sehr straffes Programm, mit Enrichment-Vorführungen verschiedenster Tierarten und verschiedenen Führungen hinter die Kulissen. Man konnte gar nicht alles sehen! Ich habe mir das enrichment der Servale, eines Leoparden, der Tiger und Junglöwen und der Kattas angesehen. Besonders fasziniert war ich von den Komodo-Waranen – junge und trotzdem schon sehr imposante Echsen! Sie wirken immer „hellwach“, bekommen alles mit und beobachten die Besucher genau! Bei den Reptilien konnte ich auch eine Blick hinter die Kulissen (mit)werfen. In einer alten Tiefkühltruhe (die „warm“ gestellt wurde) werden derzeit Schlangeneier gezeitigt, mit allen Temperaturschwankungen, die so ein altes Gerät hergeben kann. Pfleger Mike hat von einer Farm ein Gelege Pythoneier bekommen, die nun im improvisierten Brutkasten liegen. Etwa 50 Eier zusammengeklumpt war das Gelege größer als in Medizinball! Als enrichment bekommen die Warane z.B. ein großes Stück Fleisch aufgehängt, an dem sie etwa zwei Tage fressen. Zum Glück habe ich bereits am Anfang einige Fotos der großen echsen gemacht, denn „pünktlich“ vor der abendlichen enrichment-Vorführung und dem Blick hinter die Kulisse machte wieder die Kamera-Batterie schlapp. 😉
Obwohl die Tiger- und Löwengehege bereits 1940 gebaut wurden, sind sie groß und boten den Tieren viele Möglichkeiten. Aber die armen Löwen müssen viel klettern, da die Gehege an einem steilen Hang liegen. Es ist genauso verbuscht wie die Tigergehege, jedoch lieben Löwen eher offene Savannenlandschaften. Der NZG hat einen weißen Tiger, was für ein Koloss! Ich habe mich sogar zuerst gefragt, ob es sich um einen Liger handelt (Löwe/Tiger-Hybrid), aber es scheint doch ein reiner Tiger zu sein. Dagegen wirkte der Sumatratiger eher zierlich. 😉 Leider sind die night-houses in einem Graben, so dass man wie in einen altertümlichen Bärengraben schaut, bis die Katzen den Hang erklimmen.
Die Kleinkatzen und Löffelhunde hatten leider nur sehr wenig Platz, und bei den Schakalen und Geparden sah es nur wenig besser aus. Aber der Zoo hat eben eine alte Gehegestruktur, die man nicht so einfach ändern kann. Umso mehr wird für das enrichment getan. Ein Tiger lebt im Zoo, weil er von einem Privathalter konfisziert wurde, der ihn als Haustier hielt. Lolo ist nun vier Jahre alt, aber er scheint durch die falsche Haltung in Privathand zuwenig Muskulatur entwickelt zu haben. Denn obwohl das Gehege geradezu das Muskelwachstum anregen müsste, wirkte Lolo schwach auf der Hinterhand und hat auch nur einen Versuch gemacht, sich das Fleisch von der Futterstange zu holen (ein Pfahl, an dem das Fleisch aufgehängt wird).
Die Elefanten haben eine tolle große Anlage mit einem Schlammbad. Das haben sie in der Hitze ausgiebig genossen!
Vieles konnte ich mir aufgrund der weiten Wege nicht ansehen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, in Südafrika mal eine „Zootour“ zu machen, da es neben dem NZG z.B. in Durban und Kapstadt sehr schöne Aquarien zu besuchen gilt.
Am Abend hatten wir Fingerfood im Aquarium. Dort gibt es ein großes Becken mit einem „Weißen Hai“ und verschidenen Schwarmfischen. Auch wenn der Hai erst vier Jahre alt ist, ist er doch sehr beeindruckend.. Seine starren Augen und sein seltsames, teilweise sichtbares Gebiss wirkten immer neu unheimlich, wenn er vorbeischwamm – auch wenn so ein Hai entgegen aller Meinungen in friedlicher Zeitgenosse ist, der keineswegs darauf aus ist, Menschen zu verspeisen.
Ein bisschen seltsam: am Vormittag hatte wie einen tollen Vortrag über „enfishment“ gehört: „Fische sind Freunde!“ Und dann stehen wir im sehr schön gestalteten Aquarium und essen hauptsächlich: Fisch… :/
Mit dem versprochenen WiFi hat es irgendwie nicht geklappt, nun muss ich den Flug relativ spät am Freitag früh bestätigen. Hoffentlich bekomme ich keinen „Mittelsitz“, das ist auf der Langstrecke ja eher gruselig.
Später wurde im Hof die eindrucksvolle Geburtstagstorte für 140 Jahre NZG angeschnitten.
Mit „face-painting“, „campfire“, Gesang und „storytelling“ (eine Legende der Zulu) zweier Musiker klang der schöne Abend dann gegen 21 Uhr aus und der Bus brachte uns nach Hause…
Vor dem Eingang zum game reserve fielen mir einmal wieder die Hütten der Arbeiter auf. Die sind noch ärmlicher als ich es von den Townships kenne, häufig lediglich aus einigen Wellblechplatten getackerte“ „Kisten“. Da fragt man sich schon, ob das Personal etwa noch weniger verdient als die Arbeiter z.B. auf der Daniell Farm.
Als wir die Sandpiste zur Lodge entlang fuhren, konnten wir eine paar Blitze in relativer Nähe beobachten. Es scheint aber wieder nicht ergiebig zu regnen.

Was für ein Tag!

Zunächst habe ich mir am Flughafen tatsächlich eine Kamera gekauft, eine Nikon Coolpix 520 mit 42-fach optischen Zoom. Es ist das neuere Modell der Kamera, die Tom letztes Jahr bei sich hatte und die ich für die Optik und die Fotos sehr bewundert habe. Ich hätte ja gerne wieder eine Lumix gehabt, aber die gab es nicht. Da der Rand so schwach steht, ist der Umrechnungskurs günstig, außerdem bekomme ich vor Abflug noch einen tax refund in Höhe von 14%.

Gegen 11:30 begab ich mich dann zum Ankunftsgate, um den Fahrer und möglichst die Konferenzgruppe zu finden. Um 12 Uhr sollte der Transfer stattfinden. Wenn man sich nicht kennt, ist das natürlich schwierig. Die Fahrer trugen alle Schilder mit den Namen ihrer Gäste oder der Reisegesellschaft bei sich. Aber ich konnte kein Schild für unsere Konferenz entdecken. Da ich einen jungen Mann etas verlore herum stehen sah, habe ich ihn einfach angesprochen – und siehe da, Miklos aus Ungarn war ebenfalls ein ICEE-Teilnehmer. Da drehte sich eine junge schwarze Frau um: Blessi aus Nigeria gehörte ebenfalls zu uns. Na immerhin, jetzt konnten wir zu dritt warten. Aber es tat sich nichts. Richtig neidisch wurden wir, als sich gegen 13 Uhr eine größere Gruppe auf den Weg machte, deren Fahrer ein Schild „Ulysses“ trug. Gegen 13:30 hatte ich dann den „Papp auf“ (wie man im Rheinischen sagt) und habe meinen beiden .Kollegen gesagt, dass ich jetzt eine Möglichkeit suchen würde, auf uns aufmerksam zu machen. Direkt am Gate gibt es einen Schalter der Tourist Information. Dort traf ich auf eine indisch-stämmige Dame, die fast der „Schlag traf“, als ich ihr von unserer Misere erzählte. Sie hatte nämlich die vorherige Gruppe mit dem Ulysses-Fahrer zusammen gebracht. Denn das waren unsere Kollegen gewesen! Der Fahrer hatte seelenruhig einen Kaffee getrunken und lediglich sein Firmenschild dabei. Ulysses ist nämlich eine Personentransportgesellschaft, die vor allem Safarigäste in die verschiedenen game reserves und Parks bringt. Natürlich hatte uns niemand gesagt, dass wir von Ulysses abgeholt werden würden! Na toll. Die Dame am Info-Schalter konnte natürlich nicht wissen, dass wir drei zur selben Gruppe gehörten. Aber sie machte nun alles möglich, was in ihrer Macht stand. Und das war eine Menge! Sie brachte erstmal die Nummer vom Zoo heraus, weil dort ja unsere Ansprechpartne waren. Dort konnte man uns nicht weiterhelfen, weil unsere Konferenzorganisatoren ja bereits in der Lodge waren. Aber sie konnten immerhin bestätigen, dass Ulysses unseren Transfer durchführte. Also hat die Dame bei Ulysses direkt angerufen und die Lage vorgetragen. Als „Sprecherin“ der Gruppe habe ich dann mit der Managerin gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass es wirklich sinnvoll gewesen wäre, wenn der Fahrer zumindest ein Konferenzschild getragen hätte! Erst wollte mich die Dame vertrösten, dass ja um 18 Uhr noch ein Bus fahren würde – aber da wurde ich dann wirklich ungehalten. Wir warteten ja nun bereits zwei Stunden (außerdem waren wir alle drei bereis vormittags am Flughafen angekommen und entsprechend lange auf den Beinen)! Nach etwas hin und her versprach sie dann, sich um einen Transport für uns zu kümmern, in etwa 45 Minuten würden wir abgeholt.
Daraus wurden dann 75 Minuten. Um 14:12 sagte ich zu Blessi, dass ich dem Fahrer noch drei Minuten geben würde, dann würde ich nochmals bei Ulysses anrufen lassen. Als ich gerade losgehen wollte, kam der Fahrer auf uns zu, mit einem großen Schild ICEE 2013 und dem Ulysses -Zeichen. Er hätte noch in einen Shop etwas besorgen müssen, daher sei er später dran. Arghh… aber o.k. Wir vier also zum Auto, und als wir auf der Autobahn waren, merkten wir, was der Fahrer wohl besorgt hatte: eine kleine Anfahrtsbeschreibung zur Kwalata-Lodge, denn augenscheinlich wusste er nicht mal, wo wir hin mussten!
Da um 17 Uhr ein erster game drive starten sollte, wollten wir natürlich möglichst vorher ankommen! Tatsächlich waren wir nach einer guten Stunde da!
Aber kein game drive, da ein Teil der Teilnehmer erst mit dem Bus um 18 Uhr kommen würde, hatte man umorganisiert.
Aber wenigstens endlich da! Ich würde das Zimmer im chalet mit Heather teilen (die allerdings, Stand heute früh, nicht eingetroffen war). Außer uns scheinen derzeit kaum andere Gäste in der Logde zu wohnen. Sie ist allerding auch speziell auf Konferenzen und Feiern ausgelegt.
Die Kwalata-Lodge liegt eingebettet ins Dinokeng Game Reserve, in dem die „Big 5“, aber auch viele andere Tierarten leben. Es scheint eine Menge Vögel zu geben, deren verschiedenartige Laute einen die ganze Zeit begleiten. Die chalets ähneln Reihenhäusern mit etwa 10 Parteien. Wie schön, ich wohne in einem „Reihen-Endhaus“ mit freiem Blick ins veld – und auf den Wildzaun, da hier auch etwas „unangenehmere“ Zeitgenossen herum laufen. 😉
In der Bar konnte man sich schon mal mit einigen anderen der insgesamt über 70 Teilnehmern bekannt machen. Dabei fanden sich dann schnell die „Katzenleute“. Ein junger deutschstämmiger Forscher, der demnächst in der Forschungsabteilung des Pretoria Zoo anfängt und eine amerikanische Zookuratorin arbeiten viel mit Geparden, und so hatten wir gleich Gesprächsstoff. 😉
Aber auch sonst sind interessante Leute hier: Zootierpfleger, Forscher, Tierärzte, Kuratoren, Trainer, Gehegearchitekten und -gestalter… ein breites Spektrum an Wissens- und Fachgebieten. Auch von den Arbeitsgebieten sehr breit gestreut: von Walen und Delfinen über Bären, Katzen, Elefanten etc. Und ich, die kleine Tierpsychologin aus Deutschland mit ihren afrikanischen Katzen im Spotted Cats Conservation mittendrin!
Als die letzten Teilnehmer eingetroffen waren, startete unser Abendprogramm. Wir wurden in der boma von Craig, Leiter des National Zoo Gauteng (Pretoria) informell willkommen geheißen. Dann hat uns eine Musical-Compagnie einen Ausschnitt aus ihrem Stück „Africa Adventure“ gezeigt, in dem die schwarz gekleideten Schauspieler mit Handpuppen die verschiedenen Tiere darstellen. Im Stück scheint es wohl insgesamt um eine Liebesgeschichte zweiter Nashörner zu gehen. Ein sehr schöner Auftakt! Dann gab es ein braai, bei dem ich zum ersten Mal „pap“ gegessen habe, den in Afrika weit verbreiteten Meisbrei. Angeblich auch bei den Weißen! Als ich Craig gegenüber erwähnte, dass ich den das erste Mal bekommen würde, obwohl ich in einer Afrikaaner-Familie lebe, meinte er: „dann müssen die vom Kap sein“, was ich mit „Eastern Cape“ bestätigen konnte. In der Provinz Gauteng scheint wohl jeder pap zu essen, in den Kap-Provinzen wohl nicht. 🙂
Gegen 21:15 strich ich die Segel, ich war todmüde.
Heute starten wir mit den „papers“ (Kurzbeschreibungen) und Vorträgen. Ich bin gespannt, was ich alles über Tierbeschäftigung erfahren werde. Unser Konferenzprogramm liest sich sehr spannend!

Zwischenschritt

Nun sitze ich schon wieder am Flughafen P.E., um nach Jo’burg zu fliegen. Dazu musste ich um 4 Uhr aufstehen! Blöd, dass ich schon um halb Vier wach war…
Gestern hatten wir noch ein schönes braai in Richards Haus, bei dem erstmals Fisch auf den Grill kam. Seltsam: Südafrika ist von Küsten umgeben und hat reiche Fischgründe, aber Fisch ist extrem teuer und wird auch nicht gerne gegessen. Was es für ein Fisch war, kann ich nicht sagen, er nennt sich Yellowtail-Fisch. Sah aus wie ein sehr kleiner Thun und schmeckte ähnlich wie Makrele. Jaco hat den Fisch zubereitet, weil er als einziger wusste, wie man einen Fisch grillt. Denn grundsätzlich kommt nur Fleisch auf den braai, und die Leute ekeln sich geradezu davor, wenn Fisch den Grillrost beschmutzt.! 🙂

Gestern haben Jolande ich die Gelegenheit genutzt, auch Gias Gehege einigermaßen zu säubern und dabei mit ihr zu spielen. Auch bei Lea waren wir einige Zeit. Die Karakalin hatte eine Wunde am rechten Hinterfuß, vielleicht irgendwo eingerissen an einem der zersplitterten Bäume im Gehege oder an einem Metallteil. Denn leider finden wir auch nach über einem Jahr noch Drahtstücke. 😦 Nun ist eine Wildkatze natürlich nicht so einfach zu handeln wier eine Hauskatze. Ich dachte zunächst, ich bräuchte Lea nur im Nackenfell greifen und sie am Boden halten. Aber die Haut eines Karakals ist nicht so „lose“ wie das einer Hauskatze und außerdem ist es überraschend „schlüpfrig“. Natürlich hatte Lea dann den Braten gerochen und kam zwar zu mir, ließ sich aber nicht mehr greifen. Jolande bot an, mir zu helfen. Aber auch entglitt Lea wie ein glitschiger Fisch. Schließlich beschloss,ich sie gar nicht zu greifen, sondern ihr gewissermaßen im Vorübergehen das Desinfektionsmittel aufzusprühen. Das Zeug, das Richard mir gegeben hatte, war eher etwas für die Nutztiermedizin, ähnlich wie „Blauspray“ bei uns. Abgehesn davon dass ich Leas Fuß nicht in Lila sehen wollte, hat der Sprühmechanismus eh‘ nicht funktioniert. Zum Glück hatte ich selbst noch ein Desinfektionsmittel dabei, das klein und handlich in meine Handfläche passte. So mussten Jolande und ich lediglich warten, bis Lea ein wenig zur Ruhe kam. Das dauerte jedoch einige Zeit, da aufgrund des etwas kühleren Wetters alles Katzen aktiver als sonst waren. Aber schließlich legte sich Lea doch mal hin. Ich konnte mich neben sie setzen – und eins, zwei, drei Sprühstöße setzen, bevor es Lea zu viel wurde und sie weghüpfte. Abends sah die Wunde schon viel besser aus, einmal habe ich noch gesprüht. Nun muss Jolande ein Auge darauf haben.
Sie soll auch nach Beautys rechtem Ohr schauen, dass die kleine Schwarzfußkatze etwas gesenkt trägt. Hoffentlich hat sie keine Milben oder so. Vielleicht hat sie auch nur ein wenig vom Heu aus ihrer Hütte m Ohr stecken. Wir haben sie vorgestern mit Footy zusammengesetzt, denn die beiden sollen, wenn möglich nachzüchten. Zum Futtern müssen wir die beiden jedoch separieren, denn Beauty isst nur langsam und wenig, und Footy krallt sich alles wa er kriegen kann. Er ist nun so zutraulich, dass er schon an der Futterklappe wartet! Er faucht zwar noch, wenn man ihm zu nahe kommt, aber das ist eher nur noch Schein. Meine Arbeit letztes Jahr hat also Früchte getragen, als ich ihn langsam an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt habe und dieses Geduldspiel von Babette und Anton regelmäßig fortgesetzt wurde..

Vorgestern haben Jolande und ich neben unserer üblichen Reinigungsrunde auch die Gehege von Zintle und Ihlozi und Ola gereinigt. Halb hat man uns gebeten, halb haben wir es freiwillig gemacht. Zum einen dient das der Hygiene, zum anderen sieht es auch für die Gäste unschön aus, wenn überall Kot herumliegt. Schade, dass sich die Angestellten so wenig darum kümmern, obwohl genug Zeit wäre. Vor allem jetzt, wenn noch keine Hochsaison ist und sie inzwischen zu dritt sind, könnte man sich doch mal die Zeit nehmen… aber sie sitzen lieber im Shop und spielen Karten. 😦 So bleibt der „shit-job“ eben für die volunteers. Und Eileen und die Arbeiter stehen draußen am Zaun und feixen, weil die white ladies so eine Arbeit machen.

Vier Stunden Aufenthalt am Flughafen Jo’burg, da der Transfer zur Konferenz erst um 12 Uhr erfolgt… :**:

Gestern wollte uns Danielle die dassies (Klippschliefer) zeigen, die am Bahndamm leben, aber die haben sich natürlich lieber versteckt. Man müsste eine Menge Geduld mitbringen und sich still irgendwo hinsetzen, dann würden sie vielleicht aus ihren Gängen kommen.

Vorgestern wurde es am späten Vormittag extrem windig. Bei meiner Führung konnte ich meine Gäste nicht von der Brücke auf die Geparde schauen lassen. Erstens hat man sein eigenes Wort kaum verstanden, zweitens weil wir sonst beinahe herunter geweht worden wären. Auch die Katzen fanden den Wind schlimm, haben Verstecke gesucht und waren sehr nervös. Der Wind hat eine Menge Sand mitgebracht, der sich über alles legte. Wir hatten Sand im Shop (trotz geschlossenen Türen), in den Häusern (trotz geschlossener Fenster und Türen), am Körper, auf dem Essen und sogar Sand auf der Zunge. Sehr unangenehm! Leider hat wohl auch meine Kamera abbekommen, obwohl sie im Shop an einer windgeschützten Stelle lag. Fotos macht sie noch, auch der Zoom funktioniert, aber wenn man sie schüttelt, gibt es ein mysteröses„Rappelgeräusch“ (das Ding hat doch so gut wie keine Mechanik außer dem Objektiv)! Außerdem muss ich sie laufend aus- und wieder einschalten. :**: Eine erneute Reinigung wird nicht lohnen, hab‘ ich doch gerade vor der Reise noch 150 EUR reingesteckt.
Vor allem jetzt während der Konferenz, bei der wir ja game drives machen und den Zoo besuchen, wäre mir eine funktionierende Kamera sehr willkommen gewesen. Aber jetzt auf dem Flughafen eine zu kaufen, finde ich auch nicht gerade prickelnd. Vielleicht gehe ich einfach mal gucken, hab‘ ja noch Zeit… 😉

Der Wind hat leider keinen Regen auf die Farm gebracht. Während es an der Küste schüttete wie aus Kübeln, hat es bei uns nur etwa eine halbe Stunde geregnet – nicht mal genug, um dem Boden zu halten. Der trockene Wind ist ein großes Problem für die Farmer hier. Er bringt Sand, wht Mutterboden weg und leistet der Erosion Vorschub. Da die Tiere Wasser brauchen, muss man um so mehr Grundwasser hochpumpen, was wiederum der Umwelt schadet. :`(

Um 4 Uhr ist die Nacht vorbei!

…daher hier nur ein kurzes Lebenszeichen. 😀
Morgen geht es zur Internationalen Konferenz für Tierbeschäftigung. Ob ich dort WiFi bzw. Internetanbindung habe, ist noch nicht sicher.
Daher erstmal viele Grüße und bis bald!

Im deutschsprachigen „Südafrika-Blog“ ist der erste Artikel meiner Wildkatzen-Kolumne veröffentlicht worden!
http://2010sdafrika.wordpress.com/2013/10/13/wildkatzen-kolumne/

Mit Riesenschritten…

… geht es auf das Ende meines diesjährigen Aufenthalts zu… :-/

Im Look-out hatten wir gestern zuerst einen sundowner und natürlich den look-out (also die schöne Aussicht auf das sun valley, in dem Kirkwood liegt) und haben dann lecker gespeist. Ich habe „natürlich“ wieder das Kudu-Steak gegessen, wann bekommt man das schon mal. Beim Essen habe ich dann auch erfahren, dass Richard eine neue Gefährtin gefunden hat. Lindi ist verwitwet (ihr Mann starb beieinem Autounfall) und hat eine 19 Monate alte Tochter. Die beiden waren dann heute bei uns im Shop, weil Richard für seine Mutter den Shopdienst übernommen hat. Lindi und die kleine Anke sind sehr nett!

Heute Abend hat Danielle ihre Familie zu Gast, die ein braai organisiert haben. Morgen wird es dann noch ein braai für uns volunteers geben, denn Montag muss ich bereits sehr früh los nach Jo’burg (der Flieger geht gegen 6:30). Wie schnell die Zeit hier vorbei gegangen ist, ich kann es kaum glauben! 😦
Und ich bin traurig, dass ich schon wieder los muss. Ein Trost ist, dass Jolande noch ein paar Tage da ist und die neuen volunteers einlernen kann, die am Mittwoch anreisen. Manches lernt man besser von „Fremden“ als von den Angestellten. Als Europäer sind wir in vielem gründlicher, organisierter und gewissenhafter, und das kommt den Katzen zugute!

Heute hatte ich zwei Touren, darunter eine deutsche Familie, die sehr nett und interessiert war. Gegen Nachmittag begann es extrem zu winden! Leider ein sehr trockener Wind (south easter, der regnet sich oft nur an der Küste ab), der die Böden noch mehr austrocknet, als sie es eh‘ schon sind und auch der Erosion Vorschub leistet. Noch haben wir Grundwasser, aber es kann tatsächlich sein, dass man es in Kürze rationieren muss. Nicht nur wir benötigen Grundwasser, sondern auch die Schafe und Ziegen – die Lebensgrundlage der Familie Daniell. Der vom Wind mitgebrachte Sand legte sich überall hin: in den Shop, ins Haus, auf den Körper, man hatte sogar Sand im Mund! Auf meiner zweiten Tour musste ich mit meinen Gästen fast im Laufschritt über die Brücke, da man zum Einen sein eigenes Wort nicht mehr verstanden und zum Anderen der Wind einen beinahe von der Brücke geweht hat. Auch die Katzen fanden es unangenehm. Unsere Servalmädchen haben sich nur noch unter ihrer Wolldecke versteckt (sie spielen sowieso gerne „Hide & Seek“), aber sie haben lieber Schutz unter der Decke statt im zugigen Häuschen gesucht. Ola konnte sich nicht entscheiden, wo sie einerseits Schutz suchen und Andererseits alles mitbekommen konnte – und ist ruhelos durchs Gehege gewandert. Felipe wollte auf einen der Spielbäume klettern und kam dabei vor lauter Seitenwind ins Straucheln, sehr ungewöhnlich für einen Leoparden.

Ein Gutes hatte es: es war nicht so heiß. Und so hat man die Schwarzfüßchen besser beobachten können. Nur Beauty macht sich weiterhin rar. Da sie aber heute Abend gut gegessen hat, konnte ich sie erstmals mit Footy zusammen lassen. Mal schauen, wie sich die beiden vertragen. 😉

Seit gestern ist Feline endgültig über die Rolligkeit hinweg und die Leoparden sind wieder alle zusammen. Lediglich zum Fressen werden sie, wie immer, getrennt.

Unseren Katzenkindern kann man beim Wachsen zuschauen, unsere „Hauskatze“ ist eine wirklich gute Mutter und kümmert sich hingebungsvoll um ihre leider immer noch verflohten Kinderlein.

Da Ace nicht mehr zu bekommen war, musste Danielle die Hühner teilen. Gerne hat sie es nicht getan, aber da Jolande ich ich ihr soviel Arbeit abnehmen, konnte sie das auf unseren „sanften“ Hinweis ja gut tun. 😉

Gestern haben wir neben den normalen Gehegereinigungen auch noch das Gehege der Servale Gypsie und Walker und das von Zintle und Ihlozi von Kot und Knochenresten befreit. Meine Güte, da ist eine Menge zusammen gekommen. Wie schon letztes Jahr bei Petrol bemerkt, lässt man den Unrat schon mal gerne liegen, wenn entweder die Katze nicht so nett ist oder das Gehege recht groß. Heute haben wir uns dann Olas Gehege vorgenommen. Jetzt ist wenigstens mal wieder grundgereinigt. Außerdem waren wir beim „Wässern“ einiger Geparde dabei. Dabei konnten Jolande und ich dann gegenseitig nette Fotos zusammen mit Khaki machen.

Gestern hatte ich eine Tour mit einem Ehepaar, der Mann Deutscher, die Frau Brasilianerin. Da sie noch nicht so gut Deutsch sprach, habe ich die Führung in „Englisch-Deutsch“ gehalten. Die beiden leben auf einer Farm in einem brasilianischen Nationalpark und haben seit langem endlich wieder einen Jaguar im Park. Während der Mann sich für alle Katzen interessiert hat, konnten wich die Dame kaum von Leoparden loseisen. Da sie dem Jaguar ziemlich ähnlich sind, fand sie die Leoparden besonders faszinierend.

Mit Jaco habe ich heute ein Schaf gefangen! Es hatte jemand aus dem Auto auf der Farm angerufen, dass ein Schaf auf der Straße lief. Es war irgendwie durch den Zaun gekommen und irrte nun allein umher, brachte sich und Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Jaco und ich also mit dem alten bakkie und unserem Hofhund Flekkie los. Recht schnell haben wir das Schaf gefunden. Fleckie musste das Schaf „stellen“ und ich habe es dann gegriffen, als es in einem Wassergraben stehen blieb. An den Füßen gepackt, auf die Ladefläche gehieft, Hund ebenfalls hoch und ich habe das Schaf dann solange festgehalten, bis wir abseits der Straße an einem Tor angekommen waren. Dann haben wir das Schaf im veld wieder laufen lassen. Hoffentlich ha seine Herde schnell wieder gefunden.

Morgen werde ich die Gehegereiniung früh morgens alleine machen. So kann Jolande ausschlafen und ich kann alleine für mich ein letztes Mal mit den geliebten Samtpfoten zusammen sein. Außer den Schwarzfüßchen und den Servalmädchen haben alle Katzen sonntags Fastentag. Ich möchte gerne Fotos unserer „wilden“ cheetahs machen, natürlich durchs Gitter. Sie werden wie üblich auf ihr Hühnchen warten, aber mich anfauchen oder -hissen. Denn es sind keine Schmusekätzchen, auch wenn es auf den meisten Bildern so aussieht. Und ich möchte das „Wilde“ in ihnen versuchen abzubilden.

Wildtiere habe ich nur wenige gesehen, aber immerhin gestern meine erste Schlange. Allerdings nur (zum Glück!) eine kleine harmlose, eine Milchschlange. Ein schlankes hübsche Reptil, das vom Geparden- in ein Servalgehege wechselte. Hoffentlich überlebt sie das.
Außerdem den ersten und einzigen unserer „Hausgeckos“ (Kap-Zwerggecko), der sich in einem Pfostenhalter versteckte. Dann heute in Olas Gehege ein Streifenhörnchen.
Unsere Katzen fangen alle gelegentlihj Vögel, sogar die Geparde. Man kann dann an den Federn versuchen zu erraten, was für ein Vogel es war. Kaum zu glauben, unsere Schwarzfüßchen haben mindestens einen sun bird erlegt (Nektarvogel). Diese hübschen Vögel sind nicht mit Kolibris verwandt, fliegen aber ähnlich wie sie von Blüte zu Blüte, „stehen“ dann wie ein Hubschrauber und trinken den Nektar aus den Aloeblüten.
Und natürlich sehen wir auch die Webervögel – die den Erdmännchen regelmäßig das Wasser wegtrinken! 🙂 Ab und zu schlägt der Wind ein Nest vom Baum, das wir uns dann anschauen konnten. Sehr faszinierend, wie die kleinen Knotenkünstler solche filigranen und doch stabilen Wohngebilde bauen.
Einen Stachelschweinstachel habe ich gefunden, den ich Jolande geschenkt habe. Und gestern haben wir auf unserem Weg zu den entfernten cheetah-Gehegen eine wildlebende Straußenhenne gesehen!
Im Karakal-Gehege haben wir einen völlig ausgetrockneten Frosch gefunden, der gewissermaßen mumifiziert und extrem gut erhalten war! Sehr spannend zu betrachten und zu untersuchen – nur nicht für Danielle, die eine echte Froschphobie hat! 😀