The Eagle has landed!

So ähnlich ist es wohl den ersten Astronauten auf dem Mond auch gegangen. 😉 Eine völlig neue Umgebung, auf die man sich einlassen muss. Neue Erfahrungen, viel zu lernen und sich zu merken.
Vieles kann ich auch noch nicht einordnen, das wird die Zeit zeigen.
An manches muss sich ein deutsches Auge auch erst gewöhnen. Wenn am Flughafen jemand vor einem läuft, mit dem unübersehbaren Aufdruck auf dem Shirt: „Safari Shooting school“… >:-( Die Zäune am Straßenrand dienen der Unfallverhütung. Denn Kudus und Antilopen springen über die Straße, nicht nur nachts, sondern auch am Tag. Solche Zäune kannte ich bislang nur aus Schweden, wo sie Elchunfälle verhüten helfen. Oder dass Haustiere nicht ins Haus dürfen, das betrifft auch die Hunde und Hauskatzen! Und dass es Abstufungen zwischen den Haustieren gibt, so läuft hier ein Wachhund herum, der völlig verfilzt und voller Zecken ist. Der Whippet hingegen wird sehr gepflegt! Die Zäune der Nutztiergehege lassen einem die Haare zu Berge stehen, als Deutscher erwartet man beispielsweise geradezu, dass sich Lämmer strangulieren oder an losen Drahtende ein Auge ausstechen. Und natürlich besonders die ärmlichen Behausungen der Schwarzen, bei denen es Abstufungen zwischen „einfach“ und Wellblechverschlag gibt. Oder die Unterkünfte und Arbeitsbedingungen der schwarzen Hausangestellten… :??:

Jedenfalls war ich gestern nach 19 Stunden in Port Elizabeth (kurz P.E. genannt). Mit den Flügen hat alles geklappt, es gab nur ganz geringfügige Verspätungen. Richard hat mich vom Flughafen abgeholt, und nach einem kurzen Stop bei Woolworth (die Geschäfte haben auch Sonntags geöffnet) sind wir raus zur Farm gefahren.
Das Volunteerhaus ist sehr großzügig: es gibt drei Schlafzimmer, einen großen Aufenthaltsraum mit offener Küche und zwei Duschbäder, dann noch einen Abstellraum und ein derzeit leeres Zimmer.
Frühstück und Abendessen bekomme ich in Richards Haus, dazu muss ich nur durch eine Zwischentür und den Garten (mit Pool, der mir auch zur Verfügung steht!) hinüber gehen. Lunch kann ich mir im Shop holen. Der Shop ist ein Souvenirladen mit Café, und dort starten auch die Besuchertouren zu den Katzen.
Nachdem ich mich frisch gemacht habe, bin ich ein wenig auf dem Gelände herumgestromert, habe mich den Leuten vorgestellt und bin im Shop hängengeblieben. Dort wartete Jaco (einer der Tierpflger) gerade auf die letzten Gäste für die Tour – und so bin ich gleich mitgegangen (schließlich konnte ich so ja gleich etwas lernen!). Nun habe ich also die Katzen gesehen, die ich von den Fotos von Babette bereits kannte. Aber selbst dort zu sein ist eben doch etwas ganz anderes! In der Tour lernen die Besucher die Eigenschaften der Katzen kennen. Wir sehen Geparden, Servale, Karakale, die beiden Löwenjungs Chuck und Norris, die Leopardengeschwister Feline und Felix. Der Höhepunkt ist sicher Ola, die Gepardin. Denn sie liebt es, mit den Besuchern zu schmusen! Die Gruppe geht also in ihr Gehege und dann ist Knuddeln angesagt. Olas Schnurren ist natürlich lauter als das von Hauskatzen, aber sie schnurrt tatsächlich die ganze Zeit! Wobei Geparden wohl nur beim Ausatmen schnurren, während unsere Hauskatzen ja beim Ein- und Ausatmen schnurren können. Update: stimmt nicht! Sie können auch beim Einatmen schnurren, aber es ist ein deutlicher Unterschied in der Tonhöhe, und beim Einatmen ist das Schnurren sehr viel leiser. „Gia“ hat es mir vorgemacht, daher weiß ich es nun besser. B)

Nach der Tour konnte ich sogar noch den cheetah walk begleiten! Dabei geht man mir zwei Geparden an der Leine spazieren! Mit einem Isuzu Truck fährt man ein Stück und wandert dann durch die Landschaft. Ishlozi und seine Schwester Zsithi sind Handaufzuchten und sehr zahm. Trotzdem sind es Katzen, man kann also nicht genau wie mit einem Hund gehen. Die Katzen geben das Tempo vor, und wenn sie keine Lust mehr haben, legen sie sich einfach hin, lassen sich kraulen und schnurren. Gestern sind sie eine gute Strecke gelaufen, aber dann wollten sie nicht mehr zurück und Maxie (die zweite Tierpflegerin) musste den Truck holen und Taxi spielen. 😛
Eine tolle Sache, und das Zusammensein mit den Tieren ist wirklich wunderschön!

Danach haben wir noch die Zicklein gefüttert. Angeblich hat ein Schakal die Zippen geholt, aber Maxie hat eher den Eindruck, dass der Hirte die Ziegen selbst geschlachtet oder verkauft hat. Jedenfalls warten jetzt 12 hungrige Mäuler dreimal täglich auf ihre Milch, die man zur Fütterung frisch zubereitet (Lämmeraufzuchtsmilch mit Kuhmilch gemischt).

Geschlafen habe ich wie ein Stein, da ich etwas auf „Entzug“ war (im Flieger kann ich nicht so gut schlafen, trotz Ohrstöpseln und Nackenkissen).
Um 5:30 war die Nacht vorbei (abgesehen davon war es schon nicht mehr Nacht, hier kommt ja der Sommer!), denn Jaco ist ein early bird und daher füttert er schon sehr früh. So haben wir also die Hühner verteilt. Jede Großkatze bekommt täglich ein ganzes Huhn (Sonntag ist Fastentag), wobei die Leoparden erst nachmittags gefüttert werden (ebenso wie die Kleinkatzen). Die Geparden und Löwen werden morgens gefüttert. Karakale und Servale erhalten jeden zweiten Tag abends ein ganzes Huhn. Normalerweise werden die nur grob gerupften Hühner noch mit Supplementen versehen (Vitamine und Mneralstoffe), aber die Lieferung war noch nicht da. Das Füttern geht recht einfach, man wirft die Hühner einfach ins Gehege! Allerdings hat Jaco eine deutlich größere Wurfreichweite. Wenn ich das also selbst machen soll, muss ich erstmal schauen, wie ich das Geflügel über die Zäune bringe). 😉
Das Farmgelände ist viel größer als es gestern den Anschein hatte. Nach einem kleinen Fußmarsch erreicht man nämlich noch weitere Gepardengehege! Derzeit leben 16 Geparden auf der Farm, man züchtet sie und wildert sie wenn möglich aus. Es sind also bei weitem nicht alle Geparden „zahm“, die meisten haben nur Menschenkontakt bei der Fütterung.
Um 7:30 Uhr waren wir mit der Fütterung der Katzen und der Lämmer „durch“ und so konnten wir selbst nun auch frühstücken gehen.
Um 12 Uhr werde ich die Zicklein alleine füttern, na das wird was geben. Denn es ist gar nicht so einfach die wuselnden Tierchen zu bändigen, da sind die Katzen deutlich einfacher. Wir haben auch zwei Hauskatzenkinder, die ihre Mutter verloren haben. Aber die beiden fressen schon selbständig und sind logischerweise zuckersüß.
Ãœberhaupt gibt es auch viele Hauskatzen! Sie halten die Farm mäuse- und schlangenfrei! Was für Schlangen? Richard, mein Gastgeber hasst Schlangen, daher konnte er mir die Namen nicht sagen. Gesehen habe ich auch noch keine, und ob sie giftig sind, weiß ich auch nicht. 88| Muß ich bei Gelegenheit Jaco oder Maxie fragen…

Die Abendfütterung der Zicklein (die werden hier lambs genannt, daher will ich immer „Lämmer“ schreiben) habe ich mit Jacos Frau gemacht, da Jaco noch einen cheetah walk gemacht und Maxie ihre freien Tage hat (die Tierpfleger haben in zwei Wochen zwei Tage frei und sie wechseln sich natürlich so ab, dass einer von beiden auf jeden Fall immer da ist.

Ola

4 Gedanken zu “The Eagle has landed!

  1. Alaaf! (Naja, noch paar Tage …)
    Pink auf Pink im Menü rechts ist nicht so dolle, auf wenn die Schrift in „fett“ geschrieben ist. Zumindest stellt es sich für mich so dar. Ich habe alle „Erlaube-das!“ auf Deinem Blog eingestellt.

    Ansonsten wünsche ich Dir natürlich eine superklasse Zeit! ♥
    Mal sehen, ob ich das mit dem RSS-Feed auf die Reihe bekomme 😉

    allerliebste Grüße aus Kölle, auch von Mama!

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  2. Hallo Thommy, bei mir ist der Kontrast gut! Werde trotzdem versuchen, das noch anzupassen. Wenn es mit dem RSS-Feed nicht klappt, mach‘ doch einfach ein „E-Mail-Abonnement“… 😀
    Grüße zurück!

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