Sogar der Himmel weint …

… und ich könnte mitweinen. Ich will hier nicht weg – auch wenn es bestimmt bei Mircea auch erlebnisreich wird.

Um kurz nach 3 Uhr war die Nacht zuende – zumindest zeitweise. Uns wurde gesagt, dass der Gips unseres verunfallten Servals Turbo nicht nass werden darf. Es sah zwar gestern nach Regen aus, aber es kam nichts runter. In der Nacht wachte ich aber auf, weil der Wind sehr seltsam war. Der erste Hahn war für mein Empfinden ein wenig früh dran, aber es war tatsächlich schon ein Hauch von Dämmerung zu sehen. Als ich die Hintertüre aufschloss, meinte ich ein „Fisseln“ zu spüren, also einen ganz leichten Sprühregen. Mist! Also Stirnlampe aufgesetzt und los. Tatsächlich, Turbo saß im Nieselregen. Ich also weiter, zu Richards Haus, wo Turbo die vorige Nacht im Eingangsbereich verbracht hatte. Abgeschlossen, ich kam nicht mal an die Transportbox heran. Also wieder eine Entscheidung gefällt: Turbo zieht zu mir! Nachdem die Erdmännchen ja schon probegewohnt haben, konnte es mit einer Katze nur besser werden. 😉 Zum Glück habe ich gestern gesehen, wie Maxie Turbo getragen hat: eine Hand im Nackengriff, die andere unter das Hinterteil, also wie bei vielen anderen Tieren auch. Zum Glück ist Turbo ja eine Handufzucht und lässt sich gut handeln. Und so habe ich den kleinen Mann durch den nun etwas stärker werdenden Regen bugsiert. Und es war wirklich „Vorsehung“ gewesen. Etwa eine Stunde später wachte ich auf, weil es schüttete wie aus Kübeln! Wir brauchten den Regen dringend, weil wir unter anderem „spekbooms“ in verschiedenen Gehegen gepflanzt haben. Und so verschwenderisch geht man hier mit dem Wasser dann doch nicht um, auch wenn wir ja gut versorgt sind. Jedenfalls habe ich nun eine „etwas“ größere „Hauskatze“. Man glaubt es kaum: Turbo liegt Decken, um sich einzukuscheln und er liebt seinen Teddybär (das Stofftier sieht allerdings eher wie in Hund aus 😀 ! Den wirft er umher und „kaut ihm ein Ohr ab“. Nur das Katzenklo (das er als Handaufzucht gewohnt ist) ist definitiv zu klein für ihn! Hoffentlich schafft er es trotzdem es zu benutzen. (Nachtrag: ja! 🙂 Trotzdem habe ich ein Plastikteil gesucht und gefunden, das ein wenig größer ist.) Zwischenzeitlich weiß ich, dass Turbo sich nicht das Sprunggelenk gebrochen, sondern einen Kreuzbandriss hat (wie wir zuerst dachten)! Da Englisch weder meine noch die Muttersprache meiner Gastgeber ist, mussten wir erst einmal die entsprechenden Wörter für diese Verletzung suchen. Letztlich hilft es nichts: der Gips bleibt erstmal drei Wochen dran. Danach wird nochmal geröngt, der Verband gewechselt und dann sieht man weiter.

Die Kiebitzküken sind leider gestorben. Als Dolla am Mittwoch früh in ihre Box schaute, waren sie beide tot, obwohl sie am Abend vorher noch gut gefressen hatten. 😦

An manche Dinge habe ich mich schnell gewöhnt: immer hinter mir abzuschließen, Autofahren ohne Sicherheitsgurt oder das unkomplizierte Zusammentreffen mit allen möglichen Menschen. An manches gewöhnt man sich als Deutscher wohl nicht, beispielsweise dass es häufig keine Seife, Handtücher oder Klopapier auf öffentlichen Toiletten gibt – weil das sowieso geklaut wird! Selbst hier im Shop müssen die Gäste um Seife bitten, dann geben wir welche heraus – und nach Benutzung müssen sie die Seife zurück bringen, sonst „verdunstet“ sie einfach. Oder der Umgang mit den Arbeitern – wobei die wirklich nichts tun und vor allem nicht mitdenken, wenn man nicht laufend klare Ansagen trifft! Gestern brauchte ich beispielsweise einen Sack Kudu-Pellets, weil der Vorhandene in der Futterküche zur Neige ging. Ich wies einen Arbeiter an, mir den Sack zu bringen. Da es keine Sackkarren gibt, muss er ihn schleppen. Der Mann stellte fest, dass der Sack für ihn allein zu schwer war (obwohl die Leute hier extreme Lasten mit bloßen Händen bewegen). Hätte ich nicht einen anderen Arbeiter abfangen können, der gerade am Lagerhaus vorbeischlenderte, wäre der Sack einfach liegen geblieben … Auch sonst muss man immer hinterher sein, dass sie ihre Arbeit wirklich tun! Heute war pay day, das heißt dass die Arbeiter seit Nachmittag nicht mehr zu sehen sind, weil sie in die Stadt fahren, um Freunde und Familie zu besuchen – und leider viele auch, um „Gras“ und Alkohol zu konsumieren …

Gestern waren wir bei Mikhaels Vorschulabschluss! Es gab verschiedene Reden von Debbie (Vorsitzende des Elternbeirats), der Vorschulleiterin und der Schuldirektorin. Eine Sache kam dabei nicht so gut an, wie ich später erfuhr: Debbie erwähnte den hohen Anteil schwarzer Kinder in der Klasse. Das „kommt“ im heutigen Südafrika wirklich nicht mehr gut, und auch die Afrikaaner (so nennen sich die Weißen mit Afrikaans als Muttersprache) haben peinlich berührt geschwiegen … Die Kinder wurden für ihre Hausaufgaben, verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und Sportaktivitäten geehrt (Mikhael in Rechnen, Dressurreiten und Karate. Und sie traten bei der Ãœbergabe der Vorschulabschluss-Urkunden sogar in Talar und Doktorhut auf! Danach gaben die Kinder ein kleines Konzert mit einem Weihnachtslied und zwei hier beliebten Kinderliedern, sie haben sich dazu verkleidet und getanzt. Und zum Schluss kam sogar Father Christmas und hat jedem Kind eine Tüte mit Süßigkeiten geschenkt! Eine sehr schöne Feier und ein würdiger Abschluss der Vorschule. Die Kinder gehen hier zuerst in den Kindergarten, dann ein Jahr zur Vorschule und ab dem 6. oder 7. Jahren in die Grundschule.

Gestern habe ich mit Maxie einen cheetah-walk gemacht. Weil wir vier Gäste hatten, mit beiden Gepardengeschwistern. Mutter und Tochter aus Ungarn und der Leiter eines Guesthouses mit seinem Sohn. Dieser Mann wollte den cheetah-walk „testen“, um die Farm seinen Gästen als Ausflugstip zu empfehlen. Auch wenn Ishlozi und Zintle mehr daran interessiert waren nach Schafen Ausschau zu halten, hat allen Gästen der walk (eigentlich eher ein „sit-in“) sichtlich gefallen. Und heute durfte ich auch nochmal … mit Jaco, Maxie und 4 Gästen. Heute sind sie wirklich weit marschiert! 😉

Heute haben Francois und seine Arbeiter mit dem Erdmännchengehege begonnen. Zunächst wird eine große Grube ausgehoben, bis man auf den wirklich festen Bodengrund stößt (etwa 1,5 m). Danach wird eine Art Wanne gefertigt, die wieder mit lockerem Boden gefüllt wird. Dort dürfen sie dann nach Herzenslust buddeln. Danach wird die Umfriedung befestigt. Aber die Beendigung dieses Projekts werde ich ja leider nicht mehr erleben …

Ob ich mich ab morgen noch regelmäßig melden kann, wird sich weisen. Erstmal war ich etwas verblüfft, von Mircea gestern eine „Automatik-Mail“ erhalten zu haben, dass sie ab Mitte nächster Woche (!) unter ihrer südafrikanischen Mail-Adresse erreichbar ist. Wie bitte? Na, da hoffe ich doch mal, dass sie morgen tatsächlich zuhause ist, wenn Tom und ich kommen … :/

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Wer hat an der Uhr gedreht …

Â… ist es wirklich schon so spät? Gestern habe ich mit Schrecken festgestellt, dass ich nicht am Sonntag, sondern bereits am Samstag weiterziehen muss! Ich wusste immer, dass es der 1.12. ist, aber in den letzten Tagen war ich fest der Meinung, es wäre (erst) der Sonntag …

Vorgestern nacht hatte ich den „Papp auf“, wie man im Rheinland sagt. Allgemein ist wohl eher der Begriff „Nase voll“ geläufig. Da der Karateabend so lange gedauert hat, dass es längst dunkel war, habe ich Maxie gefragt, wie wir es nun mit dem Öffnen der Leopardengehege halten wollen. Denn sie werden ja nur zum Fressen separiert und in ihren Innengehegen eingesperrt, danach sollen sie ja wieder ihr großes Gehege (zusammen) nutzen. Maxie meinte, es würde ja reichen, wenn man nur die Innengehege-Schieber öffnet. Als wir dann aber gegen 21 Uhr endlich auf der Farm ankamen, sprang sie fröhlich aus dem Wagen und war … weg! Sch… 😦 Daher musste ich Lollie bitten, mir mit den Autoscheinwerfern zu leuchten, damit ich die Schieber öffnen konnte. Da war ich dann richtig sauer. Denn Maxie hat sich meiner die ganze Zeit stillschweigend und selbstverständlich „bedient“. Sie ist ja froh, dass sie nicht so früh aufstehen muss, aber ich habe ja quasi ihre gesamte Arbeit übernommen! Und sie wird dafür bezahlt, während ich noch Geld mitbringen muss. Bei Jaco ist es was anderes, natürlich freut er sich über meine Hilfe, aber er ist dankbar und wenn es erforderlich ist, machen wir alles zusammen. Nicht so Maxie. Sie hat dieses Spielchen auch schon mit Jaco durch, daher wurden ja auch die festen „Fütterwochen“ eingeführt. Denn sie hat ihn so ausgenutzt, so dass er sogar bereit war zu kündigen. Und sie versucht das grundsätzlich mit jedem. Sie mag die Katzen und die Arbeit, aber wenn sie die Arbeit „abdrücken“ kann, kommt es ihr sehr gelegen. Nachdem es ja letzte Woche schon einmal einen Vorfall gab (ich habe das Lämmerfüttern übernommen, aber sie hatte nicht mal Aufzuchtmilchpulver oder Flaschen in der Küche gelassen, was ich ziemlich unkollegial fand – denn ich musste alles besorgen bzw. mich anderweitig behelfen!), musste ich nun gestern „Tacheles“ reden. Englisch ist ja nicht meine Muttersprache, daher hatte ich mir aus meinem Wörterbuch ein paar Wörter herausgesucht, mit denen ich höflich, aber bestimmt, Maxie in die Schranken weisen kann. Natürlich hat sie hinterher ein ziemliches Gesicht gezogen, aber sie musste es akzeptieren. Meine „letzten Tage“ mache ich daher nur noch die Morgenrunden, und sie hat die Abendrunden zu machen und die Lämmer zu versorgen. Ich muss mich nun selbst in die Schranken weisen, weil ich „natürlich“ versucht war, heute morgen hinter ihr her zu räumen. 😉

Gestern kam ein schwules Paar auf einen Kaffee-Stop bei uns vorbei. Die beiden führen ein sehr exklusives Hotel mit Theater, Kleinkunst und Travestie-Shows, das Karroo Theatrical Hotel. http://www.karroohotel.co.za/ Mark hat 23 Jahre in der Schweiz und in Deutschland an Theatern gearbeitet und spricht gut Deutsch. Sein Partner Jacques spricht zwar kein Deutsch, aber wir haben einfach im Mischmasch miteinander gesprochen. Die beiden sind sehr nett und wir haben uns gleich gut verstanden. Sie heiraten am 24.12. – im Bollywood-Stil, pompös und mit vielen Freunden! Die Homo-Ehe ist in Südafrika seit etwa zwei Jahren anerkannt, das hätte ich gar nicht vermutet. In diesem Punkt so fortschrittlich, aber beispielsweise in Sachen HIV-Prophylaxe so rückständig (Präsident Zuma ging da mit sehr schlechtem Beispiel voran, wie man auch unserer Presse entnehmen konnte: „Duschen nach dem Geschlechtsverkehr reicht!“). Warum die beiden am Heiligen Abend heiraten? Mark kennt den Brauch des Heiligen Abends aus seiner Zeit im deutschsprachigen Raum, und sie feiern immer zweimal Weihnachten, am 24.12. und am „regulären“ 25.12. Und sie wollten ein besonderes Datum für ihren großen Tag. Was auch den Vorteil hat, dass die Gäste am 25.12. ausschlafen können, denn der 25. ist ein allgemeiner Feiertag und alle Geschäfte und Firmen sind geschlossen … 🙂

Apropos Weihnachten: das entsprechende „Feeling“ kommt bei mir angesichts des Wetters nicht wirklich auf! „Father Christmas“ trägt hier eine rote Badehose oder ein weihnachtlich bedrucktes Hawaiihemd mit Bermudas! Gefeiert wird entsprechend: am Strand mit Familie und Freunden, vielleicht badend oder surfend, und mit einem braai … 😀

Unser Serval Turbo hat sich die „Ferse“, genauer gesagt das Sprunggelenk gebrochen! Er kam nämlich erst gestern früh zum Tierarzt und wurde erstmal geröngt. Vermutlich ist er beim Klettern und Springen auf die Futterklappe gefallen, denn das ist der einzige Part im Gehege, der sehr hart ist und Kanten hat. Er wurde heute früh operiert und ich hoffe, es ist alles gut gegangen. Wir bekommen ihn im Laufe des Abends wieder. Bin mal gespannt, wie hier die Wundversorgung gemacht wird.

Gestern hatten Maxie und ich wieder einen cheetah-walk, mit einem belgischen Paar. Wieder mit der „alten Gurke“, aber diesmal mit einer „Sonderaufgabe“ für mich. Wir haben am Horizont ein Schaf gesehen – und Zintle natürlich ebenfalls. Damit sie nicht ausprobiert, ob so ein Schaf in ihren Magen passt, musste ich vorausgehen und das Schaf verscheuchen. 😉 Irgendwie war es durch den Zaun gekommen und fand keinen Weg zurück zu seiner Herde. Also war ich Schafscheuche, bei meinem Nachnamen gar nicht so unpassend. 😉 Nebenbei noch eine andere Schafherde vertreiben, die eindeutig zu nahe am Zaun stand und für Zintle zu „verlockend“ gewesen wäre. Natürlich war die Gepardin immer interessiert, aber so wurde es für die Gäste nicht zu frustrierend. Denn wenn die Geparden Schafe beobachten, gehen sie natürlich nicht weiter, sondern bleiben am Zaun stehen.

Danach bin erstmals geschwommen! Ist ja oft so: man hat etwas Besonderes zur Verfügung, aber nutzt es nicht. Aber die Schwimmrunden im Pool taten gut und dann habe ich auch noch mit den Kindern Wasserball gespielt und getobt. Whippet „Scooby“ wollte mich unbedingt „retten“, laut bellend umkreiste sie den Pool und hat meine Nase abgeleckt, sobald ich zum Beckenrand kam. Außerdem sind wir drei noch ein wenig auf dem Trampolin herumgehüpft. Als Erstklässlerin habe ich Trampolinturnen im Verein betrieben, und es macht immer noch Spaß! Allerdings ist dieses Trampolin nicht für mein Gewicht ausgelegt: wenn ich zu stark hüpfe, schwingt es bis zum steinigen Boden durch. 😉

Abends hatten wir dann unser braai. Leider doch in Richards „hallway“, denn es war empfindlich kühl und windig. Aber wir hatten einen schönen Abend! Leider waren Jaco und seine Frau nicht dabei, denn sie hatten schon etwas anderes vor. Und da sie zur Zeit nur ein Auto haben, mussten sie ihre Besorgungen eben an einem seiner freien Tage erledigen.

Man glaubt es kaum, wie vorsichtig unsere Löwenjungs sind! Heute habe ich ihnen ihre Hühner gebracht, und sie trauten sich kaum zu mir – weil an der Stelle auch die Leiter des Malers stand, die am Vortag noch nicht dort war! Auch vor fremden Menschen in ihrem Gehege laufen sie erstmal weg, bevor die Neugier siegt. Kleine Gegenstände wie beispielsweise ein vergessenes Päckchen Spachtelmasse werden erst vorsichtig von weitem betrachtet, bevor man sich näher wagt und sie genauer „untersucht“. Ob Löwen generell so sind, kann ich aus dieser Beobachtung natürlich nicht sagen, aber sie sind auf jeden Fall deutlich vorsichtiger mit Neuem als unsere anderen recht neugierigen Katzen.

Leopardin Feline spielt immer noch mit der inzwischen ziemlich kaputten Klapperflasche, die ich den beiden letzte Woche gegeben habe. Solange sie klapperte, hat Felix sie für sich reklamiert, aber nun hat er das Interesse verloren. Reichlich platt gelegen und ohne Klapperfunktion wird sie von seiner Schwester immer noch auf den Baum getragen, herumgeschleppt und bespielt. Einer meiner niederländischen Tourgäste leitet eine Tierzubehörfirma in Belgien, er möchte uns sponsern und im Gegenzug mit uns zusammen Katzenspielzeug für Großkatzen entwickeln. Wieder ein Kontakt, den ich nach meiner Rückkehr angehen werde (da das Ehepaar auch noch ein paar Wochen in Südafrika verbringt).

Es war gar nicht so einfach, einen Surf-Stick (hier „dongle“ genannt) für mein Netbook zu bekommen! Ich hatte zwar Pass und Mirceas Adresse dabei, aber wir mussten die Adresse erstmal bei der Polizei „verifizieren“ lassen, da sie nicht im Verzeichnis des Telecom-Anbieters steht (und gefunden haben wir sie schließlich unter Cradock und nicht unter Fish River). So habe ich nun auch mal eine Polizeistation von innen gesehen. 😉 Leider habe ich Mircea gestern nicht telefonisch erreicht, ob ich überhaupt Mobilfunk-Anbindung auf Honingkrantz habe. Aber ich kann ja gegebenenfalls nach Fish River oder Cradock fahren, da wird es funktionieren. Vielleicht wurde mal wieder das Telefonkabel geklaut oder ein Pfahl ist umgefallen, das passiert auf dem Weg vom Dorf zur Farm leider immer wieder… :/

Lollies Pupillen sind unterschiedlich groß! Als medizinisch nicht ganz Unbewanderte fiel mir dies natürlich auf, und es wurde auch durch Maxie und Dolla bestätigt. Wir waren bei der Optikerin, und die hat Lollie nun an einen Augenarzt überwiesen. Zum Glück hat Lollie sonst keine Beschwerden, also keine Kopfschmerzen oder so. Morgen hat sie einen Augenarzttermin. Hoffen wir also, dass es nichts Schlimmes ist!

Hab‘ durch eine Mail erfahen, dass mein Büro-Schreibtisch gestern umgezogen ist. Ich musste vor meiner Abreise noch alles packen, und nun residiere ich vormittags statt im 14. nur noch im 2. Stock – allerdings mit bepflanzter Dachterrasse! Nicht der schlechteste Tausch, zumal ich mit einer netten Kollegen zusammen sitzen werde und das Zimmer wirklich groß und „luftig“ ist (hohe Deckenhöhe.

Der Gepard

Gestern abend hatten Dolla und Gite ihre Gelbgurt- und Mikhael seine Grüngurt-Prüfung in Karate. Wir sind mit „großer Delegation“ mitgefahren und Maxie und ich haben Fotos gemacht. Erstaunlich, wie viele Menschen in Kirkwood und Umgebung Karate betreiben! Und es waren vom Vorschüler bis zum gestandenen Erwachsenen alle Ausbildungsstufen dabei. Ich habe selbst zwei Jahre Karate gemacht, und gerade der Shotokan-Stil ist weltweit ziemlich gleich. Hab‘ mich daher gleich wieder eingefunden, zumal auch hier die japanischen Begriffe verwendet werden. Und so konnte ich Lolly und Maxie eine kleine Einführung über Karate geben, weil man als Laie wirklich nicht viel versteht. Allerdings war es ziemlich langwierig, denn die Erwachsenen kamen erst nach den Kindern dran, und die Gelbgurtprüfungen erst zum Schluss. So haben wir über vier Stunden dort verbracht. Aber alle drei habe ihre Prüfungen geschafft!

Heute abend wird es endlich ein braai geben! Denn nein, in Südafrika grillt man nicht einfach oder hat ein barbeque – nein, man macht ein braai. Gegrillt wird dabei auch, aber genauso wichtig sind kühle Getränke und gute Gespräche. Wir hatten zwar schon häufiger Grillfleisch, aber ein braai findet immer draußen statt. Jede Haus hat seinen braai (Kamingrill) im Hof oder Garten (sogar mein Volunteerhaus!), manche haben sogar einen IM Haus, damit man gegebenenfalls auch im Winter ein braai haben kann. 😉

Was wir unseren Gästen über den Gepard erzählen können:

schnellstes Landsäugetier, von 0 bis 90 km/h in unter 3 Sekunden, „Spitze“ 110-120 km/h

aber die Spitzengeschwindigkeit kann nur ca. 400m aufrecht erhalten werden

der Gepard muss also recht nahe an seine Beute heran und die Entfernung bis zum „kill“ gut abschätzen

egal, ob die Katze eine Beute erwischt hat oder nicht, muss sie nach den ca. 400m rasten und „herunterfahren“, weil sie sonst an Überhitzung sterben würde!

dieses Herunterfahren = Abkühlen und zu Atem kommen, dauert etwa 20 Minuten

falls die Katze eine Beute erlegt hat, kommen in diesen 20 Minuten Hyänen, Löwen oder sogar Leoparden und nehmen ihr die Beute weg – und ggf. landet der Gepard selbst auf der Speisekarte!

Der Gepard ist ein Tagjäger. Aufgrund der Überhitzungsgefahr jagt er aber am liebsten am Morgen und am Abend.

Gepardinnen sind alleinerziehende Mütter, generell leben Geparden solitär. Höchstens die Jungen eines Wurfs bleiben vielleicht noch einige Zeit zusammen, sobald sie sich von der Mutter abgenabelt haben, aber später gehen auch sie getrennte Wege.

Man sagt hier, nur etwa einer von fünf Beutezügen ist erfolgreich. Daran sieht man, welche Kraftanstrengung die Jagd für einen Gepard bedeutet (vor allem für eine Mutter, die Junge zu versorgen hat!), und dass diese Art zu jagen ziemlich uneffektiv ist!

Und das ist mit ein Grund, warum sie so selten geworden sind. Der Gepard ist ein Sprinter, kein Kämpfer. Er ist nicht kräftig genug, um sich gegen andere Beutegreifer zu behaupten. Gerade Gepardenjunge sind auch ein „Snack“ für Hyänen. Von einem Wurf Geparden mit etwa 4-5 Jungen erreicht vielleicht nur 1 bis max. 2 das zweite Lebensjahr, und kann damit in die Welt hinausziehen.

Auf den Schattendächern unser Geparden liegt häufig Kot. Das sind Reviermarkierungen! Auch im Freiland legen Geparden Kratz-, Urin- und Kotmarken an strategisch wichtige Stellen, beispielsweise ihre „Spielbäume“ (Aussichtspunkte).

Sie können nicht klettern (nur die Jungen turnen manchmal auf den Spielbäumen herum) und auch nur bescheiden hoch springen. Daher müssen unsere Gehege nicht überdacht werden. Wir haben zwar Elektrozaun, aber der war in „meiner“ Zeit noch nie an. Denn wenn ein Gepard einmal Erfahrung mit dem Strom gemacht hat, respektiert er die Grenze – sogar unsere halbwilden Zuchtgeparden.

Das südafrikanische Tierschutzgesetz (wie auch das deutsche) schreibt vor, dass keine lebenden Wirbeltiere verfüttert werden dürfen. Deswegen gibt es bei uns auch nur tote Hühner oder anderes Fleisch. Gepardenjunge, die zur Auswilderung vorgesehen sind, kommen nach der „Milchphase“ daher in eine andere Station, die ganz gezielt diese Tiere auf die Auswilderung vorbereitet, damit die Katzen an die Jagd auf lebende Beute gewöhnt werden. Von solchen Auswilderungsstationen gibt es nur sehr wenige im südlichen Afrika. Wenn ich es recht verstanden habe, eine in Südafrika und zwei in Namibia.

Man sagt, es gibt in Südafrika noch etwa 1.000 Geparden. Weltweit etwa 10-12.000, Tendenz sinkend. Der asiatische Gepard steht mit ein paar hundert Exemplaren vor der Ausrottung.

Die uneffektive Jagdtechnik und der verhältnismäßig enge Genpool, dazu die zersplitternden Populationen lassen die Bestände schrumpfen und so dient jedes Zuchtprojekt dem Erhalt dieser wunderschönen Katzen.

Der ganze Körper ist auf diese Sprinttechnik ausgelegt. Die Krallen sind nicht einziehbar und abgestumpft, um mehr „grip“ zu geben, eher wie Spikes. Die einzig scharfe Krallen sind die „Daumenkrallen“, damit können sie die Beute festhalten und „öffnen“. Der gesamte Körper ist aerodynamisch. Auf einen kleinen Kopf folgt ein großer Brustkorb mit einem „Sportlerherz“, das eine Menge Blut pumpen kann. Selbst der lange Schwanz hat eine Funktion als „Steuerruder“, womit der Gepard in der Lage ist, 90°-Wendungen zu machen ohne merklich an Geschwindigkeit zu verlieren. Selbst die schwarzen „Tränenstreifen“ haben ihren Sinn, denn sie sind ein Reflektionsschutz gegen das Sonnenlicht. Ähnlich wie American Football-Spieler ihre „Kriegsbemalung“ auftragen. Denn auch die dient der besseren Sicht, nicht dem Abschrecken des Gegners. 😉

Ein handaufgezogener zahmer Gepard wird niemals mehr „wild“, sondern bleibt zahm sein ganzes Leben, eher wie ein Hund. Daher hatten beispielsweise die alten Ägypter Geparden als Jagdgefährten. Der Gepard bringt die Beute dann sogar zum Menschen! Selbst unsere Junggepardin Gia lässt ihr Huhn liegen und kommt schnurrend ans Gitter, sobald wir uns ihr nähern. Natürlich behalten sie ihre Instinkte, wie unsere Hauskatzen auch. So sind auch die zahmen Geparde durchaus interessiert an unseren Ziegen, dem Esel oder sich schnell bewegenden Kleinkindern oder Objekten. Ein zahmer Gepard kann niemals ausgewildert werden, selbst wenn er jagen gelernt hätte. Denn er würde immer freundlich auf Menschen zugehen – und das wäre sein Todesurteil!

Während der Gepard also zahm bleibt, werden die anderen Großkatzen irgendwann „wild“. Leider weiß man nie, wann sich der Schalter umlegt, das kann in Sekundenbruchteilen sein. Daher würden hier auf der Farm niemals Besucher zu unseren jugendlichen Leoparden oder Löwen gelassen werden. Und selbst Maxie und Jaco müssen sich darauf einstellen, dass nächstes Jahr der „hands on“-Kontakt zu diesen Katzen vorbei sein wird. Sie werden zwar weiterhin freundlich zu Menschen sein, aber sie sind einfach körperlich zu stark. Hier würden auch nie „lion walks“ angeboten werden. Ich weiß, dass es solche Spaziergänge mit Löwen in verschiedenen Stationen gibt. Da gehen aber mindestens zwei Guides mit geladenen und entsicherten Gewehren mit! Ist es das wirklich wert? Denn im Zweifel wird das Tier erschossen, auch wenn der Mensch schuld hat. 😦

Geparden sind übrigens die einzigen Großkatzen, die schnurren! Alle anderen „schnauben“ zur Begrüßung und als Wohlfühllaut. Geparden brüllen auch nicht, sondern haben einen eigentümlich sanften Ruf. Und sie sind sehr „leise“, der Ruf gilt höchstens den Jungen oder einem Partner. Die frühe Wissenschaft hat übrigens den Gepard aufgrund seiner vielen „Hunde“-Eigenschaften (wie die Krallen und die Zahmheit) bei den Caniden (Hundeartigen) eingeordnet. Heute sieht man ihn eindeutig als Katze – aber weil er so speziell ist, bildet er eine eigene Art innerhalb der Felidae.

Mutprobe Teil 3:

Wir haben einen Serval, der ein echter Miesepeter ist! Sein Name ist „Petrol“. Keine Ahnung, welche Laus ihm ständig über die Leber läuft, aber er ist wohl als Misanthrop geboren. Menschen findet er echt ätzend. Daher gehen wir nur zu zweit zum Füttern. Einer lenkt ihn ab, damit der andere sein Huhn reinwerfen kann. Und auch das Wasser geben ist so eine Sache für sich. Er mag keine Männer, vor allem keine Schwarzen, daher schicken wir meist unseren Arbeiter Ace hinein. Aber ich habe ja nicht immer Lust, Ace suchen zu müssen. Also traute ich mich Anfang der Woche selbst in die Höhle des Serval! Mit einer Flasche Wasser „bewaffnet“, und bereit, sie ihm gegebenenfalls überzubraten, falls er mich angreift. Da er aber Wasser gleichfalls hasst (ich habe bei den vorherigen Versuchen Wasser aus einem Eimer in das Gehege „geschüttet“, und nur ein kleiner Teil landete tatsächlich im Napf, da dieser aufgrund der Sonne unter dem Schattendach steht), hätte ich ihn auch einfach anspritzen können. Petrol hat es vorgezogen, böse grollend am anderen Ende des Geheges auf und ab zu laufen. Gut für ihn – und für mich! 😉 Und so habe ich es am Freitag wiederum geschafft ihm Wasser zu geben.
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„Keep smiling! (Karakal Lea)“

Nicht zu fassen …

… meine letzte Woche auf der Daniell Farm ist angebrochen! 😦

Gestern haben unsere beiden Löwenkinder „Thanksgiving“ gefeiert. Zwar ein wenig später als üblich und ohne Truthahn, aber wir hatten Warzenschwein-“spareribs“. Racquel Mong, die amerikanische „Adoptivmutter“ der beiden, konnte dieses Jahr erstmals zu Thanksgiving nicht zuhause sein und war darüber sehr traurig. So habe ich angeboten, dass wir eben mit „ihren“ Löwenkindern feiern. 😉

Abends war ich mit Lolly im „Kronenhoff“. http://www.kronenhoff.co.za/ Es ist eine Art Motel, aber hochklassig und mit gehobener Gastronomie. Wirklich sehr lecker, man hat den Unterschied zum „Lookout“ deutlich geschmeckt. Wir sind ja gerne im Lookout und die Küche ist gut, aber das Gemüse ist das auch bei uns so beliebte Mischgemüse aus der Tüte. Im Kronenhoff ist hingegen wirklich alles frisch! Auch die Atmosphäre und die Einrichtung zeugt von den hohen Ansprüchen der Betreiber. Da ich das Paar durch Lolly kennen gelernt habe, kann ich auch hier nur sagen: hier sind die Leute nbicht abgehoben, auch wenn sie erfolgreich sind. Ganz normale Leute „wie du und ich“, die hart arbeiten, aber auch genießen können.

Um 22 Uhr konnte ich auf „Animal Planet“ den Beginn der neuen Staffel „My cat from hell“ http://animal.discovery.com/tv-shows/my-cat-from-hell sehen, mit dem „Cat Daddy“ Jackson Galaxy. Skuriler Kollege, mit all seinen Tattoos, seiner Haartracht und seinem „Gitarrenkoffer“ mit Katzenspielzeug und anderen Materialien… Aber was mich im Trailer von ihm überzeugt hatte: „it’s a cat, not a criminal!“ Denn viele Menschen sind immer noch überzeugt, Katzen machten viele Dinge in der Absicht uns zu ärgern. Dabei können sie sich nur nicht anders ausdrücken, wenn Dinge in ihren Augen falsch laufen. Und so war es auch in diesen drei Folgen. Wobei mich manchmal entsetzt, mit welchem Unverstand gerade US-Amerikaner ihre Katzen halten. Da sind nicht mal grundlegende Dinge wie ein Kratzbaum oder sinnvolles Spielzeug vorhanden! Jedenfalls waren die gezeigten Fälle alle nicht „ohne“, da es sich durchweg um Aggressionsproblematik gegenüber Menschen handelte, aber Jackson hat (neben einer gewissen Selbstdarstellung) wirklich gute Ansätze und Lösungsmöglichkeiten gezeigt! Leider ist Pay-TV für mich in Deutschland viel zu teuer, daher finde ich schön, dass ich zumindest hier ab und zu Zeit habe, „Animal Planet“ zu sehen. Denn neben einigen bekloppten Giftschlangenfreaks gibt es wirklich viele sehenswerte Dokus!

Heute hatten wir den Tag der kranken Katzen. 😦 Morgens sah ich, das Serval „Turbo“ das linke Hinterbein komplett schonte. Er hat es nicht einmal belastet, wenn er über den kleinen Baumstamm im Gehege ging. Er kam zwar zum Schmusen, hat sich aber schnell wieder hingelegt. Soweit ich sehen konnte, steckte kein Dorn in der Pfote oder ähnliches. Vielleicht „vertreten“? Nachmittags haben Maxie und ich während einer Tour genauer nachgesehen, konnte aber auch nichts weiter feststellen, außer dass nichts gebrochen ist. So müssen wir morgen mit zum Tierarzt, zumal sowieso seine Impfung fällig ist. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes… Und dann musste ich bei einer nachmittäglichen Tour feststellen, dass Gepardin Ola ebenfalls humpelte! Bei ihr meinte ich zu sehen, dass in der rechten Hinterpfote ein dicker Dorn steckte. Sie hat sich dann wieder hingelegt, geschnurrt und eine bestimmte Kräutersorte gefressen (sie hat sich die Halme gezielt herausgesucht). Da Schnurren ja auch ein Ausdruck von Schmerz sein kann, habe ich die Gäste nicht näher an sie heran gelassen. Auf dem Rückweg von meiner Tour habe ich Maxie für ihre soeben startende Tour Bescheid gegeben und wir haben auch noch einmal später nachgesehen. Das Humpeln war weg und sie ist sogar auf ihr Schattendach gehüpft. Sie hat sich den Dorn also wohl selbst heraus gezogen.

Neue Waisenkinder

Gestern früh drückte mir Richard zwei neue Waisen in die Hand: zwei Vogelküken.
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Diese Art wird hier kievit genannt, ich vermute es sind Kiebitze (die ja auch Zugvögel sind). Richard hatte die beiden verlassen an der Straße gefunden. Nun habe ich ja schon alle möglichen Tierkinder betreut und aufgezogen, aber das waren eher „handfeste“ Gesellen wie Hunde, Katzen, Kälber, Ferkel oder unsere Ziegenflaschenkinder. Aber so etwas Filigranes wie diese beiden Vögelchen traue ich mich gar nicht anzufassen! Und was fressen die Kiebitze überhaupt? Zum Glück konnte ich die Küken an Dolla abgeben, die schon als Kind mit ihrem Vater Vogelwaisen aufgepäppelt hat. Und da sie ja den ganzen Tag im Shop ist, kann sie das auch besser mit ihrer Arbeit verbinden. Die Vögelchen bekommen nun einen „pap“ (Brei) aus Hühneraufzuchtfutter, kleinen Würmern und Insekten, denn Kiebitze sind Allesfresser, die in der Natur Sämereien und Insekten zu sich nehmen. Da die Küken noch viel zu klein sind, um mit einer Spritze gefüttert zu werden, wird der pap auf ein Stück Draht „gespießt“ und dann in den mit einem Fingernagel geöffneten Schnabel geschoben.

Ab heute bin ich nun auch im Wildschutz tätig! Gestern war ein Angestellter der Wildschutzbehörde da, der Karakalkot von unserer Lea möchte. Ein Farmer hat Probleme mit einem Karakal auf seinem Land. Damit die Katze nicht getötet werden muss, soll sie nun vergrämt werden. Das geht am besten, in dem man ihr „zeigt“ dass dieses Revier schon „besetzt“ ist! Also wird der Wildhüter den Kot eines anderen Karakals an „strategisch günstigen“ Stellen verteilen. So werde ich nun beim Reinigen der Gehege Leas „pooh“ gesondert in einem Plastikbeutel sammeln.

Gestern gab es wieder einen Mädelsabend im „Lookout“. Weil weder Maxie noch ich die letzten beiden Tage Gelegenheit zum Lunch hatten, waren wir entsprechend hungrig. So ein Kudusteak ist zwar „mächtig“, aber ich habe es komplett verschlungen! 😉

Ola hat gestern erstmals nach mir gehauen. Die Gepardin genießt es ja gestreichelt zu werden, daher können wir auch mit Besuchern zu ihr reingehen und ihnen dabei vieles über diese besondere Katzenart erzählen. Bei meiner letzten Tour war Ola jedoch viel mehr an dem „backie“ interessiert, mit dem Maxie und ein paar Arbeiter am Gehege vorbeifuhren. Just als ich den Gästen die scharfe „Daumenkralle“ zeigen wollte – hat sie meine Hand genau damit weggeschubst. Nun habe ich eine kleine Schramme mehr, aber wirklich nichts Schlimmes! Auch eine Hauskatze zeigt einem deutlich, wenn ihr etwas nicht gefällt, nur sind die „Dimensionen“ beim Gepard eben etwas größer… 😉

Gestern durften die beiden Erdmännchen aus dem Blech-rondavel zu Maxie in ihren kleinen Innenhof umziehen. Seit der Springbock „bokie“ bei den Ziegen lebt, ist der Hof ja „leer“. Über Nacht müssen sie aber zur Sicherheit in eine Transportbox, damit es zum Beispiel keinen Streit mit den Hauskatzen gibt.

Katzenbeschäftigung

Neben den Rappelflaschen und Bällen gibt es noch mehr Möglichkeiten, die Katzen zu beschäftigen (=“enrichment“). Gestern haben die Löwenjungs einen alten Autoreifen mit „Maggi“ von mir bekommen. Aber Duftstoffe scheinen sie noch nicht zu interessieren. Auch bei unseren Hauskatzen weiß man, dass das Interesse an Katzenminze oder Baldrian meist erst in der Pubertät erwacht – wenn überhaupt, denn manche Katzen sind gar nicht an diesen Düften interessiert. Vielleicht sind Chuck und Norris einfach noch zu jung.
Für die „Vogeljäger“ (Serval und Karakal) kann man die Beschäftigung mit Rappelflaschen sogar noch verfeinern, in man sie an ein Seil an die Gehegeüberdachung hängt. Dann springen die Katzen und stupsen die Flasche an. Allerdings machen sie das nicht ganz so gern, weil sie die Flasche dann nicht „erbeuten“ können. Lieber fangen sie die Flaschen, wenn wir sie werfen und sie spielen auch selbst damit. Erstaunlich wie gerne größere und große Katzen „Lärm“ machen! 😉 Die Leoparden haben vorgestern eine Rappelflasche von mir bekommen. Nur Felix hat damit gespielt, aber sehr ausführlich! Die Flasche ist zwischenzeitlich ziemlich kaputt und platt gespielt, wird aber immer noch herumgeschleppt. Ich habe ein paar Videos gedreht, die ich aufgrund der „wahnwitzigen“ Geschwindigkeit des Internets hier jedoch leider nicht auf meinen youtube-channel („thpschaefer“) laden kann.

Den Leoparden habe ich hingegen ein wenig Eselmist ins Gehege geworfen. Huh, das war interessant! Feline hat eifrig die Duftspur untersucht und die Nase dann genüsslich in das „pooh“ getaucht! 😀

Zu gucken haben unsere Katzen jeden Tag genug, mit all‘ den Bauarbeitern, Besuchern, dem Blick in die wundervolle Landschaft, auf die anderen Katzen und die „ausgebüchsten“ Schafe, Ziegen oder unserem Esel.

Das neue Karakal-Gehege ist fast fertig. Es sieht genial aus, die beiden haben sogar eine Höhle bekommen. Diese wurde aus einem Stück Zement-Leitungsrohr, einer Maschendrahtkonstruktion, einem aufgeschütteten Erdhügel und Bruchsteinen sehr „natürlich“ gestaltet.
karakalgehege

Aus dem einen angekündigten Bus sind dann gestern drei geworden! Man muss sich das mal vorstellen: zwei Busse haben sich ein Wettrennen geliefert, denn der „erste“ ist natürlich auch zuerst mit der Tour dran. Denn auf ausgemachte Uhrzeiten kann man sich hier eh‘ nicht verlassen. Wir sind nun mal in Afrika! Das hat ja auch sein Gutes, denn wenn man sagt: „ich komme in 5 Minuten“, und es kommt etwas dazwischen (was fast immer geschieht), ist wenigstens keiner böse. 😉 So haben Maxie und ich gestern besonders vielen Besuchern unsere Katzen gezeigt und wir mussten in „Schichten“ arbeiten, denn der große Bus mit 46 Personen konnte sowieso nicht auf einmal durchgeschleust werden. Solche großen Gruppen teilt man auf und man arbeitet dann „gegenläufig“, denn das kann man unter anderem auch Ola gar nicht antun, dass so eine Menge Leute auf einmal in ihrem Gehege steht und sie streicheln will. Außerdem würden viele Besucher unsere Erläuterungen nicht verstehen können, wenn sich die Gruppe zu weit auseinander zieht. Aber jeder bekommt alle Katzen zu sehen und am Schluss kommen alle wieder zusammen.

erdmannspende
Unsere Ausbrecherkönige brauchen ein neues Gehege! Unser Bauunternehmer wird mit seinen Leuten das Gehege binnen etwa zwei Wochen komplett sanieren, neben dem Neubau der Karakal- und Löwenanlagen.
Leider wird die Sanierung des Erdmännchen-Geheges etwa 2.500 EUR kosten!!!
Könnt und mögt ihr helfen? Am einfachsten geht es per Paypal an den niederländischen Verein „Wild Cats World“, der die Spenden dann weiterleiten kann. Die Adresse für Paypal-Spenden lautet: info@wildcatsmagazine.nl Im Betreff bitte „meerkats-enclosure“ oder „meerkats“
Herzlichen Dank sagen Erdmann und -frau!!!

Heute dürfen die beiden aus dem Blech-Rondavel zu Maxie in ihren Innenhof umziehen. Seit der Springbock „bokie“ bei den Ziegen lebt, ist der kleine Garten ja „leer“.