Noch sechs Tage…

Hier werde ich die ersten vier Wochen verbringen:

http://www.wildcatsworld.nl/36839019 in Kooperation mit http://www.daniellcheetahproject.org/

Und bei den eisigen Temperaturen heute einen „Sommer(haar)schnitt“ verpassen lassen… B)

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In einer Woche…

… befinde ich mich um diese Uhrzeit vermutlich über der Iberischen Halbinsel… 😉

Während bei uns der Winter einkehrt – sogar hier im Rheinland wurde heute Nacht die 0°-Grenze touchiert! – wird es in Südafrika Sommer:
http://www.weathercity.com/za/ec/kirkwood/

Und diese Einfahrt wird mich am 04.11. erwarten:

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Das Foto hat Babette im September gemacht, jetzt wird es schon grüner sein! 😉

Die Mitbringsel/Gastgeschenke (Haribo-Süßigkeiten, Zigarren für die Pfleiderers, Gewürze für das Katzen-„Enrichment“ und Lebkuchen – schließlich wird es auch in Südafrika Weihnachten! ;D) liegen nun auch bereit. Und gestern habe ich das Netbook soweit vorbereitet, dass alle benötigten Programme vorhanden sind und auch laufen (Text- und Bildbearbeitung und aktuelle Browser).

So langsam wird es ernst… ;-)

Heute sind die Flugtickets und die Buchungsbestätigungen für Leihwagen und Nationalpark gekommen. Die Restzahlungen wurden der Kreditkarte belastet.
Pass und Internationaler Führerschein sind auch da.
Meine voluntary donation habe ich soeben nach Südafrika überwiesen. Da es nicht ratsam ist, viel Bargeld mit sich herumzutragen, war es mir lieber die Bezahlung bereits vorab vornehmen zu können. Interessant ist, dass ich die Ãœberweisung über „xend-pay“ deutlich günstiger vornehmen konnte als bei meiner Hausbank. 😉

Erdmann

Diese Karte habe ich bereits letztes Jahr von meiner Mutter zum Geburtstag erhalten. B)

Ãœbrigens werde ich nicht alleine zu Mircea Pfleiderer fahren! Ein Schweizer, den mir Mircea als „jungen Mann“ vorgestellt hat (es stellte sich heraus, dass wir vom gleichen Jahrgang sind! :>>) wird am 1.12. mit mir mitfahren und -forschen. Während ich dann nach 11 Tagen zum Nationalpark aufbreche, wird er noch länger bleiben und die Arbeit fortsetzen. Also: welcome on board, Thomas! :wave:

Volunteering

In Deutschland ist das Mitarbeiten in afrikanischen Tierschutzprojekten hauptsächlich durch die Farmen „Harnas“ und „N/a’an ku sê“ in Namibia bekannt. Diese Farmen wurden durch Dokumentarserien im Fernsehen vorgestellt. Barbara Imgrund hat in ihrem Buch „Wild Woman“ ihre Zeit auf N/a’an ku sê berichtet. Dieses Buch empfehle ich gern, es gibt einen guten Einblick in die Arbeit in einem solchen Projekt!
Im englischsprachigen Raum sind aufgrund von Fernseh-Dokus die Organisationen „Cheetah Conservation Fund“ und „AfriCat“ bekannt. Diese beiden Organisationen arbeiten ebenfalls (hauptsächlich) in Namibia. Ich selbst werde in der „Spotted Cats Conservation“ in Südafrika mitarbeiten.
Es gibt natürlich noch viele weitere Projekte, und wer sich ein wenig umschaut, wird etliche Möglichkeiten finden!

Alle Projekte verfolgen mehrere Ziele: Auffangstation für verwaiste und verletzte Wildiere, Wiederauswildung der gesund gepflegten und in der Wildnis überlebensfähigen Tiere, Aufklärung der Farmer über die Beutegreifer, Nutztierschutzmaßnahmen (Wissensvermittlung, Lebendfallen aufstellen und beim CCF z.B. Ausbildung von Herdenschutzhunden), Aufklärung über Trophäen- und „Gatter“-Jagd (beim „canned hunting“ werden die Tiere in kleine Gehege gesperrt, damit sie auch ein unerfahrener Jagdtourist leicht erlegen kann!), Ächtung der Wilderei und der Fallenstellerei. Gerade zum hochemotionalen Thema Jagd wird durch Aufklärungsarbeit darauf hin gearbeitet, dass lebende Tiere letztlich mehr Geld einbringen als tote… Denn viele Farmer im südlichen Afrika verdienen immer noch Geld mit Jagdtourismus. >:-(
Eine reine Auffangstation ist der „Lions Rock“ der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Hier finden „ausgediente“ Zoo- und Zirkuskatzen ein Zuhause in Südafrika. Solche Auffangstationen gibt es leider viel zu wenige. In Europa sind mir bislang nur bekannt: Raubkatzen- und Exotenasyl ins Ansbach, Stichting Pantera und Stichting Leeuw in den Niederlanden (wobei ich von Stichting Leeuw aus aktuellem Anlass eher abrate nach dem äußerst mysteriösen Tod eines Karakal-Weibchens in deren Station). Auch diese Vereinigungen suchen ehrenamtliche Helfer. Übrigens haben im Tierheim Rüsselsheim jahrelang zwei Tigerinnen gelebt, die einem heruntergekommenen Wanderzirkus abgenommen wurden. Diese beiden Katzen durften vor Kurzem in den Lions Rock umsiedeln.

In den afrikanischen Projekten kann man als „Volunteer“ mitarbeiten. Man hilft dort freiwillig mit, die Tiere zu füttern und zu pflegen. Dass reicht vom Misten der Gehege bis zur Handfütterung süßer „Katzenbabies“… das erstere überwiegt allerdings deutlich. 😛 Für die Katzen wird morgens das Fleisch portioniert. Da darf es einen beispielsweise nicht gruseln, wenn ein altes Pferd gebracht und frisch geschlachtet wird! Außerdem wartet auch Knochenarbeit beim Zäuneziehen oder Brunnenbauen. Eventuell muss man auch dem Tierarzt, in der Schule für die Mitarbeiterkinder oder bei der Büroarbeit helfen. In manchen Projekten wird auch geforscht, und dann wird man zum „Tracken“ (Spuren verfolgen und Beobachten) von ausgewilderten Tieren eingesetzt.
Die meisten Projekte verlangen einen Mindestaufenthalt von etwa drei Wochen. Das macht auch Sinn, denn man muss ja zunächst einige Tage eingearbeitet werden. Bevor man selbstständig Aufgaben übernehmen kann, dauert es eine gewisse Zeit und bindet Mitarbeiterkapazität, so dass sich kurze Aufenthalte für die Farmen einfach nicht „lohnen“. In manchen Projekten kann man je nach Ausbildung und Fähigkeiten Wunschaufgaben angeben, aber meist wird einfach die Arbeit gemacht, die eben anfällt. Zahme Geparden kuscheln nimmt allerdings grundsätzlich den wirklich allergeringsten Teil der Zeit ein!

„Freiwillig“ bedeutet nun nicht „kostenlos“! Zum Einen muss man für Kost und Logis aufkommen, zum Anderen finanzieren die Farmen die Tierschutzarbeit durch Besucher, Gäste und eben die Helfer! Gerade die Katzen verschlingen Unsummen, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man nicht selbst einen Springbock schießt oder ein „ausgedientes“ Rind geschenkt bekommt, muss man Fleisch kaufen – und das ist auch in Afrika nicht billig! Verletzte Tiere benötigen einen Tierarzt, und auch der muss von irgendetwas leben. Gehege müssen gebaut und unterhalten und Pacht oder Kaufpreis für Bodengrund gezahlt werden. Und zuletzt haben die Betreiber des Projekts ihr Leben als Farmer oder ihren Beruf aufgegeben, um den Tieren zu helfen. Sie schwelgen nicht im Reichtum, aber essen und wohnen müssen auch sie!
Es muss also Geld hereinkommen. Daher zeigt man die Station Tagesgästen, die dafür mal einen zahmen Geparden streicheln oder Fotos mit den Tieren machen dürfen. Die Tiere werden hierbei nicht bedrängt! Wenn der Gepard keine Lust mehr hat, darf er sich zurückziehen (er ist immerhin noch ein Wildtier und darf nicht in die Lage geraten sich verteidigen zu müssen)! Manche Projekte haben eine Lodge für Urlauber, die dann durch ihren Aufenthalt die Arbeit mitfinanzieren. Über verschiedene „Fundraising“-Maßnahmen werden Spenden generiert. Und schließlich tragen die Volunteers dazu bei, in dem sie einen bestimmten Betrag für das Mitarbeiten-Dürfen entrichten.

(Bei mir ist es nun so, dass durch die recht kurzfristige Änderung meiner Reisepläne der Aufenthalt deutlich verteuert. Während ich als geladener Gast in der Forschungsstation von Dr. Pfleiderer freiwillig eine Art „Haushaltsgeld“ entrichte (das ich nach den Erfahrungen meiner Kollegin ermittle), finanziert sich die Spotted Cats Conservation unter anderem auch durch mein „voluntary fee“. Da macht es dann schon einen Unterschied, ob man wie ursprünglich geplant nur zehn Tage – oder, wie jetzt vereinbart, vier Wochen bleibt! Aber die Erfahrung als solche ist sowieso unbezahlbar!)

Das liebe Geld spielt bei einem solchen Vorhaben also durchaus eine Rolle. Man sollte mit etwa 650-1.000 EUR voluntary fee pro Woche (!) rechnen (meist wird es prozentual günstiger, je länger man bleibt, da man dem Projekt dann mehr „Nutzen“ bringt). Dazu kommt dann noch der Flug und etwas Taschengeld… Je nach Projekt ist das Leben recht komfortabel bis spartanisch einfach. Die einen volunteers schlafen im Haupthaus in Einzel- oder Doppelzimmern und sitzen mit der Familie am Esstisch, die anderen wohnen in zugigen Mehrbetthütten, müssen sogar den Schlafsack noch mitbringen und ihre Mahlzeiten in einer gesonderten Küche mit Aufenthaltsraum selbst zubereiten. Die Spannbreite ist groß und nicht an den Beträgen festzumachen! Man sollte sich also schlau machen und bereit sein, mit einfachem Gegebenheiten auszukommen. Die Teilnahmegebühr wird von den Projekten als „Spende“ eingenommen („donation“), denn offiziell „arbeiten“ darf man ohne besondere Genehmigung weder in Namibia noch in Südafrika. Deswegen ist der Aufenthalt der volunteers auch auf maximal drei Monate begrenzt, denn nur solange ist ein Touristenvisum gültig. Beide Länder haben Arbeitsgesetze, die klar regeln, dass Ausländer nur offiziell arbeiten dürfen, wenn sich kein Einheimischer für den Job findet. Bei einer relativ einfachen Anlern-Tierpflegetätigkeit kann man wohl eher nicht davon ausgehen, dass das kein Namibier oder Südafrikaner machen könnte… Aber ein Angestellter hätte natürlich Anrecht auf einen Lohn, eine Art Sozialversicherung etc. Da sind freiwillige Praktikanten deutlich billiger – und die bringen neben einer hohen Motivation sogar noch Geld mit! Ob die hohen „Spenden“ also gerechtfertigt sind und ob es nicht auch andere Wege gäbe, darüber darf man trefflich streiten. Beim Ansehen der Fernsehdokus habe ich mich jedenfalls sehr gewundert, wie die vielen jungen Menschen in den Projekten das wohl finanzieren. Alles „sponsored by Mutti“? Aber welcher Normalsterbliche kann seinem Kind eine solche Reise ermöglichen? Also nur was für „Reiche“? Nicht unbedingt – ich hatte selbst in einem meiner Katzenbiologie-Seminare einen Tierpfleger (Fachrichtung Tierheim) als Teilnehmer, der für vier Wochen in Namibia war. Wenn man die Gehälter von Tierheimmitarbeitern kennt, weiß man, dass er dafür sehr lange sparen musste. Trotzdem hat er es fertig gebracht! Und wenn man sich ansieht, was ein regulärer „Safari-Urlaub“ kostetÂ… dann erscheint so ein volunteering geradezu preiswert. Dafür bekommt man Kost und Logis, harte Arbeit – aber eine große Portion Afrika, eine sinnvolle Aufgabe und unvergleichliche Erlebnisse!

Katzenforschung – was mache ich da eigentlich?

Eigentlich ist immer noch erstaunlich wenig bekannt über Katzenverhalten. Während man den Wolf als Ahn des Haushundes schon ganz lange studiert – und trotzdem immer Neues entdeckt, hat man sich um die wilden und domestizierten „Samtpfoten“ viel weniger gekümmert. Zu eigenständig sind sie den Menschen wohl erschienen, und die Falbkatze als Ahnherrin unserer Hauskatze vielleicht zu unzugänglich. Und vielleicht ist uns der Hund in seinem familiären Sozialverhalten einfach „näher“. Während es eine Menge Canidenforscher gibt, konnte und kann man von Felidenforschung selten leben. Paul Leyhausen war der deutsche „Katzenpabst“ und hat heute noch gültige Standardwerke über Katzen geschrieben (z.B. „Katzenseele“). Dennis Turner hat in der Schweiz umfangreiche Studien über Bauerhofpopulationen gemacht. Und Löwenrudel in Afrika sind auch schon sehr sorgfältig beobachtet worden.
Heutige Forscher sind beispielsweise Marianne Hartmann-Furter mit ihren Untersuchungen zu europäischen Wildkatzen, Jennifer Ringleb zur Fortpflanzungsbiologie, natürlich Mircea Pfleiderer, die die Forschungen von Paul Leyhausen fort- und eigene Projekte durchführt, und Alexander Sliwa, der die Schwarzfußkatzen in Afrika erforscht – auch um sie für die Nachwelt zu erhalten.

Ein so wenig „beackertes“ Gebiet hat auch seine Vorteile: man kann noch richtige Grundlagenforschung betreiben! So eben auch im Karoo Cat Research. Mircea Pfleiderer hält dort verschiedene wilde Kleinkatzen und bietet Praktikanten, Diplomanden und Doktoranden die Möglichkeit, Verhalten zu beobachten und zu dokumentieren. Es geht dabei nicht nur um das Wissen an sich, sondern auch darum, Vergleiche zwischen Wild- und Hauskatzen zu ziehen und daraus Methoden der artgerechten Haltung und Beschäftigung zu entwickeln – was dann Zootierhaltungen und auch unseren Haustigern zugute kommt.
Meine Aufgabe wird sein (zumindest laut derzeitiger Planung), die „Pfotigkeit“ von Katzen mit zu untersuchen. Sind wilde Katzen Links- oder Rechtshänder? Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern?
Für Hauskatzen gab es dazu in Irland eine Untersuchung (allgemeiner Artikel). Ob es bei den wilden Katzen ebenso ist und was sagt das vielleicht über die Gehirnentwicklung bei der Haustierwerdung (Domestikation)?

Wie nun so eine Forschungsarbeit entsteht?
Zuerst überlegt man eine Fragestellung. Was möchte man wissen? Die Fragestellung muss sehr exakt und eng eingegrenzt sein, weil man sich sonst bei der Untersuchung in unzähligen Details verliert, die zwar spannend sind, aber nicht zum Gegenstand der Untersuchung passen. Aus der Fragestellung macht man einen möglichst einfach zu bedienenden Erhebungsbogen für Daten, die man zählen oder messen kann. Am einfachsten ist eine Strichliste.
Dann beobachtet man das zu untersuchende Verhalten. Dazu muss man sich erstmal einsehen, damit man die Individuen genau auseinander halten kann. Man muss also Merkmale finden, an denen man die Tiere auseinander halten kann. Eine Doktorandin im Kölner Zoo hat das mal so gelöst, dass sie den Erdmännchen verschiedenfarbige Punkte aufgemalt hat, damit sie sie auseinander halten konnte (bei etwa 30 wuselnden Tieren nämlich definitiv nicht einfach!). 😛
Dann setzt man sich vor die zu untersuchenden Tiere, beobachtet sie und führt die Strichliste. Hat man eine repräsentative Auswahl über einen gewissen Zeitraum ermittelt, kommt die statistische Auswertung der Daten und danach schreibt man die Zusammenfassung über das, was man herausgefunden hat. Das ist der Teil, der gerade einem Feldforscher (also jemandem, der „draußen“ in der Natur ist) am wenigsten Spaß macht, denn da sitzt man dann nur noch am Rechner. :**:
In 2009 habe ich bei Udo Gansloßer ein „Methodenpraktikum“ absolviert. Dabei habe ich mit meinen beiden Mitstreiterinnen drei Tage lang afrikanische Elefanten im Wuppertaler Zoo beobachtet. Dazu gehörte es auch, das Gesehene auszuwerten und darüber eine Arbeit zu verfassen. Somit habe ich zumindest schon einen kleinen Einblick in die wissenschaftliche Arbeitsweise erhalten.
Bei der Frage der Händigkeit arbeite ich natürlich nicht alleine. Mircea wird mehrere Leute haben, die für diese Arbeit Daten zusammentragen. Von verschiedenen Katzenarten, aus Zoos, Gehegen und vielleicht sogar aus dem Feld (= Freiland). Es werden also bereits Fragestellungen ausformuliert sein und Erfassungsbögen vorliegen. Dann heißt es, sich zur Aktivitätszeit der Katzen vor das Gehege zu setzen und die Liste zu führen. Das wird also bedeuten, dass ich hauptsächlich morgens und abends, und vielleicht noch um die Mittagszeit beobachte – und wenn die Katzen schlafen, habe ich auch „frei“… ;D
Und wenn eine solche wissenschaftliche Arbeit irgendwann mal veröffentlicht wird, steht man immerhin als Mitarbeiter drin, ist doch auch was! 😉

– – – – –

Pass und Internationaler Führerschein sind nun da. Kopien habe ich bereits davon gemacht, die dann im Reisegepäck verteilt werden. Ein Tip, den ich von Fernreisenden bekommen habe: Dokumente einscannen und im Internet hinterlegen (auf einem Mail-Server oder in der „Cloud“), so dass man jederzeit darauf zugreifen kann. Botschaften verfügen weltweit über Internetzugang, und so kann im Falle des Verlusts die Beschaffung von Ersatzpapieren viel einfacher erfolgen.

Ich bin gefragt worden, wie man sich medizinisch vorbereitet. Da musste ich in meinem Fall gar nichts Spezielles tun! Die „Karoo“ ist eine steinige Halbwüste und dort gedeihen keine Anopheles-Mücken, also gibt es auch keine Malaria.
Wichtig ist der Tetanus-Schutz, auch wegen der Arbeit mit den Katzen, aber diese Impfung habe ich eh‘.
Ein gewisses Risiko besteht für Hepatitis A+B, die vor allem in der schwarzen Bevölkerung verbreitet ist. Aber da ich nicht vor habe, Sex zu haben, kann ich das Erkrankungsrisiko (im Vergleich zu den Nebenwirkungen der Impfung) getrost vergessen.
Gelbfieber gibt es in Südafrika nicht, und mit der in Deutschland üblichen „Vierfachkombi“ hat man ja außerdem einen Schutz gegen Diphterie, Kinderlähmung und Keuchhusten (ich gehöre sogar zu der Generation, die noch gegen Pocken geimpft wurde). Außerdem bin ich gegen Pneumokokken geimpft. Das reicht!
An eine Malariaprophylaxe sollte eventuell jemand denken, der in den Krüger-Nationalpark möchte, denn dort gibt es feucht-schwüle Gegenden, wo sich die Sumpfmücke wohl fühlt. Allerdings nehmen die meisten Reisenden heutzutage die Tabletten nur für den Notfall im Gepäck mit und nehmen sie nicht vorsorglich ein, denn die Nebenwirkungen sind anscheinend nicht „ohne“.
Wenn es ganz dumm kommt, kann man sich auch gänzlich ohne Sumpflandschaft, nämlich auf einem Flughafen, mit Malaria anstecken – wenn eine befallene Anopheles-Mücke aus einem Endemie-Gebiet „mitgereist“ ist. Aber dieses Risiko halte ich für derart vernachlässigbar, dass ich mich dagegen nicht wappnen werde… 😉

Und so hat es damals angefangen…

löwe

Auf diesem Bild bin ich etwa 4-5 Jahre alt, es ist in Riccione an der Adria entstanden. Damals war es noch üblich, Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, in dem ihre Kinder mit Wildtieren fotografiert wurden. Daß solche inzwischen illegalen Geschäftspraktiken immer noch „ziehen“, wurde erst jüngst an der „Fotolöwin“ Basilea deutlich, die vom Verein „Vier Pfoten“ übernommen und ins Refugium „Lions Rock“ gebracht wurde – wo sie jetzt erstmal lernen muß ein Löwe zu sein!

Auch wenn an dem Bild deutlich wird, dass meine Liebe zu den Katzen schon früh ausgeprägt war (der „skeptische Blick“ liegt wohl eher an der Sonneneinstrahlung), sehe ich dieses Foto aufgrund seiner Entstehung heute zwiespältig, seit ich mehr über den Umgang mit solchen Tieren weiß. Erst viele Jahre später habe ich erfahren, daß dieses Löwenkind nicht mehr lange gelebt hat. Meist werden die Tiere für diese Fotoarbeiten sowieso medikamentös ruhig gestellt – und wenn sie zu alt zu und zu gefährlich werden, entsorgt. Aber dieser kleine Löwe hat wohl ein paar Tage nach der Aufnahme ein Kind gekratzt und gebissen – und wurde daraufhin getötet… Vermutlich ging das Geschäft recht schnell mit einem neuen Löwenbaby weiter! :**:

Ãœbrigens gibt es noch ähnliche Bilder von mir (ein paar Jahre später) mit einem Schimpansen…

Noch knapp einen Monat…

… dann geht es los nach Südafrika!

Eine Idee davon entwickelte ich im Februar 2011, als ich bei meiner Mutter am Frühstückstisch saß und wir über eine Tiersendung vom Vortag sprachen. Meine Mutter konnte es nicht lassen, ihrem Freund zu erzählen wie begeistert ich als Kind vom „Daktari“ war, und dass ich gerne Tierärztin geworden wäre. 😉
Ja, sicher war Afrika ein Traum. Vor allem einmal die wilden Katzen sehen…
Das wäre doch etwas zum 50. Geburtstag!
Wenn nicht jetzt, wann dann!

Bereits in 2009 habe ich anlässlich eines Seminars Dr. Mircea Pfleiderer kennen gelernt. Sie hat mit dem deutschen „Katzenpabst“ Prof. Dr. Paul Leyhausen zusammengearbeitet, der das Standardwerk zum Verhalten „Katzenseele“ geschrieben hat. Mircea hat in Südafrika eine eigene kleine Forschungsstation aufgebaut, in der sie weiter über das Verhalten von wilden Kleinkatzen arbeitet. Nach dem Seminar hatte ich gesagt, daß ich gerne einmal kommen würde – und wurde herzlich eingeladen.
Hirngespinst irgendwie, aber nun war ich ja zwei Jahre weiter. Doch natürlich gab das Budget eine solche Reise auch weiterhin nicht her. Aber auch hier passierte etwas. Ich erhielt letztes Jahr eine gewisse Summe, von der ich mein Auto abzahlen und etwas auf die Seite legen konnte. Und plötzlich nahm der Traum von meinem persönlichen Out of Africa Gestalt an!
Fleissig sparen und jeden Monat eine gewisse Summe zusätzlich zurücklegen gehörte natürlich dazu!

Wenn die Götter es gut mit einem meinen, fügt sich noch mehr zusammen. Die Einladung galt, und mit meiner Kollegin Sabine kannte ich ja sogar jemand, die bereits beim Karoo Cat Research gewesen war! Nachdem auch klar war, dass ich meinen sechswöchigen Jahresurlaub im Büro „am Stück“ nehmen konnte (das war zwar nicht ganz so einfach, aber da mein Vorgesetzter sein Masterstudium teilweise in Südafrika absolviert hat…), konnte es an die Planung gehen. Zwischenzeitlich hatte ich über Facebook eine Holländerin kennengelernt, die sich sehr für den Schutz der wilden Katzen einsetzt und in den Niederlanden eine Auffangstation für „ausgediente“ Zoo- und Zirkuskatzen gegründet hat. Babette baute zu dem Zeitpunkt gerade mit einer „Gepardenfarm“ in Südafrika eine Auffang- und Wiederauswilderungsstation auf. Und das „zufällig“ in relativer Nähe zu Mirceas Farm.
Da ich auf jeden Fall nicht nur Forschungsarbeit an Kleinkatzen machen, sondern auch Großkatzen sehen wollte, bot dies die Gelegenheit, als freiwilliger Helfer (Volunteer) auf der Daniell Farm mitzuarbeiten. Ach ja, und für das „Out of Africa“-Feeling noch ein paar Tage Safari zum Schluß – im Addo Elephant Park, der praktischerweise gewissermaßen „daneben“ liegt? Nun, die luxuriösen Lodges waren finanziell illusorisch, aber es gibt auch günstigere Ãœbernachtungsmöglichkeiten mit Selbstversorgung. Geführte Pirschfahrten (game drives) kann man vor Ort im Park buchen, und man darf auch selbst fahren.
Es fügte sich!

Im Frühjahr habe ich über das Frauenreisebüro Fairlines in Hamburg den Flug und den Mietwagen gebucht (das Reisebüro kann ich wirklich empfehlen, sie haben mir die günstigsten und sinnvollsten Möglichkeiten herausgesucht!). Zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass mich Mircea vom Flughafen abholt. Abgesehen davon, daß ein Allradfahrzeug für die ganzen sechs Wochen bereits damals etwa 2.500 EUR gekostet hätte – damit es dann wochenlang nur herumsteht? Für die Daniell Farm und den Nationalpark würde das Auto aber sehr praktisch sein, so dass ich das Auto nur für die letzten zwei Wochen gemietet habe.
Im Sommer konnte ich dann auch die Unterkunft im Park buchen.
Nun kam das Problem: Mirceas alter Land Rover ist so klapprig, dass sie die Strecke nach Port Elizabeth nicht fahren möchte. Sie würde mich also nicht abholen! Was nun? Mh… es gibt eine Bahnstrecke, die von Kapstadt nach Johannesburg führt, und dabei auch in Port Elizabeth und Cradock Halt macht. Nachdem auch in Südafrika Unternehmen „umstrukturiert“ werden und die Personenbeförderung davon betroffen war, war die Website des Shosholoza Train monatelang offline! Und als endlich ein Fahrplan veröffentlicht wurde, fiel ich aus allen Wolken: die Strecke wird nur dreimal wöchentlich bedient! Der Zug fährt nur sonntags, mittwochs und freitags. Da ich an einem Sonntag gegen Mittag lande und dann nur knapp 1,5 Stunden Zeit hätte den Zug zu erwischen, sah ich weitere Probleme auf mich zukommen. Im Zweifel hätte ich zwar die Fahrkarte gebucht, aber was, wenn ich den Zug verpasse? Dann müsste ich drei Tage in P.E. „herumlungern“, bis am Mittwoch der nächste Zug führe – und kann man so ein Ticket eigentlich umbuchen? Fragen über Fragen, zumal sich Mircea auf meine Fragen nicht meldete (sie arbeitet noch einem Buchprojekt, bevor sie selbst wieder über das deutsche Winterhalbjahr nach „ZA“ fliegt, und steht extrem unter Zeitdruck).

Letzten Monat hat mich ein Todesfall eines guten Freundes sehr mitgenommen und beschäftigt mich auch jetzt noch. Diesen Freund kannte ich seit 1991, und im Rahmen eines gemeinsamen Hobbies und der räumlichen Nähe (er wohnt/e nur acht Kilometer entfernt), machten und hatten wir vieles gemeinsam. Seit 2009 war klar: Jürgen hat Krebs. Letztes Jahr dachten wir alle noch, er hätte es geschafft – aber Anfang diesen Jahres war klar: der Krebs ist zurück! Im August musste er dann „notfallmäßig“ in die Klinik, weil die Schmerzen unerträglich und sein linker Arm vollständig gelähmt war. Jürgen musste auf die Intensivstation, damit er assistiert beatmet und medikamentös eingestellt werden konnte. Es wurde sogar noch eine Operation durchgeführt, die Linderung bringen sollte. Aber Jürgen hat es nicht geschafft, er ist am 7. September verstorben, mit gerade mal 52 Jahren…
Aufgrund der räumlichen und emotionalen Nähe fiel es mir zu, mich um eine „schöne“ würdevolle Trauerfeier und die Papiere des Freundes zu kümmern, vor allem um die Eltern zu entlasten (zumal die Familie keine Berührungspunkte zu den Hobbies und Interessen von Jürgen hatte). Nun kann ich grundsätzlich gut organisieren, und es hat auch alles geklappt, aber dieser Tod hat viel in mir bewegt – zumal wir bereits im Februar einen anderen Freund mit gerade 49 Jahren zu Grabe tragen mussten. Es kann so schnell vorbei sein! In unserem Verein geht ein geflügeltes Wort um: „Die Einschläge kommen näher!“ :`(
Dieser Todesfall bewegt mich auch jetzt noch. Jürgen hat nichts Schriftliches hinterlassen, obwohl ich ihm dies schon vor Jahren geraten habe. Das ist so schade, denn für die Hinterbliebenen ist dies nun eine große Belastung herauszufinden, was Jürgens Wünsche waren. Aber auch für die nahestehenden Freunde – weil nichts geregelt ist. Ich habe meine persönlichen Dinge schon vor längerer Zeit geordnet, weil ich meine Hinterbliebenen einmal nicht so hilflos zurück lassen möchte. Zumal ich ja auch noch eine Verantwortung gegenüber meinen Tieren habe…
So ganz habe ich die Ereignisse der lezten beiden Monate noch nicht verarbeitet.
Aber sicher ist eins: wer alles auf „später“ verschiebt, sollte dies überdenken. Warum „auf die Rente“ warten? Vielleicht ist man dann nicht mehr gesund genug? Das Leben ändert sich – und auch wenn man noch so gute Pläne macht, müssen sie nicht Wirklichkeit werden. Nicht nur träumen, sondern auch für seine Träume kämpfen. Mehr im Jetzt leben, denn vielleicht haben wir morgen nicht mehr die Gelegenheit dazu… Allgemeinplätze aus der Esoterik-Ecke? Mitnichten!
Die jetzigen Erlebnisse bestärken mich in meinem Tun! Schließlich habe ich schon mehr erreicht im Leben, gegen viele Widerstände. Ob ich nun in den 80ern die erste Rettungssanitäterin im aktiven Einsatz in Rheinland-Pfalz war, als Frau Eishockey gespielt oder mir vor einigen Jahren den großen Traum – mit Tieren zu arbeiten – erfüllt habe… Es lohnt sich für seine Wünsche zu kämpfen! Aber ich gebe zu, zu Letzterem war es ein langer und schwerer Weg, der auch durch Krankheit und Verzweiflung führte…
Als weiteres Fazit: natürlich klingt es verrückt, als „ganz normaler“ und keineswegs „betuchter“ Mensch nach Afrika zu gehen – und dann auch noch so lange! Aber wann, wenn nicht jetzt?

Die Probleme der Reiseorganisation erscheinen dagegen klein, aber sie beschäftig(t)en mich natürlich trotzdem. Gerade weil ich ein Mensch bin, der gerne „plant“.
Beispielsweise gestaltete sich die Unterbringung meiner Katzen nicht so einfach. Sechs Wochen lang würde ich sie nicht zuhause lassen. Leider musste die Bekannte, bei der ich sie im März 2009 unterbringen konnte, ihre kleine Katzenpension aufgeben. Eine „normale“ Tierpension kam aber auch nicht infrage, weil ich nicht eingesehen habe, reine Wohnungstiger dafür komplett durchimpfen lassen zu müsssen (incl. Tollwut, damit sie ins Außengehege dürfen!). Als Alternative wollte ich sie bei dem Freund unterbringen… der im September verstorben ist. Jürgen hätte sehr davon profitiert, nicht alleine zuhause in seinen Depressionen zu versinken (Tiere strukturieren den Tagesablauf, geben eine Aufgabe und vermitteln Zuneigung und zuversicht, das ist sogar wissenschaftlich bewiesen). Aber dazu kam es ja nun nicht mehr… Zum Glück hat mir nun aber ein anderer Freund die Katzenbetreuung zum Geburtstag „geschenkt“! Ich muß zwar den kompletten Katzen-„Hausstand“ mit umziehen, aber das ist das geringste Ãœbel, zumal ich gerade vor zwei Wochen bei Fressnapf zufällig ein Ausstellungstück eines deckenhohen Kratzbaums für sehr kleines Geld „abgreifen“ konnte! 😉
Meine Echsen haben sich diese Woche in die Winterruhe begeben. Sie werden einfach schlafen, bis ich wieder da bin. :zz:
Meine Tierbetreuungskunden konnte ich bereits ab dem Frühjahr auf die Abwesenheit „vorbereiten“. Die Katzenhalter werden in der Zeit selbst nicht in Urlaub fahren, und die Hunde müssen entweder nicht betreut werden oder finden einen Ersatz-Gassigeher. Im Notfall gibt es ja noch zwei Kolleginnen, an die sich meine Kunden wenden können. Das Hundetraining fällt in der Zeit aus, und Beratungen kann ich natürlich keine machen. Aber auch hier gibt es ja alternative Möglichkeiten durch Kollegen.
Natürlich fiel auch noch „Kleinkram“ an. Mein Pass läuft leider diesen Monat ab, der Reisepass muss jedoch noch ein halbes Jahr nach der Ausreise gültig sein… Kommende Woche kann ich den neuen Pass abholen. Für den Leihwagen benötige ich einen Internationalen Führerschein. Dazu ist jedoch heutzutage als Voraussetzung ein sogenannter „Kartenführerschein“ (meines Erachtens eine „Abzocke“ der Behörden). Also auch noch einen Führerschein fertigen lassen, obwohl es der alte ja durchaus noch „tun“ würde… Auch diese Papiere kann ich kommende Woche abholen.

Letzte Woche habe ich nun meine Planung radikal umgestellt, denn es behagte mir überhaupt nicht, am 3. November ins Ungewisse zu fliegen (als allein reisende Frau ist ein klein wenig „Sicherheit“ ja auch nicht zu verachten!)! :??:
Und auch hier fügte es sich: so werde ich nun die ersten vier Wochen auf der Daniell Farm mitarbeiten und kann dann nur 10 Tage ins Forschungsprojekt. Die Abschlusstage im Addo Park bleiben. Ein Daniell Farm-Mitarbeiter wird mich vom Flughafen abholen und mich dann auch dort wieder abliefern. Dort werde ich meinen Mietwagen übernehmen, und bin somit unabhängig und kann meine Ziele selbständig erreichen!
Mein Aufenthalt wird dadurch zwar um einiges teurer (zum Thema Volunteergebühr werde ich in einem künftigen Blog-Beitrag Stellung nehmen), aber das war es mir wert! 😉

Über die Monate habe ich bereits eine Schublade mit Dingen angelegt, die ich mitnehmen muss. Da ich aus Sicherheitsgründen lieber mit dem Rucksack als einem großen Koffer reise, muss alles sehr kompakt werden. Zum Glück konnte ich mir ein Netbook leihen, das deutlich kleiner und leichter ist als mein Notebook. Auf eine hochwertige Spiegelreflex- oder Bridgekamera werde ich wohl verzichten müssen (zumal die Möglichkeit einer Leihe aufgrund des bereits genannten Todesfalles entfallen ist). Aber meine alte Lumix macht ja ebenfalls gute Bilder. Trotzdem müssen natürlich außer ein paar Klamotten auch noch Dinge wie Fernglas, Stirnlampe, Steckdosenadapter, feste Stiefel, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Hut und anderes mit. Da bin ich ja mal gespannt, ob ich das alles unterkriege. B)